Eine neue Analyse von T&E zeigt, dass Fahrer von Elektroautos in Deutschland seit Beginn der Nahostkrise durchschnittlich 76 Euro pro Monat gegenüber Benzinern eingespart haben. Die Umweltorganisation fordert daher von der Bundesregierung, an den Flottengrenzwerten für Pkw festzuhalten, statt sich in Brüssel für Verbrenner einzusetzen. Die EU-Ziele garantierten einen schnelleren Markthochlauf von erschwinglichen E-Autos.
Laut der Analyse sind Fahrer von Benzinern in Deutschland achtmal stärker von der Energiekrise betroffen als die von E-Autos. Anfang April, als die Benzinpreise in Europa ihren Höchststand erreichten, kostete das Betanken eines durchschnittlichen Benziners in Deutschland 15,9 Euro pro 100 Kilometer, verglichen mit 12,3 Euro pro 100 Kilometer im Jahr 2025. Die durchschnittlichen Kosten für das Aufladen eines E-Autos zu Hause lagen bei etwa 8,2 Euro/100 Kilometer – im Vergleich zu 7,8 Euro/100 Kilometer im Durchschnitt im Jahr 2025.
Infolge der Energiekrise geben E-Autofahrer in Deutschland der Auswertung zufolge aktuell durchschnittlich 82 Euro pro Monat für das Aufladen aus, während der durchschnittliche Benzinfahrende 159 Euro pro Monat für das Tanken ausgibt.

Bei Firmenwagen mit hoher Kilometerleistung belaufen sich die Betriebskosten für E-Autos in Deutschland durchschnittlich auf 190 Euro pro Monat, während Benziner 365 Euro kosten – eine Ersparnis von 175 Euro. Laut T&E verdeutlicht das den Mehrwert einer ehrgeizigen EU-Verordnung für saubere Firmenfahrzeuge, die den Mitgliedstaaten Ziele für die Elektrifizierung großer Firmenwagenflotten vorgibt. Der Gesetzentwurf würde zudem dazu beitragen, die Nachfrage nach europäischen E-Autos anzukurbeln, indem Steuervergünstigungen auf E-Firmenwagen beschränkt werden, die in der EU hergestellt wurden. T&E zufolge würde das Gesetz dazu beitragen, Unternehmen und Gebrauchtwagenkäufer vor starken Kraftstoffpreisschwankungen zu schützen.
Dieselfahrzeuge
Fahrer von Dieselfahrzeugen in Deutschland sind der Analyse nach zwölfmal stärker von der Energiekrise betroffen als Fahrer von E-Autos. Anfang April beliefen sich die Kraftstoffkosten für ein Dieselfahrzeug auf 16,8 Euro pro 100 Kilometer, verglichen mit durchschnittlich 11,1 Euro pro 100 Kilometer im Jahr 2025. Infolgedessen gaben Fahrer von E-Autos im Durchschnitt 86 Euro weniger pro Monat für das Aufladen aus als Fahrer von Dieselfahrzeugen für Kraftstoff. Elektro-Firmenwagen kosteten im Durchschnitt 197 Euro weniger pro Monat im Unterhalt als Diesel-Firmenwagen.
„E-Autos schützen vor hohen Spritpreisen. Die Bundesregierung ist auf dem falschen Kurs, wenn sie sich in der größten Ölkrise der letzten 50 Jahre in Brüssel für Verbrenner einsetzt. Sie schadet damit Verbraucherinnen und Verbrauchern und bremst die Planungssicherheit für die Autoindustrie aus“, so Sebastian Bock, Geschäftsführer von T&E Deutschland. „Deutschland darf es nicht zulassen, dass die Flottengrenzwerte weiter aufgeweicht werden. Und statt dem Tankrabatt brauchen wir Lösungen wie Social Leasing und verbindliche Elektrifizierungsziele für große Unternehmensflotten, die den Umstieg auf E-Autos ankurbeln und die heimische Industrie unterstützen.“
E-Autos haben Milliarden für Öl eingespart
In den letzten zehn Jahren haben batteriebetriebene E-Autos laut den Studienautoren in Deutschland 46 Millionen Barrel Öl eingespart, was den Kosten für Rohöl in Höhe von 3,5 Milliarden Euro entspricht. Die EU-Kommission hat jedoch vorgeschlagen, die CO2-Ziele für Pkw in der Union zu schwächen, die der Haupttreiber für den Umstieg auf E-Autos in Europa sind.

Aktuell fordert die Bundesregierung eine noch stärkere Abschwächung der Ziele, als sie die Kommission vorgeschlagen hat. T&E warnt, dass die Bundesregierung damit die Ölimportabhängigkeit verlängern und den Aufbau lokaler Wertschöpfungsketten und Jobs gefährden würde.
Nach aktuellen T&E-Berechnungen würden die Forderungen der Bundesregierung dazu führen, dass Deutschland zwischen 2026 und 2035 zusätzlich Öl im Wert von 7 bis 15 Milliarden Euro importieren müsste, weil weniger E-Autos auf der Straße wären. Zudem würde der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge im Jahr 2035 auf 53 bis 76 Prozent sinken – statt der 85 Prozent, die der aktuelle Vorschlag der Europäischen Kommission vorsieht. Letzterer ist bereits eine Abschwächung der aktuellen Regulierung, die für 2035 noch 100 Prozent vorsieht.

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