VW bereitet die Serienversion des 2025 vorgestellten Elektro-Kleinstwagens ID. Every1 (Artikelbild) vor. Als Modellname wurde inzwischen laut dem Portal motor.es „ID. Up“ bestätigt. Volkswagen selbst spricht mit Blick auf das kommende Modell bislang weiter nur von der Serienversion des ID. Every1.
Gesichert ist die technische Rolle des kleinen Elektroautos. Es soll als erstes Konzernmodell eine Ausführung der neuen Software-Defined-Vehicle-Architektur (SDV) aus dem Gemeinschaftsunternehmen Rivian and Volkswagen Group Technologies, kurz RV Tech, erhalten. Das Joint Venture mit dem US-Elektroauto-Startup entwickelt eine zonale Elektronikarchitektur und die zugehörige Software. Damit sollen Fahrzeugfunktionen stärker über zentrale Rechner gesteuert und nach dem Kauf einfacher per Over-the-Air-Updates aktualisiert oder erweitert werden können.
Die Entwicklung hat inzwischen die Erprobungsphase erreicht. Volkswagen teilte im März mit, dass RV Tech mehrmonatige Wintertests mit Referenzfahrzeugen von VW, Audi und der wiederbelebten US-Geländewagen-Marke Scout abgeschlossen habe. Ansonsten setzt VW bei dem neuen Strom-Kleinstwagen auf seinen bewährten modularen E-Antriebsbaukasten mit Frontantrieb.
Die im letzten Jahr gezeigte Studie ist 3,88 Meter lang und verfügt über einen 70 kW/95 PS starken Elektromotor. VW nannte für das Konzept mindestens 250 Kilometer Reichweite und eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h. Diese Werte beziehen sich ausdrücklich auf die Studie. Vollständige technische Daten der Serienversion hat der Hersteller bislang nicht veröffentlicht. Es werden wie bei anderen E-Autos der Marke mehrere Versionen mit unterschiedlicher Leistung und Reichweite erwartet.
VW positioniert das neue Modell als elektrischen Einstieg in seine Produktpalette und hat für die Serienversion einen Preis von rund 20.000 Euro angekündigt. Damit liegt das Fahrzeug unterhalb des ab 24.995 Euro bestellbaren neuen ID. Polo. Die Wiederaufnahme eines weiteren früheren Modellnamens würde zur künftigen Namensstrategie der Marke passen: VW hat mit dem Kleinwagen ID. Polo begonnen, etablierte Modellbezeichnungen mit dem E-Auto-Kürzel ID. auf seine Elektroautos zu übertragen.
Für die Serienversion des ID. Every1 ist ein Rückgriff auf den up! naheliegend. Dieser ursprünglich als reiner Verbrenner entwickelte Kleinstwagen wurde 2023 einschließlich seiner batterieelektrischen Variante e-up! eingestellt. Zwischenzeitlich war von ID.1 als Name für VWs neues Einsteiger-Elektroauto die Rede, das gilt inzwischen aber als unwahrscheinlich.

MK meint
Ich glaube, relevant für interessierte ist weniger, wie genau das Fahrzeug heißt oder welche Software unter der Oberfläche werkelt. Relevant ist doch: Wann kommt das Fahrzeug endlich auf den Markt?
South meint
Der VW Up hat sich damals ja sehr gut verkauft, bevor er von VW vom Markt genommen wurde, deshalb könnte der VW ID Every1 (was ein komischer Name ;-) ) da gut reinkommen. In der Klasse gehts halt primär um den Preis… Accugröße bzw. Ladeleistung sind hier jetzt nicht so wichtig….
David meint
Nachvollziehbar, die Nomenklatur. Der up hat ja einen ausgezeichneten Ruf und besonders der e-up, dessen Geräusch- und Federungskomfort für die Klasse führend waren. Spannend ist aber der Schritt, hiermit den bewährten Baukasten mit der Zonenarchitektur zu verheiraten. Wir sind ja nicht im Labor, sondern in der Großserie. Umgeben auch von Herstellern, die seit 2013 dieselbe gruselige Melange aus Zentralkomponenten und dislozierten Steuergeräten verbauen. Bei denen wäre es eine Disruption, weil eine zeitgemäße E/E Architektur extrem teurer würde – mehr als man sich aktuell leisten kann – und zur Folge hätte, dass man alle bisher vernetzten Fahrzeuge abkoppeln und von der Entwicklung abschneiden müsste.
Futureman meint
Also knapp 10 Jahre später hat man den gleichen Software (Erprobungs-) Stand wie Tesla. VW war schon immer „schnell“ darin, neue Trends und Techniken umzusetzen. Immerhin haben sie dann oft trotzdem zahlreiche Fahrzeuge verkauft. Allerdings gehen die Entwicklungen immer schneller und VW kommt kaum noch hinterher.
F. K. Fast meint
Wichtiger als der Name wird mir sein:
– wann das Modell ausgeliefert werden soll,
– ob die Bedienbarkeit mit Tasten und Drehreglern gegeben ist (Rivian scheint grosser Fan von Touchdingens zu sein),
– ob es essentielle Dinge wie Sitzheizung gegen geringen Aufpreis auch im Basismodell geben wird, oder ob man zum 5000 EUR teureren Modell greien muss, um Dinge zu bekommen, die woanders serienmässig sind,
– ob es längere Garantien (also länger als 2 Jahre + 3 Jahre gegen hohen Aufpreis) geben wird.
CaptainPicard meint
Mir persönlich hätte ID Lupo besser gefallen, der Lupo galt ja als relativ hochwertiges Auto für das Segment.
Mäx meint
Im Prinzip ist das alles nichts neues und war so fast identisch bereits im OG e-Up vorhanden.
Unterschied dürfte nur sein, dass der Deckungsbeitrag besser ist (also nicht mehr stark negativ).