Der „E.ON Flexibilitäts-Check“, erstellt von dem Energieunternehmen gemeinsam mit der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE), beziffert das maximale Flexibilitätspotenzial deutscher Haushalte derzeit auf 18,3 Terawattstunden Strom pro Jahr. Berücksichtigt werden E-Autos, Wärmepumpen, Heimspeicher sowie Waschmaschinen, Trockner und Geschirrspüler. Durch eine optimierte Nutzung könnten Haushalte jährlich bis zu 1,65 Milliarden Euro sparen, ohne ihren Stromverbrauch insgesamt zu senken.
Für bereits vorhandene E-Autos, Wärmepumpen und Heimspeicher wird ein jährliches Einsparpotenzial von bis zu 762 Millionen Euro genannt. Werden zusätzlich Waschmaschinen, Trockner und Geschirrspüler zeitlich optimiert genutzt, steigt die mögliche Summe auf 1,65 Milliarden Euro. Die verschiebbare Energiemenge verteilt sich derzeit unter anderem auf 4,9 TWh bei 2,2 Millionen Heimspeichern, 3,6 TWh bei mehr als zwei Millionen E-Autos und 1,5 TWh bei knapp zwei Millionen Wärmepumpen.
Für 2031 wird ein maximales Flexibilitätspotenzial von rund 34 TWh prognostiziert. Dann sollen 5,2 Millionen Heimspeicher 13,7 TWh, 5,6 Millionen E-Autos 9,3 TWh und 3,6 Millionen Wärmepumpen 2,9 TWh verschiebbare Energiemenge bieten. Die Zahl der Waschmaschinen, Trockner und Geschirrspüler bleibt in der Prognose weitestgehend unverändert.
Durch die zeitlich flexible Nutzung der betrachteten Geräte und Energielösungen ließen sich über eine Million Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Günstige Zeitfenster für den Stromverbrauch entsprechen in der Regel Zeiten mit viel Wind- und Solarstrom im Netz. Intelligente Tarife können dabei entweder feste Flexibilitätsboni für zeitlich verschobene Verbräuche bieten oder sich als dynamische Tarife am aktuellen Börsenstrompreis orientieren.
In einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage geben gut 46 Prozent an, bereits über dynamische Tarife oder Tarife mit Flexibilitätsboni informiert zu sein. 68 Prozent sind bereit, bestimmte Verbräuche in günstigere Tageszeiten zu verlegen, wenn sie davon finanziell profitieren; bei der Wahl zwischen den beiden Tarifmodellen entscheiden sich mehr als dreimal so viele für Flexibilitätsboni wie für dynamische Tarife.
Im Bundesländerranking des Flexibilitäts-Checks (PDF) liegt Bayern mit 550 kWh verschiebbarem Potenzial je Haushalt auf Platz eins, gefolgt von Baden-Württemberg mit 505 kWh und Niedersachsen mit 515 kWh. Das Ranking berücksichtigt dabei neben der verschiebbaren Energiemenge je Haushalt auch den Informationsstand und die Bereitschaft der Bevölkerung zur flexiblen Stromnutzung.
„Unsere gemeinsame Studie zeigt: Das Potenzial ist enorm und die Menschen sind bereit, es zu nutzen“, so der CEO von E.ON Energie Deutschland Filip Thon. „Mit entsprechenden Tarifen, die wir bereits erfolgreich anbieten, schaffen wir dafür die Grundlage. Aber auch die regulatorischen Rahmenbedingungen müssen stimmen … Richtig eingesetzt, senkt Flexibilität nicht nur die Stromkosten einzelner Haushalte, sondern auch die Kosten des Energiesystems für alle insgesamt.“

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