Lidl setzt als erster Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland einen kabinenlosen Elektro-Lkw mit autonomer Fahrfunktion in festgelegten Bereichen zur Filialbelieferung auf öffentlichen Straßen ein. Das Projekt entsteht gemeinsam mit dem schwedischen Technologieunternehmen Einride und startet im hessischen Edermünde bei Kassel. Das Fahrzeug fährt auf SAE-Level 4 mit einer offiziellen Genehmigung des Kraftfahrt-Bundesamtes.
Der E-Lkw transportiert Waren aus dem Verwaltungs- und Warenverteilzentrum Edermünde direkt zu einer nahegelegenen Lidl-Filiale. Das Solofahrzeug verfügt über 15 Stellplätze für Europaletten und fährt bis zu dreimal täglich. Auf der Strecke übernimmt es die Belieferung mit Trockensortiment vollständig und kann den Angaben nach während des viermonatigen Projektzeitraums mehr als 3000 Paletten bewegen.
Das Projekt adressiert laut Lidl unter anderem komplexe Lieferketten und den Fachkräftemangel auf der Straße. Der Discounter will dabei prüfen, wie sich die Technologie in bestehende Logistikprozesse integrieren lässt. „Intelligenz schafft Effizienz und das ist das Rückgrat für eine dauerhaft verlässliche Warenverfügbarkeit“, sagt Thomas Dangelmayer, Leitung Operative Logistik bei Lidl in Deutschland. „Mit diesem innovativen Projekt testen wir einen technologischen Meilenstein schrittweise und sicher im Realbetrieb, um zu prüfen, wie sich zukunftsfähige Lösungen optimal in unsere Logistik integrieren lassen.“
Einride and Lidl Germany have put a cab-less SAE Level 4 truck into daily operation on a German public road, under the first KBA permit of its kind. One shift a day, five days a week, moving real store deliveries. $ENRD https://t.co/a9lbbRven9 pic.twitter.com/miQN2IkhFe
— Einride (@einrideofficial) September 15, 2026
Lidl verfügt in Deutschland über 39 Verwaltungs- und Warenverteilzentren sowie mehr als 3250 Filialen. Nach einer erfolgreichen Validierung der ersten Strecke mit Einride ist eine zweite Phase vorgesehen. Dabei soll das Projekt an einem weiteren Standort schrittweise zu einem „Milkrun“-Modell mit mehreren Stopps ausgebaut werden.
Initiiert wurde das Projekt von Schwarz Corporate Solutions und Schwarz Digits. Serhan Yildirim, Leitung Schwarz Logistics Solutions: „Zukunftsfähige Logistik entsteht nicht durch Abwarten, sondern durch vorausschauendes Handeln. Mit diesem Projekt verbinden wir die Skalierbarkeit unseres einzigartigen Ökosystems mit dem Pioniergeist von Einride. So treiben wir die Transformation der Branche aktiv voran.“

Matthias meint
Eine „nahegelegene Lidl-Filiale“ ist direkt neben dem Warenverteilzentrum. Vermutlich nur 140m auf öffentlichen Straßen, mit zweimal abbiegen, der Rest Firmengelände. Niedrig hängende Frucht.
South meint
Klar, Lidl, ein Teil der Schwarzgruppe, die keine eAutos mehr als Dienstwagen zulässt, jetzt als Leuchtfeuer der eMobilität… hüstel, hüstel…
eBikerin meint
Also zum Projekt nichts zu sagen?
Dass Lidl und Kaufland zusammen ca. 10.000 Ladepunkte anbieten, an denen mal günstig laden kann hast du irgendwie vergessen. Genau wie es bei der Schwarzgruppe weiterhin e-Dienstwagen gibt, nur aktuell gerade nicht in Deutschland. Auch so eine Ungenauigkeit von dir. Ach und das die Schwarzgruppe seit 2023 eLkw einsetzt und die Flotte stetig erweitert ist natürlich auch total uninteressant.
South meint
Ne, eBikerin, es steht genau richtig da … da haben die richtig nen Wirbel gegen die eAutos gemacht…den Rest machen die anderen auch… oder hat alle anderen wie Aldi keine Ladepunkte und eLKW? Und keine Ladepunkte mehr zu haben, kann sich keine Kette mehr leisten…
MK meint
@South:
Die Schwarz-Gruppe hat keinen „Wirbel gegen eAutos“ gemacht: Die Schwarz-Gruppe hat eher im Gegenteil das „hohe Innovationstempo“ gelobt, aber halt das getan, wodurch Dieter Schwarz vom einfachen Händler zum reichsten Deutschen geworden ist: Geschaut, was am günstigsten ist: Für eine Firma, die Dienstwagen nach wenigen Jahren gebraucht wieder verkaufen will, ist ein „hohes Innovationstempo“ halt bitter, weil es die Restwerte drücken kann. Eine Technologie wie Verbrenner, wo sich Fortschritte seit vielen Jahren nur noch auf die vom Kunden erstmal gar nicht bemerkbare Abgasbehandlung konzentrieren, hat dieses Risiko natürlich nicht. In anderen Ländern, wo die Kunden nicht durch enorm teure Lobbyarbeit so skeptisch gegenüber gebrauchten BEVs (bzw. insbesondere deren Akkus) ist, kauft die Schwarz-Gruppe übrigens auch weiterhin BEVs als Dienstwagen.
PS: Alleine daran, dass wir hier über kaufen und nicht leasen reden, zeigt doch die Mentalität: Schwarz ist klar, dass auch ein Leasinggeber das nicht aus Freundlichkeit macht, sondern um damit Geld zu verdienen (Die VW Bank-Sparte VWFS ist der profitabelste Teil des gesamten Konzerns…). Und dieses Geld behält man halt lieber im eigenen Unternehmen.
M. meint
Man kann bei Lidl nicht günstig laden.
Man zahlt nur anders.
Ob der Groschen irgendwann mal noch fällt?
https://digitalcourage.de/nichts-zu-verbergen
Andreas meint
Dass dieser LKW elektrisch fährt ist halt auch nur Zufall. Bei dem Test geht es um die Autonomie und deren Integration in die Abläufe, nicht die Antriebsart des LKWs.
Am Hamburger Hafen kurvten die kabinenlosen automatisierten Containerschlepper erst mit Diesel rum und wurden später auf Elektro umgestellt.
Julius meint
Geil
Futureman meint
Die Strecke beträgt zwar nur einige hundert Meter, aber ein Anfang ist gemacht. Allerdings kein deutscher Hersteller dabei. Außer VW mit einem Standort als Nachbar, da können die Mitarbeiter immerhin zuschauen.
MK meint
@Futureman:
Wie kommen Sie zu der Aussage? Immerhin ist Einride ein reines Softwareunternehmen und stellt kein einziges Bauteil selber her. Außerdem benötigt autonomes Fahren noch etwas: Rechenzentren. Und die Schwarz-Gruppe gehört zu den größten Rechenzentrumsbetreibern Europas. Bekannt ist auch, dass auch in diesem Versuch keine von Einride entwickelte Cloud-Lösung genutzt wird, sondern „Stackit“ der Schwarz-Gruppe. Inhaber der Genehmigung ohne Fahrer auf einer deutschen öffentlichen Straße zu fahren ist übrigens auch nicht Einride, sondern die deutsche „Schwarz Corporate Solutions“. Das ganze Genehmigungsverfahren mit Tests und Nachweisen hat also nicht Einride, sondern Schwarz durchgeführt.