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VW-Chefstratege: „Die Zukunft des Autos ist für mich elektrisch“

06.01.2022 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 7 Kommentare

VW Buzz

Bild: VW

Volkswagen setzt künftig umfassend auf Elektromobilität, will vorerst jedoch weiter auch Benziner und Diesel in großen Stückzahlen verkaufen. Für den Chefstrategen von Europas größtem Autokonzern steht aber fest, dass die Ära des Verbrennungsmotors bei Pkw endet. „Die Zukunft des Autos ist für mich elektrisch“, sagte Gernot Döllner im Gespräch mit dem Handelsblatt. Elektroautos seien jeder anderen Antriebsart allein schon technologisch bei Fahrbarkeit und Beschleunigung überlegen.

Wie lange es seiner Ansicht nach noch Verbrennerfahrzeuge geben wird, wollte Döllner nicht sagen. Er verwies auf die unterschiedlichen regionalen Rahmenbedingungen und Vorgaben einzelner Staaten. Auch die Art der Stromerzeugung werde über das Schicksal des Verbrenners entscheiden. „Die Transformation sollte sich am Strommix orientieren“, meinte der Manager. Das Elektroauto werde erst dann richtig sauber und emissionsfrei sein, wenn nur Strom aus erneuerbaren Energieformen zum Einsatz kommt.

Döllner fährt selbst Elektroauto. Der Ingenieur war im Mai 2021 nach Wolfsburg gewechselt, davor arbeitete er lange auf verschiedenen Positionen als Produktstratege bei Porsche. Für den täglichen Weg zur Arbeit nutzt er jetzt VWs Kompaktwagen ID.3, für den er den Elektro-Porsche Taycan abgegeben hat. Aktuell arbeitet Döllner an der Produktplanung für die Jahre 2025 bis 2030. Dann werden insbesondere Fahrzeuge der zweiten Elektro-Generation auf den Markt kommen. Sie sollen unter anderem weiter mit einer Ladung fahren und schneller wieder Strom ziehen können als die Modelle der Stromer-Familie ID.3, die VW seit Ende 2019 verkauft.

Die Basis für die Volumenmodelle bei VW und Konzernmarken wie Skoda und Audi stellt der E-Auto-Baukasten MEB. Audi und Porsche nutzen auch gemeinsam entwickelte eigene Technik. Mit der SSP ist für Mitte des Jahrzehnts eine neue Architektur in Arbeit, die die Leistung und Produktion von Elektroautos konzernweit auf ein neues Niveau heben soll. Das wird auch im neuen VW-Zukunftsprojekt „Trinity“ vorangetrieben. Döllner glaubt an den Erfolg der Elektro-Strategie, Zweifel daran gibt es für ihn nicht mehr.

Treiber der Umstellung bei Volkswagen und der Branche insgesamt sind die immer strengeren Emissionsziele der EU und anderen Regionen. Geplante Vorgaben der EU-Kommission für 2035 sind faktisch ein Verbrenner-Verbot. Die deutsche Politik will, dass schon 2030 etwa 80 Prozent der Pkw-Neuzulassungen Elektroautos sind. Volkswagens Chefstratege sieht die Herausforderungen auf dem Heimatmarkt und in Europa gelassen: „Europa eilt dem hinterher, was Volkswagen vorgelegt hat. Das ist eine Bestätigung unserer Strategie“, sagte er dem Handelsblatt.

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Via: Handelsblatt
Unternehmen: VW
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Siedschlag meint

    07.01.2022 um 14:01

    Der VW- Stratege fährt elektrisch!….unsere Kunden müssen warten……so geht Dienst am Kunden.

  2. Andi66 meint

    06.01.2022 um 23:08

    Also der VW Vorstand hat noch vor der Vorstellung des ID3 gesagt, dass die Herstellung des E-Autos 40% günstiger sei, als die eines Verbrenners. Leider sind die E-Fahrzeuge nun 40% teurer. Die E-Autos sollten also günstiger sein, was sie nicht sind. Wenn die Preise stimmen, dann verkaufen sich auch die E-Autos.
    Es werden immer noch zu große, zu viele SUV, Überteuerte E-Luxus und E-Sportwagen gebaut. Ein erschwingliches praktisches E-Auto ist das was die breite Masse braucht.

    • Randy meint

      07.01.2022 um 11:33

      VW hat nie gesagt dass die Herstellung des ID.3 billiger wäre als die eines Verbrenners, sondern dass er in der Fertigung 40% günstiger wäre als der damals auslaufende e-Golf!
      Wie hoch die Fertigungskosten im Vergleich zum Verbrenner sind ist nicht bekannt und kann nur spekuliert werden.

  3. Anti-Brumm meint

    06.01.2022 um 21:57

    Ich verstehe nach wie vor nicht, warum der (Voll)hybrid sich nicht vor Jahren schon durchgesetzt hat. Zigmillionenfach verbaut wäre das dank Skaleneffekten auch kostentechnisch lösbar gewesen.

    • Hans Meier meint

      07.01.2022 um 02:00

      Weil der Deutschen Autoindustrie nur Max-Rendite bei minimalem Kosteneinsatz wichtig ist und sonst nichts. Die „Politik“ und „Steuerung“ macht die Industrie auch grad selbst, hatte bis heute „freie Hand“ bis au EU-Ebene. Im Notfall wird man auch Korrupt oder zapft das Geldsystem der Länder/Zentralbanken an. Darum kam technologisch auch immer nur heisse Luft. Und die jetzigen E-Autos sind trotz 50% tieferen Produktionskosten so teuer wie nie, weil es auch heute nur um die Max-Rendite geht. Umweltschutz und co ist reines Marketinggelaber, solange es der Rendite dient. Technologisch fährt man die „Mee-too“ Schiene und lässt die Anderen machen, medial insziniert spielt man die „Vorreiterrolle“. Wohlwissend das die Deutsche Autoindustrie den Wandel sonst nicht überlebt. Und nur das ist der „Antreiber“. Helle Kerzen die wirklich was bewegen wollen arbeiten sowieso nicht dort. :)

      • Pferd_Dampf_Explosion_E meint

        07.01.2022 um 10:35

        Ja, der Automobil-Industrie ist es gelungen, die Begriffe „Ökologisch“ oder im spezifischen „Elektrisch fahren“ fest mit dem Begriff „teuer“ zu verdrahten. Die ganzen Subventionen, die eine direkte VDA-Finanzspritze darstellen, unterstützen diesen Eindruck bei den weniger Informierten nachhaltig. Da hilft (leider) nur der Wettbewerb aus den USA und China. Das Geheule darüber kann man jetzt schon erahnen.

        • Allstar meint

          08.01.2022 um 18:06

          VW Verkäufe in USA 15% Plus! Läuft bei denen.

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