Stellantis hat „STLA One“ vorgestellt – eine modulare Fahrzeugarchitektur, die darauf ausgelegt ist, diverse Antriebsstränge und Fahrzeuggrößen zu unterstützen. STLA One soll im Rahmen des neuen Strategieplans „FaSTLAne 2030“ als modulare, skalierbare Architektur mit einheitlichen Schnittstellen die Komplexität reduzieren und die Entwicklungsgeschwindigkeit steigern. Angestrebt wird eine Steigerung der Kosteneffizienz von 20 Prozent, ermöglicht durch ein von Grund auf modulares Design sowie neue Batterieoptionen.
STLA One unterstütze die Plattformoptimierungsstrategie von Stellantis, erklärt der europäische Autoriese. Bis 2030 strebe man 50 Prozent des Volumens auf drei globalen Plattformen mit bis zu 70 Prozent Wiederverwendung von Komponenten an. Diese solle die Markteinführungszeit verkürzen, die Lieferantenstabilität stärken und die Kosteneffizienz verbessern.
„STLA One ist ein klares Beispiel für eine wirklich modulare Strategie, die uns die Flexibilität einer Multi-Energie-Plattform bietet, ohne Ineffizienzen von einem Antriebssystem zum anderen zu übertragen“, sagt Technologiechef Ned Curic.
STLA One deckt die Segmente B, C und D (Kleinwagen bis Mittelklasse) mit einer neuen modularen Architektur ab. Diese wurde laut Stellantis von Grund auf spezifisch für die jeweilige Energiequelle konzipiert, um die Effizienz für jede Antriebsart zu optimieren. Zudem stelle STLA One einen entscheidenden Schritt im Bestreben des Unternehmens dar, im Kostenwettbewerb zu bestehen, die Betriebsabläufe zu vereinfachen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Damit schließe man die Kostenlücke zu den führenden Wettbewerbern im europäischen Markt.
Als weitere wichtige strategische Vorteile werden genannt:
- Skalierbare Vereinfachung: Fortschrittliche Technologiearchitektur zur Reduzierung der Komplexität bei gleichzeitiger Ausweitung der Marktabdeckung.
- Globale Reichweite: Entwickelt, um mehr als 30 Modelle zu unterstützen und bis 2035 auf mehr als 2 Millionen Einheiten zu wachsen.
- Modulares Design: Modulare Schnittstellen sind so konzipiert, dass sie für jede Art von Energiequelle die bestmögliche Leistung bieten und verschiedene Antriebsstränge unterstützen.
Technologie und Startzeitpunkt
STLA One ist die erste Plattform von Stellantis, die für die Integration von STLA Brain (skalierbare zentrale Rechen- und Softwarearchitektur), STLA SmartCockpit (neue Art der Interaktion zwischen Kunden und ihren Fahrzeugen) und der Steer-by-Wire-Technologie (keine mechanische Verbindung der Lenkung zu den Rädern) vorgesehen ist. Diese Technologie-Konstellation soll schnellere Rollouts von Funktionen unterstützen und es jeder Stellantis-Marke ermöglichen, das Kundenerlebnis individuell anzupassen „und dabei ihre unverwechselbare Identität zu stärken“. Der Konzern mit bekannten Marken wie Fiat, Chrysler, Citroën, Peugeot, Opel, Maserati plant, STLA One im Jahr 2027 einzuführen.
Das Unternehmen verfolgt eine „intelligente Batteriestrategie“. Das beinhaltet die Skalierung von LFP-Batterien (Lithium-Eisen-Phosphat), um die Erschwinglichkeit von E-Autos zu unterstützen sowie die Exposition gegenüber kritischen Rohstoffen zu verringern. Durch „Cell-to-Body“-Konstruktion wird die Batterie in die Fahrzeugstruktur integriert, um Kosten, Gewicht und Komplexität zu reduzieren und die Energieeffizienz zu optimieren. „STLA One wird auch 800-Volt-fähig sein und in der Praxis eine sehr wettbewerbsfähige Ladezeit und ein besseres BEV-Erlebnis (Battery Electric Vehicles) bieten“, heißt es.
„Diese intelligente Batteriestrategie soll die BEV-Wirtschaftlichkeit im Laufe der Zeit durch reduzierte Batteriekosten und eine einfachere Integration verbessern“, erklärt Stellantis. STLA One sei Teil der Bestrebungen des Konzerns, Hardware und Software auf einem gemeinsamen Technologie-Stack aufeinander abzustimmen. Das modulare Design der Plattform könne dazu beitragen, die Entwicklung zu beschleunigen, die Komplexität zu reduzieren und Skaleneffekte zu erschließen.

brainDotExe meint
Kommen darauf dann auch endlich mal wieder flache Limousinen und Coupés?
Ein neuer Insignia oder gar Omega ist überfällig.
Ein richtiger Manta oder gar GT wäre auch was feines.
David meint
Verrückt. Jetzt stellt Stellantis eine echte Plattform vor. Wie die MEB. Und ab nächstes Jahr soll es starten. Da ist man also sieben Jahre zurück.
MK meint
Vielleicht sollte man erstmal seine Hausaufgaben machen, bevor man in Träumen über eine bessere Zukunft schwelgt?
800V-Architektur ist wie 1.000 km Reichweite: Viele wollen es haben, wirklich brauchen tut es aber kaum jemand. Wie wäre es, wenn man sich erstmal auf 2026 konzentriert und es z.B. endlich mal flächendeckend hinbekommt, dass bei allen Elektromodellen eine Ladegrenze (z.B. Laden nur bis 80%) einstellbar ist? Oder dass es einen elektrischen Astra Sports Tourer auch recht zeitnah mit einem Akku mit mehr als 55 kWh nutzbaren Energieinhalt gibt und nicht erst 2030? Dass Stellantis noch nicht vollkommen untergegangen ist im Elektrobereich liegt daran, dass sich Corsa und 208 mangels Alternativen ganz gut verkaufen. Der ID.Polo z.B. kommt aber dieses Jahr. Außerdem werden die Leute immer offener für chinesische Marken und z.B. der BYD Dolphin Surf gräbt den Stellantis-Kleinwagen immer mehr das Wasser ab.
Also: Neue Plattform: Top. Man muss aber glaube ich eher darauf schauen, was man zeitnah auf die Straße bekommt als was man hofft in einigen Jahren mal so weit entwickelt zu haben, dass man es verkaufen kann.