VWs Kompaktwagen ID.3 ist das häufigste Elektroauto auf Deutschlands Straßen. Die Wolfsburger lösten damit das Model Y von US-Hersteller Tesla ab. Das geht aus Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) hervor. Demnach waren zum 1. Januar 2026 vom ID.3 genau 116.053 Exemplare in Deutschland zugelassen. Demgegenüber standen 106.184 Model Y. Ein Jahr zuvor war das mittelgroße SUV-Coupé von Tesla noch das meist registrierte E-Auto hierzulande gewesen.
Beide Modelle überschritten laut dem KBA im vergangenen Jahr die Hunderttausenderschwelle bei den zugelassenen Autos in Deutschland – als erste reine Stromer. Ein drittes Modell könnte bald folgen – zumindest wenn man wie das KBA VWs Mittelklasse-SUV ID.4 und dessen Coupé-Version ID.5 zusammenzählt. Zu Jahresbeginn waren 97.120 Fahrzeuge dieser Baureihe(n) in Deutschland zugelassen.
Insgesamt liegt VW seit Langem vor Tesla. Dass das häufigste Elektro-Modell dennoch lange von Tesla stammte, liegt daran, dass der Stromer-Pionier aus den USA nur zwei Fahrzeugreihen mit relevanten Zulassungszahlen in Deutschland hat, sich die Gesamtzahl also weniger stark verteilt. Nun reichte auch das nicht mehr – auch wenn die Nachfrage beim Model Y seit Jahresbeginn wieder steigt. Daneben verkauft Tesla noch die ebenfalls populäre mittelgroße Limousine Model 3 hierzulande. Die Oberklasse-E-Autos Model S und Model X sind kürzlich ausgelaufen, kamen aber nur auf überschaubare Stückzahlen.
Im Vergleich zu Verbrennern liegen Elektroautos in Deutschland immer noch weit hinten. Insgesamt waren nach den Zahlen des KBA zu Jahresbeginn 2,03 Millionen rein elektrische Autos zugelassen.
Häufigstes Auto auf deutschen Straßen ist der aktuell als Verbrenner, Hybrid und Plug-in-Hybrid erhältlich Kompaktwagen VW Golf mit 3,2 Millionen zugelassenen Exemplaren. Darin sind auch einige Zehntausend Einheiten des früher angebotenen vollelektrischen e-Golf enthalten. Dahinter folgen der Verbrenner-VW Polo mit 1,3 und der auch hybrid und rein elektrisch gebaute Opel Corsa mit 1,1 Millionen, beides Kleinwagen.

David meint
Auch das zeigt den Niedergang von Tesla. Sie haben nur ein Modell, das in Deutschland gebaut und entsprechend bevorzugt angeboten wird. Aber selbst das verliert gegen eine von elf Varianten der MEB Baureihe.
Gunnar meint
Gut für VW und auch gut für die Elektromobilität im allgemeinen.
Der April neigt sich dem Ende. Nächste Woche gibt es dann die jüngsten Zulassungszahlen. BEVs werden weiter steigen. Dann vielleicht schon über 25% Marktanteil? Wir werden sehen.
South meint
Naja, wie halt immer, zwar stimmen die Zahlen an sich, aber die Interpretation öffnet Missbrauch. Erstens, die Zahlen beschreiben den deutschen Automarkt, also einen kleinen Ausschnitt und zweites betrachten sich nur das häufigste Modell. Das sagt im Grunde begrenzt bis überhaupt nix über den Erfolg aus, das hängt von vielen Parametern wie Modellpolitik, wann das Modell herauskam, ob es sich um einen Volumenhersteller handelt etc. ab.
Ob einen nun gefällt oder nicht. Nüchtern betrachtet gibt es in der Welt auf den Straßen deutlich mehr Elektroautos von Tesla, als von VW und das obwohl es sich bei VW um einen Volumenhersteller handelt.
Das gleiche gilt für den Textteil „Im Vergleich zu Verbrennern liegen Elektroautos in Deutschland immer noch weit hinten.“. An sich stimmt das, aber es lässt ausser acht, das Autos eben sehr lange genutzt werden und auch, dass die Produktion sich auch erstmal umstellen muss. Historisch berachtet ist der Anstieg der Zulassungszahlen einer neuen Antriebsart nämlich ohne Übertreibung ein Jahrhundertereignis mit atemberaubender Geschwindigkeit. Sonst würde es wohl ja nicht so eine Aufregung um das Thema eAutos geben…
Und Zulassungszahlen sind bereits ein Ergebnis vergangener Zeiten. Technisch sind eAutos heute schon voraus, aber es zeichnet sich deutlich ab, das mit zunehmender Ladegeschwindigkeit und fallender Kosten, der Verbrenner chancenlos ist und das international…
Gernot meint
Das dürfte vor allem am Firmenwagen-/Flottengeschäft liegen. Tesla findet im Firmenwagen-/Flottengeschäft nicht mehr statt, was zum einen an der lange erratischen Preispolitik von Musk liegt, die den Firmen (und z.B. auch Mietwagenanbietern) die Kalkulation verhagelt hat. Und es liegt natürlich am toxischen Image von Musk. Das Risiko, mit Teslas das eigene Image zu beschädigen, wollen Firmen nicht eingehen.
Bei privaten Autokäufern ist der „ID.3“ in der Geschmacksrichtung Cupra Born die beliebtere Variante, weil er das bessere Design und einen deutlich wertigeren Innenraum mitbringt. Aber Seat/Cupra ist im deutschen Firmenwagen-/Flottengeschäft traditionell schwach. Die Grenzen zwischen den eigenen Marken verwischen bei VW generell auch immer mehr. Den Cupra Tavascan verkauft VW in China z.B. als VW ID.Unyx 06.
Futureman meint
Glückwunsch an VW, endlich dürfen sie auch mal auf das Treppchen. Wenn auch nur auf dem deutschen Markt. Das zeigt halt, das auch bei Autos oft auf einheimische Produkte gezielt wird. Pech für VW nur, dass es in anderen Regionen der Welt mit eigener Produktion auch so ist und Länder ohne eigene Produktion eher auf andere Hersteller setzen.