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Problem mit Zulieferer: Lucid setzt Prognose für 2026 aus

07.05.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 8 Kommentare

Lucid-Gravity

Bild: Lucid

Lucid Motors hat mit Bekanntgabe seiner Quartalszahlen die Prognose für sein Gesamtjahr ausgesetzt. Wegen Problemen mit einem Zulieferer blieben Auslieferungen und Umsatz des US-amerikanischen Elektroauto-Start-ups unter den Erwartungen. Eine neue Prognose für dieses Jahr will man erst im Sommer vorlegen.

Produktion und Umsatz lagen bei Lucid im ersten Quartal höher als in den Monaten Januar, Februar und März 2025 – das Unternehmen hatte jedoch mehr erwartet. Dass man unter Plan lag, liegt den Angaben zufolge primär an einem Problem mit einem Lieferanten für die Sitze der zweiten Modellreihe Gravity. Das große Luxus-SUV wird seit 2025 neben dem Erstlingswerk der Marke, der Oberklasselimousine Air, ausgeliefert.

Konkret produzierte Lucid im ersten Quartal 2026 insgesamt 5500 Elektroautos und damit 149 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Auslieferungen stagnierten jedoch durch das Problem mit den Sitzen bei 3093 E-Autos, schon vor einem Jahr waren es 3109 Fahrzeuge.

Laut dem Unternehmen sind die Probleme mit den Sitzen behoben. Der Absatz im März stieg im Vergleich zum März 2025 dann auch um 14 Prozent. Lucid will nun weitere Schritte unternehmen, um die Produktion an die erwarteten Auslieferungen und die Kundennachfrage anzupassen. Der Auftragseingang in Nordamerika ist dem Unternehmen zufolge im März gegenüber dem Vormonat um 144 Prozent gestiegen.

Den Umsatz konnte Lucid trotz der zwischenzeitlichen Herausforderungen um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 282,5 Millionen US-Dollar steigern. Der Nettoverlust stieg allerdings von 731 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal auf nun 1,13 Milliarden US-Dollar im Q1/2026.

Die bisherige Jahresprognose von Lucid liegt bei einer Produktion von 25.000 bis 27.000 elektrischen Autos. Das wären 36 bis 47 Prozent mehr als die 18.378 hergestellten Einheiten im Vorjahr. Diese Prognose hat der E-Auto-Bauer wegen der zwischenzeitlichen Probleme mit dem Zulieferer aber ausgesetzt. Erst wenn der neue CEO Silvio Napoli sich eingearbeitet hat, soll es eine neue Prognose geben.

Finanzvorstand Taoufiq Boussaid betonte: „Wir haben unsere Bilanz mit über einer Milliarde US-Dollar neuem Kapital gestärkt und strategische Partnerschaften ausgebaut, die die langfristige Umsatzprognose verbessern. Wir haben das Quartal mit erhöhten Lagerbeständen abgeschlossen, die wir voraussichtlich in Umsatz und Cashflow umwandeln werden, sobald sich die Lieferungen normalisiert haben. Gleichzeitig achten wir auf die Abstimmung von Produktion und Vertrieb.“

Das frische Kapital kommt vor allem vom Hauptaktionär Ayar Third Investment, einer Tochtergesellschaft des saudischen Staatsfonds Public Investment Fund (PIF). Hinzu kommen Mittel vom Fahrdienstvermittler Uber, der Lucid mindestens 35.000 Robotaxis auf Basis des Gravity sowie der vor dem Start stehenden Mittelklasse-Plattform von Lucid abnehmen will.

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Via: Lucid & Electrive
Tags: ProduktionUnternehmen: Lucid Motors
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Futureman meint

    07.05.2026 um 11:01

    Nach so vielen Jahren immer noch einen Verlust, der viermal so hoch ist wie der Umsatz, kann nicht mehr lange gut gehen. Auch wenn es (angeblich) ein gutes Fahrzeug ist, reicht das nicht aus und es können halt nicht alle Startups überleben. Immerhin wird das Ölgeld nicht in neue Ölförderanlagen gesteckt….

    Antworten
    • Future meint

      07.05.2026 um 17:16

      Lucid hat eben keine Verbrenner, die die Elektroautos so wie bei den anderen Herstellern gegenfinanzieren. Das wird also noch viele Jahre so weitergehen. Auch bei Tesla hat man ja jahrelang immer die Pleite für das nächste Jahr vorhergesagt. In Deutschland hat man halt eine eher negative Haltung zum Risikokapital, deshalb gibt es davon hier auch nicht so viel. Es braucht eben langfristige strategische Investoren wie den Saudischen Staatsfond oder jetzt Uber.
      Bei Rivian wäre es doch auch schon längst kritisch, wenn Amazon und VW nicht so viel investiert hätten. Canoo hatte leider nicht genügend Investoren trotz des hervorragenden Produkts.

      Antworten
      • MK meint

        08.05.2026 um 09:49

        @Future:
        Was Sie übersehen, ist, dass Lucid kein Startup ist, dass es erst seit 5 Jahren gibt. Lucid ist seit bald 20 Jahren am Markt. Tesla hat profitable Einzelquartale erstmals 10 Jahre nach Gründung gehabt und seit seinem „17. Geburtstag“ keine Verluste mehr gemacht. Auch hinter diesem Ziel ist Lucid jetzt also schon 2 Jahre hinterher und hat grade mehr oder weniger mitgeteilt, dass sich daran auch ein weiteres Jahr nichts ändern wird.
        Gleichzeitig lag der höchste Quartalsverlust, den Tesla jemals verzeichnet hat mit 675 Mio. Dollar (Q4 20217) unter dem aktuellen von Lucid.
        Und noch etwas war bei Tesla anders: Tesla war Vorreiter: Akkus, die in einem PKW (noch dazu in so flacher Bauweise) eine solche Reichweite erzielten, gab es damals am Markt nicht und sie mussten extra für Tesla entwickelt werden (das übernahm damals hauptsächlich Panasonic). Lucid kann Akkus, die für den Einbau in PKW gedacht sind und entsprechende Anforderungen erfüllen, ausschreiben und bekommt sicher sofort von 5 Herstellern Angebote.

        Antworten
        • Future meint

          08.05.2026 um 15:53

          Die Serienproduktion des ersten Lucid-Modells, dem Air, begann allerdings erst im September 2021. Das ist noch nicht lange her.

        • MK meint

          11.05.2026 um 13:20

          @Future:
          Das macht es ja nicht besser…es zeigt eher, dass Lucid generell seeeehr langsam vorankommt.

      • M. meint

        08.05.2026 um 09:59

        „Auch bei Tesla hat man ja jahrelang immer die Pleite für das nächste Jahr vorhergesagt“

        So ist es ja auch – ich will jetzt nicht nachsehen – ungefähr 17x gekommen.
        Tesla wurde jedes mal gerettet. Ohne externe Finanzierung wäre das eine kurze Anektote im Fahrzeugbau geworden.

        Antworten
        • Future meint

          08.05.2026 um 15:56

          Lustiger Kommentar mit der »externen Finanzierung«. Aber ich vermute, Pleite ist man wohl erst, wenn man seine Rechnungen nicht mehr bezahlen kann. Aber vielleicht ist das in Deutschland auch anders. Ist VW eigentlich Pleite oder nur extern finanziert?

  2. MK meint

    07.05.2026 um 10:46

    Das Unternehmen kann also rund 19 Jahre nach Gründung wieder nur rund 20% seiner Kosten durch Umsatz decken und hat die Milliarde zusätzlichen Kapitals schon wieder nahezu vollständig verbrannt? Da müssen die Auslieferungszahlen aber doch mal aus den Startlöchern kommen…

    Antworten

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