Hochdynamische Röntgentechnologie soll sichtbar machen, was in Sekundenbruchteilen im Inneren großformatiger Batteriezellen bei Belastungen passiert. Damit wollen deutsche Forscher die Entwicklung sichererer Zellgenerationen für die europäische Automobilindustrie beschleunigen.
Was geschieht im Inneren einer Batteriezelle, wenn sie versagt? Bislang waren Akkuhersteller und Fahrzeugintegratoren auf Simulationen, zerstörende Prüfverfahren und indirekte Messungen angewiesen. Das Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik, Ernst-Mach-Institut (EMI) hat eine Hochgeschwindigkeits-Röntgenanlage entwickelt, die dynamische Prozesse in großformatigen prismatischen Zellen erstmals in Echtzeit sichtbar macht. Gemeinsam mit dem deutschen Zellhersteller PowerCo, einer Tochtergesellschaft des Volkswagen-Konzerns, wird diese Technologie nun in die industrielle Anwendung überführt.
Die Anlage kombiniert den Angaben zufolge Hochleistungs-Röntgentechnik mit einer speziell entwickelten Batterietestkammer sowie Sensorik zur simultanen Erfassung von Temperatur, Druck, Spannung und Gasstrom. Mit bis zu 1000 Bildern pro Sekunde werden Vorgänge wie Gasbildung, Materialverschiebungen und Rissbildung im Zellinneren in höchster Auflösung erfasst, erklären die Wissenschaftler. Diese Prozesse seien bisher vollständig im Verborgenen abgelaufen.
„Mit unserem In-situ-Verfahren können wir nachvollziehen, was in Sekundenbruchteilen in einer Zelle passiert – in Echtzeit, mit höchster Auflösung. Das verändert unser grundlegendes Verständnis von Batteriekonstruktion und -sicherheit“, so Sebastian Schopferer, Leiter Batteriesicherheit am Fraunhofer EMI. Eine zentrale ingenieurtechnische Leistung sei dabei die Entwicklung einer Schutzkammer gewesen, die empfindliche Röntgenkomponenten zuverlässig vor den extremen Bedingungen beim thermischen Durchgehen von Lithium-Ionen-Zellen abschirmt.
Das Fraunhofer EMI hat bereits für mehrere deutsche Autohersteller, unter anderem für VW und Audi, den Materialauswurf beim thermischen Durchgehen sowie das Propagationsverhalten in Mehrzellenaufbauten charakterisiert. Die gewonnenen Daten machen es laut den Forschern möglich, Zelldesigns auf Basis tatsächlich beobachteter Prozesse zu bewerten und bestehende Simulationsmodelle gezielt zu verfeinern. Das sei ein direkter Mehrwert für Produktentwicklung und Zulassungsprozesse.
Transfer in die Industrie bis 2028
Im nächsten Schritt überführen das Fraunhofer EMI und PowerCo die Technologie in den industriellen Einsatz. „Das Institut bringt seine Expertise in Materialforschung, Batterie-Missbrauchsprüfung und Hochgeschwindigkeitsbildgebung ein. PowerCo stellt die Anforderungen der Serienfertigung sowie den Zugang zu realen Zelltypen bereit“, heißt es.
Erste Ergebnisse aus der Zusammenarbeit fließen laut dem Fraunhofer EMI bereits heute in die Entwicklung optimierter Serienzellen der PowerCo ein und beschleunigen den Weg von der Forschung in die industrielle Anwendung. Die Anlage soll im Jahr 2028 am PowerCo-Standort in Salzgitter installiert werden. Das modular konzipierte System ist auf verschiedene Zellformate und neue Zellchemien skalierbar und damit auch auf die Entwicklung kommender Batteriegenerationen ausgerichtet.
„Mit dem In-Situ Hochgeschwindigkeitsröntgen heben wir die Batterieforschung auf ein neues Niveau“, sagt HW Vassen, CTO bei PowerCo. „Erstmals können wir die dynamischen Prozesse im Inneren von Zellen in Echtzeit und Zeitlupe sichtbar machen. Diese nie dagewesene Einblickstiefe ermöglicht es uns, Sicherheit und Design von Batteriezellen gezielt zu optimieren und Innovationen deutlich schneller in die industrielle Anwendung zu überführen. Gemeinsam mit dem Fraunhofer EMI treiben wir so Hochtechnologie ‚made in Europe‘ voran und stärken Europas Rolle in der Batterieindustrie.“

Die Wahrheit meint
Den Blick sollten sie auch mal in VW Elektromotoren werfen. Chip deckt auf. Zu lesen im Artikel vom 18.08.26:
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* VW verspricht E-Motoren fürs Autoleben. *
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Blöd nur, wenn das Autoleben bei 180.000 km offenbar schon Richtung Intensivstation rollt.
Eine Spezialwerkstatt zerlegt mehrere VW-E-Antriebe: kaum noch Öl, verkokte Rückstände, Lagerschäden.
Und jetzt kommt der eigentliche Witz:
Der Elektromotor ist gar nicht das Problem.
Wenige bewegliche Teile.
Wenig Verschleiß.
Eigentlich perfekte Voraussetzungen für absurd lange Haltbarkeit.
Dann betritt klassische Konzernlogik den Raum:
Kein sinnvoller Ölstandssensor.
Kein klares Wartungsintervall.
Bestimmte Lager nicht einzeln bestellbar.
Kleiner Defekt? Im Zweifel gleich die komplette Antriebseinheit tauschen.
Elektromobilität sollte Wartung vereinfachen.
VW schafft es offenbar, selbst daraus wieder ein Ersatzteil-Abo mit vierstelliger Rechnung zu bauen.
Willkommen bei deutscher Ingenieurskunst 2026:
Die Technik könnte ewig halten.
Das Geschäftsmodell hat andere Pläne.
M. meint
Chip meint:
Update vom 13.5.2026: Eine Stellungnahme von Volkswagen und weitere Recherchen von CHIP werfen ein neues Licht auf die Verschleiß-Problematik bei Elektroautos aus dem VW-Konzern.
Die Behauptung der EV Clinic, die betroffenen APP310-Motoren haben keine Ablass-Schraube für das Öl, ist falsch. Diese Schraube ist zum Beispiel im Teardown-Video des US-Experten Sandy Munro deutlich zu erkennen. Sie sitzt an der tiefsten Stelle des Getriebegehäuses und ist damit geeignet, das komplette Öl abzulassen.
VW kann den gezeigten Fall nicht beurteilen, weil man das Auto nicht kenne. Nach Aussage eines Unternehmenssprechers gebe es keine Auffälligkeiten bei Fahrzeugen mit dem APP310 mit hohen Laufleistungen. Die Motoren seien im Gegenteil ausgesprochen robust.
Bei Inspektionen ist zwar kein Ölwechsel vorgesehen, ein Ölverlust wie in dem beschriebenen Fall würde bei den planmäßigen Wartungen aber bemerkt: Es gebe eine Sichtprüfung des Motors, bei Undichtigkeiten sei Öl außen am Motor zu sehen.
Für die denkbaren Undichtigkeiten am APP310-Antrieb gebe es Reparaturpläne.
Die Öl-Einfüllschraube sei zu Wartungszwecken gut zugänglich, Ölstand und -qualität können leicht überprüft werden.
Für einen Ölwechsel muss der Motor nicht ausgebaut werden.
https://www.chip.de/news/auto-fahrrad/fachleute-finden-heraus-bestimmte-vw-e-autos-haben-ein-natuerliches-ablaufdatum_6666f6f2-84fc-4c4b-8a9c-deff4f3a90c9.html
Das war schon zu viel Wahrheit für unseren chronischen Lügner – kennt man inzwischen aber.
M. meint
Nicht nur, dass es NICHTS mit dem Artikelthema zu tun hat – es stimmt nicht mal.
Link gibt es in einem anderen Artikel, an gleicher Stelle unter diesem Spam.
Es wird immer schwerer, die Tesla-Ultras von FakeNews-Bots auf X zu unterscheiden.
LMdeB meint
Das klingt hochinteressant und sehr sinnvoll!