Thomas Stierle leitet den Geschäftsbereich E-Mobilität bei der Schaeffler AG. Das in Herzogenaurach ansässige Unternehmen verfolgt eine technologieoffene Strategie, die verschiedene Antriebsalternativen umfasst. Darüber sprach der Manager mit dem Portal Edison.
Im Bereich der Elektromobilität setzt der Zulieferer auf ein breites Portfolio, um den unterschiedlichen Anforderungen der Kunden gerecht zu werden. Dabei nutzt Schaeffler seine Expertise in den Bereichen Mechanik, Elektronik und Software zur Entwicklung skalierbarer Systemlösungen. Die angebotenen Lösungen für batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) sind laut Stierle auf Effizienz und Kompaktheit ausgelegt. System- und Funktionsintegration sieht der Vorstand dabei als Schlüssel zum Erfolg.
Hinsichtlich der Batterietechnologien erwartet das Unternehmen, dass verschiedene Technologien parallel existieren werden, ohne dass eine die andere vollständig ersetzt. Daher favorisiert Schaeffler keine spezifische Batterieart, sondern stellt Technologie zur Verfügung, die das komplette Spektrum abdeckt.
Wasserstoff wird von Schaeffler als ergänzende Technologie zur batterieelektrischen Mobilität betrachtet und als wichtiger, „ergänzender“ Baustein der Energiewende eingeschätzt. Das Unternehmen befasst sich mit der gesamten Wertschöpfungskette, beginnend bei der Erzeugung von grünem Wasserstoff durch Elektrolyse bis hin zur Nutzung in Brennstoffzellen. Ziel ist es, Komponenten und Systeme für Elektrolyseure und Brennstoffzellen zu entwickeln, um deren Effizienz und industrielle Skalierbarkeit zu steigern.
Der Fokus bei Wasserstoffanwendungen liegt auf Bereichen, in denen batterieelektrische Lösungen an ihre Grenzen stoßen, wie etwa im schweren Nutzfahrzeugverkehr oder bei Langstreckenfahrten. Neben der Entwicklung von Komponenten und Subsystemen für Brennstoffzellenantriebe arbeitet das Unternehmen auch an Lösungen für wasserstoffbetriebene Verbrennungsmotoren.
„Es wird nicht die eine Technologie geben, die alle Anforderungen abdeckt. Wasserstoff wird dort eine wichtige Rolle spielen, wo Energiedichte und Reichweite entscheidend sind“, so Stierle. „Wir verfolgen eine technologieoffene Produktstrategie für alle Antriebsalternativen. Das hilft uns dabei, auf heterogene Marktentwicklungen schnell und zielgerichtet zu reagieren.“

M. meint
Tja, dann hoffen wir mal, dass Schaeffler trotzdem fachlich tief genug in die E-Mobilität kommt, um dort erstklassige Lösungen anbieten zu können.
Wenn man zu viel Energie und Ressourcen in Wasserstoff steckt, wird man dort vielleicht irgendwann die Nische abdecken können, aber im breiten Feld der E-Mobilität den Anschluss verlieren. Der Wettbewerb schläft ja nicht – falls das noch nicht aufgefallen sein sollte.
SB meint
Der EMP3-Antrieb und EMP4-Antrieb findet sich bei einigen namhaften Herstellern wie Stellantis oder Hyundai/Kia (vermutet: Kia EV3-5).
M. meint
Hast du da mal einen Link? Ich finde gerade nichts zu Schaeffler, wenn ich nach EMP3 suche. Stellantis findet man damit schon.
Davon abgesehen: ob das marktführend ist? Ob Schaeffler der Lieferant bleibt, wenn andere Lieferanten etwas besseres anbieten können?
Da würde ich nicht so viel Geld drauf wetten.
SB meint
Schaeffler hat 2024 Vitesco übernommen. Unter dem alten Namen findet man mehr.
M. meint
Ah. So wird ein Schuh daraus:
Das Ding heißt EMR3 (nicht EMP). Wurde seit 2019 gebaut und inzwischen (2024) durch den EMR4 ersetzt. Deutlich leichter (25%), effizienter (5%), und breiteres Leistungsspektrum. Für den Moment ok – vermutlich.
Aber die Konkurrenz schläft nicht. Und ein Produkt einer Tochterfirma wird Schaeffler nicht alleine über Wasser halten, wenn der Rest nicht läuft.
elektromat meint
und wieder die alte Leier mit Techologieoffenheit und Wasserstoff… manche wollen Realitäten einfach nicht sehen.
eBikerin meint
Dann erkläre mal die Realität an zB den typischen australischen Roadtrain, Wie genau willst du den mit Batterien ausstatten? Und das es Bereiche gibt wo H2 kommen wird ist unstrittig – nur halt eben nicht im (europäischen) PKW. Vermutlich auch nicht im normalen europäischen LKW. Aber H2 komplett zu ignorieren wäre fatal. Dann würden Leute wie du in einigen Jahren wieder mosern dass Europa mal wieder komplett den Anschluss verloren hat.
M. meint
Australischer Roadtrain ist doch DIE Definition von Nische.
Und mit H2 wird das auch nichts, solange niemand im Outback H2 produzieren will. Der dann reines Wasser braucht. In. Der. Wüste. Und PV. Und Akku. Und, und…
Dass jemand das 2000 km durch die Wüste zu einer Tankstelle im Nirgendwo karrt – glaubst du das?
Lass die mal noch 5 Jahre dieseln. Dann gibt es 1000 km Reichweite für Trucks, und Solar+Akku ist im Outback ja fast schon Symbiose. Strom aus PV machen die eh schon. Warum damit H2 machen, statt einfach laden?
Wie gesagt – nicht heute. Aber bald.
https://www.topagrar.com/energie/news/australien-beschliesst-bau-des-grossten-solarparks-der-welt-20006343.html
eBikerin meint
2000 km durch die Wüste fahren die Roadtrains aber aktuell – mit riesigen Dieseltanks – weil Tankstellen gibts da nämlich auch nicht.
Und wo niemand wohnt wird auch keine PV + Batterien Ladestation entstehen. Und ja natürlich ist das eine Nische – aber diese gibt es und wird esnoch sehr lange geben.
Hans Wurst meint
Ihr meint „technogieoffen“