Tesla hat auf dem deutschen Markt für gebrauchte Elektroautos laut einer Auswertung von AutoUncle deutlich an Bedeutung verloren. Im ersten Quartal 2023 entfiel demnach mit 28,3 Prozent fast jedes dritte von Händlern verkaufte gebrauchte Stromer auf die Marke. Im ersten Quartal 2026 lag der Anteil nur noch bei 6,8 Prozent. Das entspricht etwa einem von fünfzehn verkauften gebrauchten Elektroautos und dem niedrigsten Quartalswert, den die Suchmaschine für Gebrauchtwagen bislang ermittelt hat.
Damit hat Tesla seine frühere Stellung als dominierende Marke im deutschen Gebraucht-Elektromarkt eingebüßt. Im ersten Quartal 2026 verkauften deutsche Händler mehr als doppelt so viele Elektroautos von VW wie Tesla-Fahrzeuge. Zudem lagen vier Marken vor Tesla. Anfang 2023 war Tesla noch Marktführer mit einem Vorsprung von mehr als 15 Prozentpunkten auf die zweitplatzierte Marke.
Der Wechsel an der Spitze begann im dritten Quartal 2023. Damals erreichte VW auf dem deutschen Gebrauchtmarkt einen Anteil von 19,5 Prozent, während Tesla auf 16,1 Prozent kam. Seitdem vergrößerte sich der Abstand. Im ersten Quartal 2026 hielt VW 14,4 Prozent Marktanteil, während Tesla auf Rang fünf lag. Vor Tesla platzierten sich Audi mit 9,0 Prozent, Mercedes mit 8,4 Prozent und Opel mit 7,3 Prozent. BMW folgte mit 5,9 Prozent.
Die Auswertung zeigt außerdem Unterschiede bei den angebotenen Modellen. Die Volkswagen Group stärkte ihre Position mit mehreren Baureihen, darunter die VW-ID.-Familie sowie Skoda Enyaq, Skoda Elroq und Cupra Born. Bei Tesla entfielen im ersten Quartal 2026 rund 90 Prozent des Volumens auf die Baureihen Model 3 und Model Y.
E-Auto-Gebrauchtmarkt wächst breiter als Tesla
Gleichzeitig stiegen die absoluten Verkaufszahlen von Tesla auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Im ersten Quartal 2026 registrierte AutoUncle 6166 verkaufte gebrauchte Tesla bei deutschen Händlern. Zum Start der Messreihe im ersten Quartal 2021 waren es 1707 Fahrzeuge. Damit wurden 3,6-mal so viele gebrauchte Tesla verkauft wie zu Beginn der Erhebung.
Der Gesamtmarkt entwickelte sich jedoch deutlich dynamischer. Die Zahl der verkauften gebrauchten Elektroautos stieg im gleichen Quartalsvergleich von 12.463 auf 91.349 Fahrzeuge. Das entspricht einem Wachstum um den Faktor 7,3. Während Tesla mehr Fahrzeuge verkaufte als früher, wuchs der Gesamtmarkt deutlich schneller.
Die Entwicklung fällt mit mehreren Marktbewegungen zusammen. Tesla senkte seit 2023 mehrfach die Preise für Neuwagen. Gleichzeitig kamen größere Mengen von Leasingrückläufern der Modelle VW ID., Skoda Enyaq und Opel Corsa-e auf den Gebrauchtmarkt. Nach Angaben des deutschen Kraftfahrt-Bundesamts stieg der Anteil rein elektrischer Pkw an den Halterwechseln zwischen April 2025 und April 2026 von 3,0 auf 7,7 Prozent.
Die Auswertung von AutoUncle basiert auf Händlerinseraten für gebrauchte batterieelektrische Pkw in Deutschland zwischen dem ersten Quartal 2021 und dem ersten Quartal 2026. Berücksichtigt wurden Fahrzeuge mit einem Alter von maximal zehn Jahren. Neuwagen, Leasingfahrzeuge und Privatverkäufe wurden nicht einbezogen. Die Marktanteile wurden quartalsweise berechnet und jeweils mit demselben Quartal anderer Jahre verglichen.
„Tesla war drei Jahre lang die unangefochtene Marke, auf die sich deutsche Händler verlassen konnten, als der Gebrauchtwagenmarkt für Elektroautos in Fahrt kam. In drei Jahren ist der Anteil von fast drei von zehn auf rund eines von fünfzehn verkauften gebrauchten Elektroautos gefallen“, erklärt AutoUncle-CEO Jonas Bylov. „Das ist die bislang deutlichste Illustration davon, dass der Gebrauchtmarkt für Elektroautos sich von einem Tesla-Markt zu einem markenbreiten Markt entwickelt hat. Tesla verkauft nicht weniger, der Rest der Branche ist an ihnen vorbeigezogen.“

Futureman meint
Interessant dazu wären die Verhältnisse von Gebrauchtwagenpreisen. Wenn einige massive Preisnachlässe hatten (damit sie überhaupt vom Hof zu bekommen sind), ist es klar, dass sie mehr absetzen. Dazu haben VW und Co massive Wartezeiten und in Zeiten von hohen Spritpreisen wollen viele nicht monatelang warten und greifen zwangsläufig auf gebrauchte Modelle zurück.
Bei Tesla sind die Gebrauchtwagenpreise dagegen meist sehr lange stabil, trotz ständiger Preissenkungen bei den Neufahrzeugen. Bedeutet entweder, weil auch Gebrauchte dank ständiger OTA-Updates fast wie Neuwagen sind oder dass einfach zu wenige verfügbar sind, weil Besitzer sie einfach nicht hergeben wollen.
David meint
Das folgt halt mit der üblichen Verzögerung den Marktanteilen im Neuwagengeschäft. Tesla ist selbst unter den rein elektrischen im Marktanteil einstellig. Da muss man halt die Realitäten sehen, Tesla ist nur noch eine Randerscheinung. Häufigstes Elektroauto in Deutschland ist der ID.3. Vielleicht greifen dafür jetzt Spekulanten zum Tesla? Denn es formieren sich ja die erste Klagewellen auch in Europa wegen HW3. Vielleicht greifen Spekulanten aber auch jetzt nicht zu, weil die Preise fallen könnten, nachdem schon wieder ein Wagen im FSD in ein Haus gekachelt ist und die Bewohnerin auf dem Gewissen hat?
Calimator meint
Man muss auch berücksichtigen, dass ein Tesla oft privat gekauft wird und dann auch länger beim Erstbesitzer bleibt, während die Premiumhersteller vor allem Auto absetzen die fast ausschließlich von Firmen geleast werden und dann schon nach ca. 3 Jahren als Rückläufer auf dem Gebrauchtwagenmarkt landen.
RainerLEV meint
Wo bleibt denn eigentlich der fliegende Tesla Roaster-Roadster? War da nicht was für Ende April versprochen?
M. meint
Wurde das Jahr genannt?
BrainBug0815 meint
Man kann ja viel schlechtes sagen, aber wieso soll das jetzt eine Schlagzeile sein?
Ich meine, klar: wenn es keine oder wenig Konkurrenz gibt, ist man natürlich auch am Gebrauchtmarkt stark. Weil was sollst du denn sonst kaufen?
Lange Zeit gab es entweder Kleinwagen mit kleinem Akku oder Tesla.
Mittlerweile gibt es eben schon viele andere BEVs am Markt und alle kommen natürlich auf den Gebrauchtmarkt und finden ihre Abnehmer.
Der Gesamtmarkt ist gewachsen, aber eben auch die Anzahl der Anbieter und deren Modelle.
Somit ist der Anteil von Tesla logischerweise geschrumpft.
Und genauso passiert es am Gebrauchtmarkt.
Kann denn jemand ernsthaft erwarten, dass eine Marke die Zahlen halten kann, wenn es irgendwann mal Alternativen gibt?
Ganz egal ob die jetzt besser oder schlechter sind, oder ob man andere Gründe hat eine Marke zu wollen bzw zu meiden. Ist ja sowieso subjektiv.
Klar gibt es auch diverse gute Gründe, warum so mancher der Marke den Rücken gekehrt hat.
Aber hier macht man es sich schon „etwas“ zu einfach.
hu.ms meint
Ist doch nur eine logische folge:
Wenn weniger teslas zugelassen werden, sind nach leasing-ablauf auch weniger im gebrauchtmarkt.