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TotalEnergies drückt in Deutschland beim Ausbau seines E-Auto-Ladenetzes aufs Tempo

20.05.2026 in Aufladen & Tanken von Thomas Langenbucher | 12 Kommentare

Bild: TotalEnergies

Der französische Energiekonzern TotalEnergies setzt auf eine beschleunigte Expansion im Bereich Elektromobilität und hat kürzlich einen neuen, großen „Ladehub“ am Berliner Hauptbahnhof eröffnet. Der Standort bietet 18 Schnellladeplätze mit einer Leistung von bis zu 400 Kilowatt pro Stelle und nutzt ausschließlich erneuerbare Energien. Die Anlage ist vollständig überdacht und umfasst zwei barrierefreie Plätze sowie zusätzliche Services wie Reifenluftmessgeräte und Staubsauger.

Das Angebot richtet sich laut Petersen, Geschäftsführer von TotalEnergies Charging Solutions Deutschland, gezielt an Pendler, Mitarbeiter der Europacity, Gewerbetreibende wie Taxifahrer sowie Privatpersonen, die Reisende zum Bahnhof bringen oder die nahegelegenen Museen besuchen.

Die Eröffnung in Berlin markiert einen Teil einer größeren Strategie: Bereits im September 2025 hatte TotalEnergies einen Schnellladepark am Flughafen BER eröffnet, und Ende November 2025 wurden in Erlangen die ersten beiden Deutschlandnetz-Schnellladestationen des Unternehmens an der Autobahn A3 installiert.

Für den Ausbau des Deutschlandnetzes hat TotalEnergies bereits 2023 und 2024 bei Ausschreibungen des Bundesverkehrsministeriums Verträge für über 1200 Schnellladepunkte erhalten. Aktuell betreibt das Unternehmen in Deutschland rund 8000 Ladepunkte – davon sind 429 besonders schnelle HPC-Ladepunkte (High Power Charging), diese Zahl soll sich bis Ende dieses Jahres auf etwa 800 erhöhen.

Im Vergleich zu Mitbewerbern wie EnBW, Aral und Shell bleibt TotalEnergies im Hochleistungsbereich noch hinter den Spitzenreitern zurück. Der deutsche Energiekonzern EnBW führt mit über 8000 Ultraschnellladepunkten und plant bis 2030 eine Verdopplung auf 20.000 HPC-Punkte. Aral pulse gehört mit über 3600 HPC-Punkten an rund 500 Standorten zu den größten Anbietern im Land, während Shell Recharge mit etwa 1700 Schnellladepunkten vor allem Tankstellen und Partnerstandorte bedient.

Trotz der Investitionen bleibt TotalEnergies in Deutschland also noch ein Herausforderer im HPC-Sektor. Im Heimatmarkt Frankreich hat das Unternehmen hingegen schon eine Vorreiterposition durch die Umrüstung klassischer Tankstellen mit Hochleistungsladesäulen und erfolgreiche Abo-Modelle für Viellader.

Bei der Eröffnung am Berliner Hauptbahnhof wies der Chef von TotalEnergies Charging Solutions Deutschland laut dem Portal Edison darauf hin, dass die allermeisten Ladehubs derzeit gar nicht voll ausgelastet seien. Die Anbieter von Ladeinfrastruktur gingen umfangreich in Vorleistung, während der tatsächliche Hochlauf der E-Mobilität merklich stocke. Damit die groß angelegte Transformation gelinge, forderte Petersen ein klares und gemeinsames Bekenntnis aller relevanten Akteure – von der Politik über die Kommunen bis hin zu den Fahrzeugherstellern.

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Via: Edison
Tags: Ladestationen, SchnellladenUnternehmen: Total
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Laudrup meint

    21.05.2026 um 16:24

    Hallo in die Runde, ich mache gerade eine Rundreise durch China. Und ich bin geplättet. In den Großstädten ist der Lärmpegel um 80% gesunken. Der einzige Lärm wird von den Abrollgeräuschen erzeugt. Hier fahren 80% Autos als Elektro. Vom viel besagtem Smog nichts zu sehen. Ladeinfrastruktur ist natürlich darauf angepasst. Schließlich ist es das erklärte Ziel der Regierung. In Deutschland wird das so noch ein paar Jahre länger dauern. Ach so, mein nächstes Auto ist ein chinesisches Auto.

    Antworten
  2. MK meint

    21.05.2026 um 09:02

    Am Rande bemerkt zeigt dieser Artikel mal wieder wie Marketing funktioniert: Shell mit 1.700 HPC Ladepunkten wird aufgeführt in der textlichen Auflistung der großen Anbieter, EWE mit über 3.000 nicht…

    Antworten
  3. Mike Sander meint

    20.05.2026 um 22:11

    Entscheidend ist doch der der Preis pro kW/h , alles andere spielt doch gar keine Rolle. E-Autos in der Anschaffung und Unterhalt sind doch nur was für besser Verdienende, alle anderen werden weiter Sprit am der Tankstelle kaufen, selbst zu aktuellen Spritpreisen. Die Strompreise müssen runter, sonst wird das keine Option für den normal verdienende Bürger!!!

    Antworten
    • Gernot meint

      21.05.2026 um 11:39

      Das Jahr 2015 möchte bitte seine Vorurteile zurückbekommen.

      Selbst wenn Du nur öffentlich lädst, zahlst Du effektiv nicht mehr als 45 Cent/kWh. Bei 18 kWh/100 km macht das 8,1 Euro je 100 km. Beim Verbrenner mit 6 l/100 km an Verbrauch und 2 Euro/l sind es 12 Euro. Bei der durchschnittlichen statistischen Fahrleistung von 14.000 km pro Jahr ergibt das einen Kostenvorteil von 560 Euro für das BEV. On top sparst Du beim E-Auto die Kfz-Steuer, alle 2 Jahre die Abgasuntersuchung und den Ölwechsel, bekommst 300 Euro THG-Quote pro Jahr. Die Bremse hält viel länger; kein Auspuff, kein Luftfilter, keine Steuerkette, keine Zündkerzen, … die alle irgendwann gewechselt werden wollen. Es gibt nur noch sehr wenige Konstellationen, in denen Elektromobilität nicht billiger ist.

      Antworten
    • MK meint

      22.05.2026 um 08:45

      @Mike Sander:
      Ergänzend zu dem, was Gernot über die Betriebskosten sagt:
      Auch bei den Kaufpreisen sind die Elektrofahrzeuge europäischer Hersteller längst gleich auf zu ihren Verbrenner-Pendants. Schaut man sich dann noch bei neu aufkommenden Firmen aus z.B. China um, ist man oftmals längst billiger als ein vergleichbarer (!) Verbrenner.
      Und das gilt für Neuwagen…dabei wird über eAutos oft gemeldet, dass die schneller an Wert verlieren würden als Verbrenner. Heißt: Spätestens beim Gebrauchtwagen ist das eAuto oft schon in der Anschaffung billiger als der Verbrenner.

      Und um die Betriebskostenaussage noch mal zu ergänzen: Entgegen Ihrer Behauptung ist eben nicht relevant, wie viel Cent eine kWh kostet, sondern was die Energie kostet, die ein Fahrzeug auf 100 km kostet.
      Um Gernots Rechnung noch mal mit einem konkreten Beispiel zu unterfüttern: Ich habe einen Elroq. Das Verbrennerpendant Karoq liegt schon im Normverbrauch bei annähernd vergleichbarer Motorisierung bei 7,5 Liter Benzin. Macht bei 2 € pro Liter 15 € pro 100 km….wie gesagt: wenn man beim Verbrenner den Normverbrauch jemals erreichen würde. Beim Elroq (Normverbrauch 15,3 kWh) liege ich aktuell zwischen 16 und 17 kWh, im Winter lag ich bei 20. Selbst wenn ich mit den 20 kWh rechne, müsste der Strom immer 75 ct pro kWh kosten, um nur gleich teuer wie der Sprit für den Verbrenner zu sein. Bei 50 ct pro kWh spare ich schon mehr als 30% Energiekosten…und das wie gesagt, wenn ich den höheren Real-Winterverbrauch des eAutos mit dem Normverbrauch des Verbrenners vergleiche. Da es hier bei den Stadtwerken an den öffentlichen Säulen 36 ct kostet, eben nicht mehr Winter ist und man auch beim Verbrenner den Normverbrauch nur selten erreicht, dürfte meine aktuelle Einsparung bei locker 60%, eher 70% liegen. Mit rein öffentlichem Laden ohne eigene Wallbox.

      Antworten
  4. Marcel meint

    20.05.2026 um 20:34

    Absurd teuer, noch nie jemanden laden gesehen an unserem neuen Park.

    Antworten
  5. Gernot meint

    20.05.2026 um 16:22

    Nach meiner Erwartung haben wir 2030 in Deutschland 8-10 Mio. BEV und 2035 20-25 Mio. BEV. Vielen ist nicht klar, was das bedeutet: 2035 werden bereits 40-50% der Umsätze mit Benzin und Diesel weggefallen sein. In gerade mal 9 Jahren. Es wird ab 2030 ein breites Tankstellensterben einsetzen, weil der Nachfrage für die bisherige Tankstelleninfrastruktur einfach nicht mehr da ist. Mehr oder weniger stinkende und lärmende (Anfahrgeräusche) Tankstellen wurden in den letzten Jahrzehnten neu nur noch relativ abgelegen in Gewerbegebieten gebaut. Ladesäulen können auch überall in den Innenstädten hingebaut werden.

    Wenn man Aral, Shell, Total, Esso, Jet, Orlen, … heißt, muss man jetzt langsam mal zu Potte kommen mit der Transformation des Geschäftsmodells. Sonst wird man sukzessive vom Markt verschwinden. Wie der Artikel mit seinen Zahlen deutlich macht, ist Total mit gerade mal 429-DC-Säulen ziemlich hinten dran und mit EnBW, Ionity, EWE, Tesla, Allego, Fastned, Vattenfall … hat man ganz neue Konkurrenten, wenn es darum geht, Autos mit Fahrenergie zu versorgen.

    Antworten
    • MK meint

      21.05.2026 um 16:45

      @Gernot:
      Was glauben Sie, warum weiterhin so verbissen für „eFuels“ und Co gekämpft wird?
      Weil sich diese paar Konzerne gemütlich in ihrem Oligopol eingerichtet haben und durchaus bereit sind, einen beträchtlichen Teil ihres Gewinns in „Lobbyarbeit“, also Stimmungsmache, zu investieren, damit man weiter mit der eigenen Infrastruktur Geld verdienen kann statt bei Ladesäulen auf die Stromnetze der Stromanbieter angewiesen zu sein. Immerhin liegen auch die Tankstellen meist bei Pächtern und nicht den jeweiligen Konzernen. Heißt: Selbst wenn an den Tankstellen massenhaft Ladesäulen aufgebaut werden, rettet das nicht die Konzerne dahinter…denen gehören nämlich nicht die Tankstellen, sondern Treibstofflager, Pipelines, ggf. Raffinerien usw. Alles Dinge, die ein eAuto nicht braucht.

      Wo ich Ihnen recht gebe: Ich glaube auch, viele unterschätzen, wie schnell die Versorgung eines Verbrenners mit Treibstoff problematisch werden wird. Schon 10% weniger Treibstoffverbrauch bedeuten eben nicht, dass 10% der Tankstellen verschwinden, sondern dass alle Tankstellen 10% Umsatz verlieren. Damit dürften nicht nur 10%, sondern die große Mehrheit der Tankstellen in Deutschland ins Minus rutschen. Und dann ist die Frage: Findet sich überall mindestens ein Betreiber, der so lange mit Verlusten durchhält, bis genug Konkurrenten aufgegeben haben und es sich wieder lohnt? Oder verschwinden alle nahezu zeitgleich?

      Antworten
  6. Steffen meint

    20.05.2026 um 14:22

    Mit „ausschließlich erneuerbare Energien“ werben und gleichzeitig Windpark-Verträge rückabwickeln wollen – das passt nicht gut zusammen.

    Antworten
    • Andre meint

      20.05.2026 um 15:10

      Exakt.

      Antworten
    • MK meint

      21.05.2026 um 09:07

      @Steffen:
      Ich glaube, das Problem dahinter sitzt tatsächlich in Berlin und hört auf den Namen „Reiche“: ein Windpark, der ständig abgeschaltet ist, weil die Netze fehlen bringt nichts. Und da Frau Reiche statt die Netze ab den Windparks in den Rest Deutschlands auszubauen das Geld scheinbar lieber in subventionierte Gaskraftwerke investiert, würde ich als Unternehmen auch zögern, aktuell solche Milliardeninvestitionen in Deutschland zu tätigen.
      Von daher: Das ist ziemlich bitter für Deutschland als Industriestandort, so den Strom zu verteuern, aber genau das, was die Regierung grade voran treibt. Man stelle sich vor, was passieren würde, wenn man die 2 ct/kWh verbrauchten Stroms, die grade als Zusatzabgabe für die Gaskraftwerke im Gespräch sind stattdessen ins Netz, in Batteriespeicher und Biomassekraftwerke, die genauso gut wie Erdgas „Dunkelflauten“ kompensieren könnten, investieren würde…und bevor jemand sagt, man könne Biomasse nicht ausbauen: Deutschland liegt grade bei rund 6% Stromerzeugung aus Biomasse. Dänemark, dass sicher schlechtere Bedingungen dafür hat, liegt bei 19%.

      Antworten
  7. mipu meint

    20.05.2026 um 13:13

    Bei den Preisen, die die verlangen, sollten sie ihre Strategie nochmal überdenken. Viele happy customers haben die garantiert nicht ….

    Antworten

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