Ferrari soll das diesjährige Verkaufsziel für sein erstes Elektroauto, den viertürigen Crossover Luce, bereits zwei Monate nach der Markteinführung erreicht haben. Vor allem das Außendesign stößt zwar bei vielen auf Ablehnung, der italienische Luxusautobauer verzeichnet aber laut der Financial Times vor allem eine starke Nachfrage aus China. Ferrari habe eine Stellungnahme hierzu abgelehnt.
Der 5026 Millimeter lange, 1999 Millimeter breite und 1544 Millimeter hohe Luce erweitert die Ferrari-Palette um ein neues Segment und soll Leistung, Fahrgefühl und Alltagstauglichkeit verbinden. Technisch basiert er auf einer eigens entwickelten Plattform. Vier Elektromotoren, je einer pro Rad, arbeiten mit aktiver Federung und Allradlenkung zusammen. Ferrari nennt eine maximale Systemleistung von 772 kW (1050 PS), 2,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 310 km/h.
Die Batterie hat eine Bruttokapazität von 122 kWh und arbeitet mit 800 Volt. Die noch vom Hersteller geschätzte Reichweite liegt bei mehr als 530 Kilometern. Das Kühlsystem für das Akkupaket ist den Angaben nach Teil einer integrierten Software, die die Reichweite durch eine Balance zwischen Energieverbrauch und intelligenter Vorwärmung, Schnelllademanagement sowie Funktionen zur Vorwärmung von Batterie und Fahrgastraum optimiert. Gleichstrom-Schnellladen (DC) ist mit bis zu 350 kW möglich, innerhalb von 20 Minuten sollen sich 70 kWh nachfüllen lassen.
Das neue Modell wurde vom ehemaligen Apple-Designer Jony Ive entworfen und kostet ab 550.000 Euro. Zwar hat Ferrari das genaue Verkaufsziel nicht öffentlich kommuniziert, doch Quellen der Financial Times zufolge lag die angestrebte Menge für dieses Jahr bei knapp unter 500 Einheiten. Das wurde laut Berichten der Wirtschaftszeitung bereits Anfang Juli erreicht. Vorgestellt wurde das Modell erst Ende Mai.
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Die Einführung des ersten Ferrari-Elektroautos löste in den sozialen Medien viel Kritik aus. Während das minimalistisch-retrofuturistische Interieur des Luce mit seiner hochwertigen Materialauswahl und den taktilen Bedienelementen durchaus auf Lob stieß, bemängeln viele das unkonventionelle äußere Styling. Ferrari verteidigte die Entwicklung des E-Autos als eine Möglichkeit, neue Technologien zu präsentieren und eine neue Generation wohlhabender Käufer anzusprechen. Diese Zielgruppe befindet sich vor allem in China sowie in Technologiezentren wie dem Silicon Valley und ist bereits an E-Autos gewöhnt.
Berichte, dass man Stammkunden und Sammler zum Kauf des Luce drängt, hat Ferrari dementiert. Kunden müssten keinen Luce erwerben, um Zugang zu künftigen limitierten Modellen zu erhalten. Der Verkauf des E-Autos werde nicht erzwungen, Ferrari nutze einen komplexen Algorithmus zur Priorisierung von Kunden für den Zugang zu Spitzenmodellen.
Ferrari hat kürzlich eingeräumt, dass die negativen Reaktionen auf den Luce das erwartete Ausmaß übertroffen haben. Man sei sich zwar bewusst gewesen, dass der erste elektrische Wagen heftige Diskussionen unter Fans auslösen würde, die Intensität der Kritik an dem teuren Fünfsitzer-Crossover überraschte dennoch. Emanuele Carando, der globale Marketingdirektor, wertet die Kritik am Design jedoch als kostenlose Werbung.
Langfristig planen die Italiener nach Informationen der Financial Times, bis zum Jahr 2030 etwa 2500 Exemplare des Luce zu verkaufen. Das entspricht einer jährlichen Menge von 600 Elektroautos und würde rund vier Prozent des gesamten jährlichen Absatzes der Marke ausmachen.

Paule meint
Eigentlich ist nur die Farbe das Problem. In Rot oder Schwarz gehts eigentlich.