Ferrari hat den CZ26 vorgestellt, ein Einzelstück aus dem Special-Projects-Programm des Supersportwagenbauers. Die für einen Kunden aus den USA entwickelte Berlinetta basiert technisch auf dem SF90 Stradale und wurde vom Ferrari Design Studio gestaltet. Nach Angaben der Italiener nahm die Entwicklung gemeinsam mit dem Auftraggeber rund zwei Jahre in Anspruch. Gestalterisch fallen dabei Parallelen zum vollelektrischen Luce auf, insbesondere an der stark horizontal gegliederten Front und der schmalen Lichtgrafik.
Als technische Grundlage dient der SF90 Stradale mit Plug-in-Hybridantrieb. Ferrari kombiniert dabei einen 4,0-Liter-V8-Biturbo mit drei Elektromotoren. Für den SF90 nennt der Hersteller eine Systemleistung von 999 PS beziehungsweise rund 735 kW. Zwei Elektromaschinen sitzen an der Vorderachse, eine weitere ist in den hinteren Antriebsstrang integriert. Beim 4762 Millimeter langen CZ26 bleibt diese Antriebskonfiguration erhalten, eine höhere Systemleistung nennt Ferrari für das Einzelstück nicht. Von 0 auf 100 km/h geht es in 2,5 Sekunden, Schluss ist bei Tempo 328.
Deutlich umfangreicher sind die Änderungen an Karosserie und Aerodynamik. Ferrari beschreibt eine stark horizontal ausgerichtete Silhouette, deren Gestaltung Bezüge zum italienischen Industriedesign der 1970er-Jahre aufnimmt. Die Frontpartie, seitliche Kühllufteinlässe und der Heckbereich wurden neu gestaltet. Für das Kühlsystem änderte man unter anderem die Anordnung des zentralen Kühlerpakets und ergänzte separate Bypass-Kanäle. Nach Herstellerangaben verbessern diese Maßnahmen die Kühlung und erhöhen den Abtrieb an der Vorderachse. Auch Unterboden und Wirbelgeneratoren wurden für den CZ26 neu entwickelt.
Die Karosserie trägt die eigens verwendete Lackierung Argento Veloce mit roten Akzenten in Rosso Lampante und entsprechend eingefärbten Carbon-Komponenten. Im Innenraum setzt Ferrari unter anderem schwarzes technisches Gewebe, Carbonteile und additiv gefertigte Sitzeinsätze ein. Die Änderungen betreffen damit nicht nur sichtbare Verkleidungsteile, sondern auch Komponenten der Luftführung und des aerodynamischen Gesamtkonzepts.
Für den regulären Fahrzeugmarkt hat der CZ26 keine direkte Stückzahl- oder Preiswirkung, da Ferrari das Fahrzeug als sogenannten One-off für einen einzelnen Auftraggeber entwickelt hat und keinen Verkaufspreis veröffentlicht. Das Special-Projects-Programm dient nach Unternehmensangaben der Entwicklung individuell gestalteter Einzelstücke auf Basis bestehender Ferrari-Modelle. Damit unterscheidet sich der CZ26 sowohl von regulären Serienmodellen als auch von limitierten Baureihen, die für mehrere Kunden produziert werden.
Die optischen Überschneidungen des CZ26 mit dem ersten Elektroauto der Marke sind auch deshalb relevant, weil Ferrari dessen Gestaltung ausdrücklich als „new design language“ bezeichnet – also als neue Designsprache. Der Luce entstand im Ferrari Design Centre gemeinsam mit LoveFrom, dem Designkollektiv von Jony Ive und Marc Newson, und kombiniert laut Hersteller bekannte Ferrari-Merkmale mit neuen Formen und Proportionen. Dass nun auch der exklusiv vom Ferrari Design Studio entworfene Plug-in-Hybrid CZ26 ähnliche horizontale und grafisch reduzierte Elemente aufgreift, könnte einen Ausblick auf zukünftige Serienmodelle der Italiener geben.













eBikerin meint
So sieht ein Ferrari aus!