Volkswagen hat im Werk Pamplona am 18. September die Produktion des ID. Cross gestartet. VW-Markenchef Thomas Schäfer bezeichnete das SUV-Pendant zum vollelektrischen Kleinwagen ID. Polo. als „einen starken Schritt für unsere Marke“. Mit dem Modell vervollständigt der Konzern seine „Electric Urban Car Family“ aus kleinen Elektroautos der Marken VW, Cupra und Skoda, deren Fertigung in Spanien hochgefahren wird.
Parallel ordnet die Autogruppe ihre Produktion neu und reduziert die Fertigungskapazitäten von 12 auf 9 Millionen Fahrzeuge pro Jahr, berichtet die Automobilwoche. Die einzelnen Marken verlieren dabei Einfluss zugunsten regionaler Produktionsnetzwerke. Pamplona zählt gemeinsam mit Martorell in Spanien (Seat/Cupra) und Palmela in Portugal zu den Vorreitern dieses Modells.
Die 22 Werke von VW Pkw, Skoda, Seat/Cupra und VW Nutzfahrzeuge wurden mit der Ende 2025 verkündeten „Future Production Governance“ neu organisiert. Wichtige Entscheidungen trifft nicht mehr der Produktvorstand einer einzelnen Marke, sondern der Chief Production Officer der jeweiligen Region. Für die Konzernwerke in Spanien und Portugal übernimmt diese Funktion André Kleb.
In Pamplona werden auf einer Produktionslinie die Elektroautos Skoda Epiq und VW ID. Cross sowie die VW-Verbrenner T-Cross und Taigo gefertigt. 5500 Beschäftigte sollen dort im kommenden Jahr 360.000 Fahrzeuge produzieren, auch am Wochenende wird gearbeitet. Der Produktionsanlauf wurde der Automobilwoche zufolge nicht mehr von Ingenieuren aus Wolfsburg gesteuert, sondern von Spezialisten aus dem Regionalverbund.
Vor Fertigungsbeginn plante demnach ein Team von Seat/Cupra markenübergreifend VW ID. Polo, Cupra Raval, Skoda Epiq und VW ID. Cross von der Konzeption über den Produktionsanlauf bis zur Zulieferung und Logistik. Die Modelle teilen eine Plattform und mehr Teile als sonst bei Volkswagen und innerhalb der Brand Group Core (VW Pkw, Skoda, Seat/Cupra, VW Nutzfahrzeuge) üblich. Nach Angaben Schäfers senkt dies die Kosten und macht die E-Autos profitabel.
Volkswagen will durch die neue Organisation bis zum Ende des Jahrzehnts konzernweit bis zu eine Milliarde Euro in der Produktion einsparen – „einfach, indem wir uns besser organisieren“, so Schäfer. Für VW ID. Polo, Cupra Raval, Skoda Epiq und VW ID. Cross liegen laut dem Unternehmen bereits mehr als 100.000 Vorbestellungen vor.

MK meint
Hier zeigt sich auch, warum die Automobilindustrie immer mehr Stellen abbaut: Im Jahr 1980 konnte das VW Werk Emden mit rund 9.000 Mitarbeitern „bis zu 130.000 Fahrzeuge pro Jahr“ montieren, hier sind es jetzt 5.500 Mitarbeiter für 360.000 Fahrzeuge: Statt 14,4 Fahrzeuge pro Mitarbeiter und Jahr jetzt also 65,5. Durch moderne Technik wie Robotor ist hier also trotz der deutlich komplexeren Autos (keiner der damaligen VWs hatte eine Klimaanlage, eine Rückfahrkamera, Sitzheizung oder auch nur zentral vom Fahrersitz aus steuerbare elektrische Fensterheber) eine fast 5fach höhere Produktivität erreicht worden. Auch Emden selber produziert trotz teils Kurzarbeit im letzten Jahr und z.B. mehr Urlaubstagen und weniger Wochenarbeitszeit für die Mitarbeiter mit weniger Mitarbeitern mehr Fahrzeuge.
hu.ms meint
…und andere hersteller bauen noch viel effizienter ! Z.b. Tesla in GH.
VW kommt aus den hohen personslkosten in D – in den „fetten china-gewinne-zeiten vereinbart – kaum raus. Deshalb baut mann gerade die kleinen mit geroneter marge pro auto im günstigeren europäischen ausland.
Wenn sich die VW-stundenlöhne bis 2029 nicht auf den deutschen durchschnitt der branche angleichen, wird am ende sogar der SSP-ID-Golf auch dort gebaut.
Das sind doch alles nur die folgen daraus, dass die chinesen mit antriebswechsel jetzt die autos mit eigenen firmen bauen.
MK meint
@hu.ms:
Wie genau baut Tesla in Grünheide „effizienter“? Die haben meines Wissens nach letztes Jahr über 11.000 Mitarbeiter unter 250.000 Autos gebaut. VW will jetzt mit halb so vielen Mitarbeitern 50% mehr Autos fertigen.
Und ID.Polo und ID.Cross stellen ja auch keine Produktionsverlagerung ins Ausland dar: VW baut schon seit 1984 keine Kleinwagen mehr in Deutschland. Die Verlagerung dieser Produkte ins Ausland ist also rund 42 Jahre her und hat nichts mit den aktuellen Bedingungen zu tun.
Dass man unabhängig davon mit 35 Stunden-Woche und Standardmäßig 37 Urlaubstagen keinen Blumentopf gewinnt, ist natürlich auch klar…
Htr35 meint
@Futureman Aktuellerstand nach 15 Jahren : 95% Verbrenner im Bestand
Und noch immer werden mehrheitlich neue Verbrenner zugelassen.
Demnach wird es noch 10-20 Jahre dauern bis wir bei 50% im Bestand sind.
Die Ölindustrie ist darüber nicht trauig.
MK meint
@Htr35:
Da innerhalb von 10 Jahren überhaupt nur rund 50% des Fahrzeugbestands ausgetauscht werden, ist die Aussage sicher richtig.
Aber stellen Sie sich doch mal die Frage, wie viele Tankstellen noch profitabel überleben können, wenn jede einzelne 20% weniger Sprit absetzt?
Verbrenner funktionieren nur durch ihre gigantische Anzahl und schon ein BEV-Anteil von 15% oder 20% im Bestand kann das Tankstellennetz zum kollabieren bringen (oder zu nochmal stark steigenden Preisen führen: Tanken nachts 20% weniger Leute, bekommt der Kassierer nachts genau 0% weniger Lohn…auch braucht die Preistafel nicht weniger Strom, die Grundsteuer sinkt nicht und die Zapfsäulen müssen nicht seltener geeicht werden…).
Futureman meint
Überall werden Produktionsanlagen hoch gefahren. Auch wenn das Konzept, statt ein Fahrzeug günstig zu produzieren lieber zig verschiedene Varianten anzubieten, merkwürdig ist, sorgen immer mehr solcher Fahrzeuge für immer weniger Verbrenner.
ID.alist meint
Deine Aussage klingt nach Ost-Nostalgiker. Für viele Menschen ist ein Auto mehr als ein billiges Gerät um von A nach B zu fahren. Wieso jemand ein Skoda kauft und kein Seat oder Volkswagen, oder andersherum, meistens liegt es ein kleine Details, und selten hängt es mit dem Wissen, dass die Autos zu 80% identisch sind. Davon abgesehen, dass nur eine kleine Minderheit es weiß.
Aber ja, je weniger Verbrenner im Neumarkt desto besser, und wenn diese alle Firmenwagen sind, ist auch OK.
Jörg2 meint
Wohin das führt, zeigen die aktuellen VW-Angaben, wo das Jahresergebnis zu erwarten ist.
brainDotExe meint
Warum sollte das Konzept eine möglichst große Zielgruppe anzusprechen merkwürdig sein?