Beim jüngsten Autogipfel der EU gab es keine Einigung hinsichtlich des für 2035 vorgesehenen Verbots von fossil betriebenen Neuwagen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) zeigte sich anschließend enttäuscht.
„Der heutige Strategische Dialog zur Zukunft der Automobilindustrie in Brüssel hat erneut gezeigt, dass die EU-Kommission die gewaltigen Herausforderungen der Branche zwar benennt – aber noch zu unentschlossen und zu wenig strategisch agiert“, so Verbandspräsidentin Hildegard Müller. „Auf der IAA Mobility in München ist eindrucksvoll zu sehen, wie unsere Unternehmen mit Rekordinvestitionen und überzeugenden Fahrzeugen den Weg in eine klimaneutrale und digitale Mobilität ebnen.“
Die Angebote seien da, aber hohe Energiepreise, schleppender Ausbau der Ladeinfrastruktur in Europa und Unsicherheiten bei Anreizen hemmten die Nachfrage. Eine starre CO₂-Regulierung gefährde die Wettbewerbsfähigkeit und damit die Transformation der gesamten Industrie. „Das haben unsere Unternehmen heute nochmal in aller Deutlichkeit dargelegt. Die EU muss jetzt liefern – und die Lösungen und Optionen liegen alle auf dem Tisch“, forderte Müller.
Weiteres Zögern und Zaudern könne sich die EU nicht leisten, wenn sie Wachstum, Wohlstand und Arbeitsplätze innerhalb des Kontinents erhalten will, sagte die VDA-Präsidentin. Im nächsten Strategischen Dialog im Dezember müsse Klarheit geschaffen werden.
„Wir brauchen einen Abgleich der Ziele mit den Realitäten. Wir begrüßen den Vorzug der Reviews auf Ende dieses Jahres – er kann eine Grundlage für die notwendigen Entscheidungen sein. In entsprechenden Arbeitsgruppen sind die Fakten zu Energiepreisen, Rohstoffversorgung, Auf- und Ausbau der Ladeinfrastruktur und viele weitere Indikatoren zu analysieren und zu bewerten“, so die Lobbyistin.
Daraus ergäben sich zwangsläufig Handlungsbedarfe hinsichtlich Rahmenbedingungen und Flexibilisierung der technischen Optionen. Von zentraler Bedeutung bleibe eine Anpassung des Reduktionsziels der CO2-Flottenregulierung im Jahr 2035 auf -90 Prozent, erklärte Müller.

Jörg2 meint
Wie „ergebnislos“.
Alles bleibt wie es ist, wäre doch auch ein Ergebnis. Nicht das VDA-gewünschte, klar!
Mike meint
So langsam kocht mich der VDA so weich, dass ich bereit wäre, E-Autos aus China zu nehmen – nur um der europäischen Industrie den längsten Finger zu zeigen.
M. meint
So weit bin ich noch nicht, aber die Liste der akzeptablen Marken schrumpft bedenklich. Tesla, Togg, China gesamt, ….Mercedes wackelt, Stellantis auch, bei BMW muss man den Austausch des CEO abwarten.
VW Group ist noch drin, aber die bauen derzeit meist noch die falschen Autos.
Kia ist noch drin, Ford ist strategisch zwar ne Katastrophe mit meist inakzeptablen Autos, aber kommuniziert wenigstens recht ehrlich, Hyundai & Kia wären noch dabei, Lucid zumindest in der Theorie, Renault vielleicht… ich glaub, das war alles.
Mäx meint
Zeigt doch einfach wieder die Schizophrenie.
Wir können keine parallele Entwicklung machen, alles zu teuer
> wir wollen aber möglichst lange alles parallel laufen lassen
Wir wollen Ausnahmen für Hybride weil es gibt ja die Möglichkeit rein elektrisch zu fahren
> aber bitte nicht mit größeren Reichweiten, weil da ist der Wettbewerb besser
Die Strompreise sind so teuer
> das europäische Umland hat so günstige Strompreise
Es gibt keine Sicherheut wegen der Anreize
> wir bringen immer wieder mögliche Anreize in die politische Diskussion ein
Es gibt allgemein eine Verunsicherung wegen 2035
> wir bringen immer wieder diese Verunsicherung in die Politik
Wir wollen eine Klarheit in der Politik
> wir hinterfragen die politischen Regeln bei jeder Gelegenheit
Am liebsten wäre uns es bleibt alles so wie es ist. Danke!