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Polestar-Chef fordert Festhalten am „Verbrenner-Aus“ ab 2035

29.06.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | Kommentieren

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Bild: Polestar

Polestar-CEO Michael Lohscheller hat sich auf dem Automotive News Europe Congress in Brüssel gegen eine Rückkehr zu Verbrennungsmotoren ausgesprochen. Er forderte von der europäischen Politik, das geplante Verbot von Neuwagen mit Auspuffemissionen ab 2035 nicht rückgängig zu machen. Die notwendige Infrastruktur sowie die Reichweite moderner Elektroautos seien bereits vorhanden.

Lohscheller betonte die Bedeutung von Beständigkeit für die Automobilindustrie. Er erklärte: „Wir haben Autos mit sehr guter Reichweite und die Ladeinfrastruktur ist vorhanden, sodass die Bedingungen für politische Kontinuität gegeben sind.“ Europa solle den Übergang zur Elektromobilität anführen, um der Industrie zu nützen und Arbeitsplätze zu sichern.

Die Europäische Kommission hat ihre Pläne angepasst, wonach ab 2035 alle neu verkauften Autos kein CO2 mehr emittieren sollen. Statt eines vollständigen Verbots von Verbrennungsmotoren sieht die Revision eine Reduzierung der Abgasemissionen um 90 Prozent vor. Dies würde den Verbleib von Hybridmodellen und Fahrzeugen mit klassischem Verbrennerantrieb auf dem Markt nach 2035 ermöglichen.

Polestar bleibt vollelektrisch

Polestar, ein aus Volvo hervorgegangenes Unternehmen unter Mehrheitsbesitz der chinesischen Geely Holding, wird laut dem deutschen CEO weiterhin ausschließlich auf Elektroantrieb setzen. „Wir haben nicht vor, Plug-in-Hybride oder Elektrofahrzeuge mit verlängerter Reichweite auf den Markt zu bringen, da wir uns als reine Elektroauto-Marke fest etabliert haben, denn Fokus und Klarheit sind entscheidend“, so Lohscheller.

Das in Schweden ansässige Unternehmen produziert seine Fahrzeuge in China sowie in Südkorea über ein Joint Venture von Geely und Renault. Innerhalb der Geely-Gruppe wird sich Polestar laut seinem Chef neben Volvo und Zeekr auf Design und Leistung konzentrieren. Dabei sieht er die schwedische Markenpositionierung als Vorteil. Das Geschäftsmodell von Polestar beschreibt Lohscheller als „asset light“, es gibt weder eigene Produktionsstätten noch Verkaufsstellen. Stattdessen nutzt die Marke die Fabriken und Händler von Volvo.

Die EU-Zölle auf in China gefertigte Elektroautos seit Ende 2024 stellen eine Herausforderung für Polestar dar, da viele Modelle in der Volksrepublik produziert werden. Um Lieferketten zu vereinfachen, plant die Marke die lokale Produktion des kommenden Kompakt-SUV Polestar 7 in Europa. Die Fertigung soll ab 2028 im neuen Volvo-Werk in der Slowakei erfolgen. Lohscheller sagt, der weltweite Schiffsverkehr sei kein nachhaltiges Modell. Zölle hätten die Bemühungen zur Vereinfachung der Lieferketten beschleunigt.

Europa generiert derzeit 78 Prozent des Absatzes von Polestar. Der Vertrieb erfolgt über Volvo-Händler, die auch den Kundendienst übernehmen. Dieses Modell schütze die Margen der Händler angesichts des zunehmenden Preiswettbewerbs in Europa, so Lohscheller. In den USA bleibt der Markt für Elektroautos seiner Einschätzung nach trotz politischer Unsicherheit bedeutend.

Die steigenden Benzinpreise haben das Interesse der Verbraucher an Elektroautos befeuert und damit die Nachfrage und die Preise für gebrauchte Stromer in die Höhe getrieben. Dieser Trend könnte sich laut Lohscheller auch auf den Neuwagenmarkt auswirken.

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Tags: EU, Verbrenner-VerbotUnternehmen: Polestar
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

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