BYD-Chefwissenschaftler Lian Yubo sieht Festkörperbatterien in einer „kritischen Durchbruchphase“. Zugleich bleiben der Übergang zur breiten Nutzung in Fahrzeugen und die Kommerzialisierung durch mehrere technische und industrielle Hürden begrenzt.
Akkus mit festem statt flüssigem Elektrolyt gelten vor allem als robuster und damit sicherer, aber auch als insgesamt leistungsfähiger. Bei einem chinesischen Seminar zur Automobilpolitik verwies Lian laut Car News China auf Probleme beim Schritt von Pilotlinien zur großflächigen Fahrzeuganwendung. Als zentrale Punkte nannte er technische Komplexität, Kostenkontrolle und Produktionsausbeute.
Herausforderungen auf der Materialebene begrenzen nach Lians Darstellung noch den weiteren Fortschritt bei Festkörperbatterien. Darüber hinaus skizzierte er einen Entwicklungsrahmen auf Systemebene. Die Branche müsse eine durchgängige Logik von „Nutzernachfrage zu Fahrzeugzielen, Systemanforderungen und schließlich Zelldesign“ etablieren, statt sich nur auf Verbesserungen einzelner Materialien zu konzentrieren.
Dafür sollen Automobilhersteller direkt an der Definition von Batteriezellen beteiligt sein. Anforderungen an Reichweite, Lebensdauer, Ladeleistung, Umweltanpassung und Sicherheit sollen in messbare Systemziele übersetzt werden, darunter Wärmemanagement, mechanische Integrität und elektrochemische Leistung.
Festkörperbatterien gelten bei BYD nicht als einzige Entwicklungsrichtung. Bestehende, bewährte Lithium-Ionen-Technologie mit flüssigem Elektrolyt soll bei Energiedichte und Umweltanpassung weiterentwickelt werden. Zudem wird erwartet, dass mehrere Batteriechemien je nach Fahrzeugsegment, Kosten- und Leistungsanforderungen parallel bestehen.
BYD verfolgt mehrere technische Routen. Sulfidbasierte Festkörperbatterien sollen um 2027 in Kleinserie gehen, Demonstrationsfahrzeuge werden im selben Zeitraum erwartet. Natrium-Ionen-Batterien werden mit einer gemeldeten Lebensdauer von bis zu 10.000 Ladezyklen entwickelt. Parallel arbeitet BYD mit der Blade Battery 2.0 weiter an Lithium-Eisenphosphat-Technologie (LFP), mit rund 210 Wh/kg Energiedichte und Schnellladen von 10 auf 70 Prozent in etwa fünf Minuten.

Egon_meier meint
jaja .. die Festkörperbatterien.
Das ist so wie mit den Kernfusionsreaktoren – lange erwartet und entwickelt und nie gekommen. Ob es jemals soweit sein wird, dass man es funktionierend erlebt?
Ich glaube nicht daran ….
David meint
Oder, anders gesagt, kommt jetzt nicht und auch nicht nächstes Jahr. Das ist ja das, womit alle relevanten Spieler rechnen, nämlich mit ersten Markteintritten Ende dieses Jahrzehnts.