Bei besonders sommerlichen Temperaturen von mehr als 30 °C steigt der Stromverbrauch eines Elektroautos durch die Klimaanlage stark. Ein Ausfall der Batterie bei 40 °C ist jedoch nicht zu befürchten, versichert der Energiekonzern EnBW nach einer Auswertung. Die Stromspeicher funktionierten am besten zwischen 20 und 25 °C, während die Elektronik ab 45 bis 50 °C spürbar beeinflusst werde.
Eine mögliche Folge hoher Temperaturen ist eine niedrigere Ladeleistung an der Ladestation. Wie stark sich die Hitze auf die Akkus auswirkt, hängt vom jeweiligen Fahrzeugmodell ab. Das Batteriemanagementsystem steuert den Ladevorgang und überwacht die Akkutemperatur, um eine Überhitzung zu vermeiden.
Die Klimaanlage belastet den Ladestand und verringert damit die verfügbare Reichweite. Ohne Kühlung kann sich der Innenraum eines in der Sonne stehenden Autos innerhalb einer Stunde auf rund 60 °C aufheizen. Auf die Klimaanlage sollte deshalb nicht verzichtet werden. Denn der Stromverbrauch wird nicht allein von der Außen- und Innentemperatur bestimmt. Weitere Faktoren sind Rekuperation (wirkt sich positiv aus), Fahrweise, Geschwindigkeit und Gelände. Auch die Effizienz der Klimaanlage spielt eine Rolle, da der Kältemittelkompressor zusätzlichen Strom benötigt.
Viele moderne E-Autos nutzen eine Wärmepumpe, die im Sommer kühlt und im Winter Wärme liefert. Diese Systeme verbrauchen weniger Strom als konventionelle Klimaanlagen. Zudem kann das Elektroauto bereits während des Ladens vorgekühlt werden, sodass es bei Reisebeginn vollgeladen und temperiert ist.
Verbrauchswerte bei 25 und über 30 Grad
Bei 25 °C Außentemperatur und einer gewünschten Innenraumtemperatur von 20 °C liegt der zusätzliche Verbrauch der Klimaanlage laut der Auswertung bei etwa 0,5 bis 1 kWh pro 100 Kilometer. Bei Außentemperaturen von mindestens 30 °C steigt er auf rund 1 bis 2 kWh pro 100 Kilometer. Der wichtigste Punkt für den Mehrverbrauch ist also die Temperaturdifferenz, die die Klimaanlage überbrücken muss.
Beim Tesla Model 3 sinkt die Reichweite bei einem Zusatzverbrauch von 0,5 kWh pro 100 Kilometer um 3,6 Kilometer, berichtet die EnBW. Bei mehr als 30 °C und einem Zusatzverbrauch von 2 kWh beträgt der Verlust im ungünstigsten Fall 13,2 Kilometer je 100 Kilometer. Beim Hyundai Ioniq 5 mit einem offiziellen Verbrauch von 16 kWh auf 100 Kilometer liegen die entsprechenden Einbußen bei rund 3 beziehungsweise 11,1 Kilometern.
Der TÜV schätzt den Reichweitenverlust bei hohen Temperaturen auf 10 bis 15 Prozent, hat jedoch bislang keine eigenen Messungen durchgeführt. Neben dem konkreten Kühlungskonzept sind laut den Experten weitere Faktoren zu berücksichtigen, die sich alle auf die Effizienz der Klimaanlage auswirken: das Alter, die Intensität der Benutzung und die Verschmutzung der Filter oder wie regelmäßig die Wartung durchgeführt wurde. Zudem nimmt der Wirkungsgrad im Laufe der Zeit automatisch ab – je älter das E-Auto, desto höher der Verbrauch der Klimaanlage.
Auch bei Benzin- und Dieselfahrzeugen erhöht eine Klimaanlage den Energieverbrauch. Im Durchschnitt beträgt der Mehrverbrauch der EnBW zufolge rund 10 bis 15 Prozent, im Stadtverkehr etwa 20 Prozent. Außerorts liegt er bei rund 6 Prozent, während er im Leerlauf um etwa 70 Prozent beziehungsweise 0,4 Liter pro Stunde steigt.

Elvenpath meint
Bei Temperaturen zwischen 35 und 40 Grad ist der Verbrauch bei meinem e-C4 massiv angestiegen. Von ca. 13 kWh auf ca. 18 kWh pro 100 km. Ich vermute mal, da muss der Akku gekühlt werden.
Fischmeister meint
Das ist zwar richtig so, aber so berechnet es niemand. Schon gar nicht dein Auto. Es nimmt die aktuellen Leistungsbedarf in Relation zu deiner Durchschnitsgeschwindigkeit in der die Zeit ja mit drin ist. Denn dein Auto weiß nicht wie lange du fährst um ans Ziel zu kommen. Das Ergebnis ist am Ende aber das gleiche.
Paule meint
Das ist vielleicht bei der alten VW Software so, moderne Autos interpolieren das fast aufs Prozent genau. Mit Temperatur, Geländeprofil, Wind aus welcher Richtung und wie stark, welche Reifen sind drauf usw.
Peter meint
Der Verbrauch der Klimaanlage (und auch der Heizung) richtet sich nach der Zeit, die sie läuft und damit auch der Zeit, die man für die besagten 100km benötigt und ist damit auch von der Geschwindigkeit abhängig.
Also ist der „Verbrauch“ für die Klimatisierung (Heizen und Kühlen) bei 130km/h geringer, als bei 30km/h, weil man für 100km Fahrtstrecke entweder 45 Minuten (130km/h) klimatisieren muss, oder eben 3 Stunden (30km/h).