MAN Truck & Bus hat als Hauptlieferant bei der größten Bus-Vergabe der Unternehmensgeschichte der Deutschen Bahn (DB) den Zuschlag erhalten. Für den Zeitraum 2027 bis 2032 wurde ein Rahmenvertrag über mehr als 3.000 Fahrzeuge abgeschlossen. Ein Großteil der Fahrzeuge sind Elektrobusse.
„Der neue Rahmenvertrag mit der Deutschen Bahn ist ein historischer Beschaffungsauftrag und ein herausragender Vertrauensbeweis für unsere Produkte und unsere Mannschaft“, sagt Alexander Vlaskamp, CEO bei MAN Truck & Bus. „Dass ein erheblicher Anteil der Fahrzeuge vollelektrisch sein wird, unterstreicht eindrucksvoll, welchen Beitrag die Deutsche Bahn und MAN zur nachhaltigen Transformation des öffentlichen Verkehrs leisten.“
Die Partnerschaft zwischen den beiden Unternehmen besteht bereits seit 2010. In den vergangenen 15 Jahren wurden nahezu 5.000 MAN-Busse an die Deutsche Bahn geliefert, die heute im Stadt- und Überlandverkehr unterwegs sind. Mit dem neuen Rahmenvertrag, der die Zusammenarbeit deutlich erweitert, könne die Deutsche Bahn aus einer breiten Palette an Fahrzeugen abrufen, so MAN. Eingesetzt werden die Busse für die Regionalverkehrstochter DB Regio AG in ganz Deutschland.
Harmen van Zijderveld, DB-Vorstand für Regionalverkehr: „Mit den neuen Bussen kommen unsere Fahrgäste weiterhin zuverlässig, komfortabel und umweltfreundlich ans Ziel. Die langlaufenden Verträge garantieren, dass wir immer moderne Fahrzeuge haben und diese eng mit den Herstellern weiterentwickeln können. Dass der weitaus größte Anteil der Busse von einem Münchner Hersteller kommt, ist eine gute Nachricht für den Industriestandort Deutschland.“
„Flexibles Gesamtpaket aus effizienten Verbrennern, Hybridmodellen und vollelektrischen Bussen“
Dennis Affeld, Vorsitzender der Geschäftsführung von MAN Truck & Bus Deutschland: „Die Deutsche Bahn erhält mit diesem Rahmenvertrag ein extrem flexibles Gesamtpaket aus effizienten Verbrennern, Hybridmodellen und vollelektrischen Bussen. Wir bieten die passende Technologie für jede Linienanforderung an und tragen gleichzeitig dazu bei, die Klimaziele der kommenden Jahre erreichbar zu machen.“
Für den Überlandverkehr sollen Fahrzeuge des Typs MAN Lion’s Intercity LE in drei Längenvarianten geliefert werden. Das Low-Entry-Modell verbindet laut dem Hersteller hohen Fahrkomfort mit effizientem Kraftstoffverbrauch und überzeuge durch modernes Design und praktische Einsatzflexibilität.
Für den Stadtverkehr stehe die vielseitige Familie MAN Lion’s City mit effizienter Antriebstechnologie im Mittelpunkt. „Die Deutsche Bahn kann aus einem breiten Sortiment von Niederflurbussen mit konventionellem Diesel- oder CNG-Antrieb wählen“, so MAN. „Das MAN EfficientHybrid-System unterstützt dabei zusätzlich einen sparsamen Betrieb und trägt zu niedrigen Lebenszykluskosten bei.“
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der vollelektrischen Baureihe MAN Lion’s City E. Ein „erheblicher Anteil“ der zu liefernden Fahrzeuge sind laut einer Mitteilung nachhaltige Stadtbusse mit batterieelektrischem Antrieb – wählbar als 10-, 12- oder 18-Meter-Variante. Die kompakten 10-Meter-Busse eignen sich MAN zufolge ideal für enge Innenstadtbereiche, während die 12-Meter-Version eine ausgewogene Kombination aus Raumangebot, Fahrkomfort und Agilität biete. Die 18-Meter-Variante sei optimal für stark frequentierte Linien mit hohem Fahrgastaufkommen.
„Eine kleinere Flotte von E-Überlandbussen liefert der chinesische Hersteller BYD aus seiner Produktion in Ungarn“, teilte die Bahn mit. Demnach handelt es sich dabei um knapp 200 Stück. Dieses Segment mache rund fünf Prozent der erwarteten Fahrzeuge aus. Daneben schließe man nachrangige Rahmenverträge mit Iveco, Scania, Daimler Buses und Zhongtong, um die Verfügbarkeit neuer Fahrzeuge abzusichern.

Jensen meint
Also alles Busse, die lt. der aktuellen Order in Europa zusammengebaut werden. Interessant wäre es zu erfahren, wie viele Fahrzeuge mit „effizienten Verbrennern“ das genau sein sollen, da es diese Fahrzeuge ja gar nicht gibt. Verbrenner verbrennen giftige Flüssigkeiten und erwärmen in erster Linie die Umgebung. Sie stoßen dabei eine Vielzahl allgemeinschädlicher Emissionen aus und können nur einen geringen Anteil der eingesetzten Energie für den Vortrieb des Fahrzeugs nutzen. Und das ist alles, aber eben nicht effizient. Bei den Überlandbussen könnte ich mir die eine oder andere Ausnahme mit „irgendwas mit Hybrid“ noch eingehen lassen, aber der Standard-ÖPNV kann und muß vollelektrisch sein ! Seltsamerweise sind die Überlandbusse des Weltmarktführers alle elektrisch.
Stefan meint
Es fehlen eben vor allem die Ladestationen in den Betriebshöfen und teils auch unterwegs an den Endstellen. Der Aufbau dieser Ladestationen ist ein längerer Planungs- und Genehmigungsprozess mit dem Stromversorger, den Gemeinden und anderen Beteiligten.
Die Deutsche Bahn betreibt hauptsächlich Regionalverkehr. Der Großteil der Busse wird also zwischen Dörfern oder vom Dorf zur nächsten Stadt eingesetzt, auch wenn es vom Modell her Stadtbusse sind.
Gernot meint
Die Busse werden erst von 2027 bis 2032 ausgeliefert. Dass nicht alle Busse vollelektrisch sind, ist eigentlich ein Riesen-Skandal und zeigt einmal mehr, dass in Sachen Klimaschutz vieles bei der Bahn nur hohles Gerede ist. Vermutlich gab es da bei der Bahn aber auch einen politischen Zielkonflikt.
Ein 400 kWh-Batteriepack kostet heute noch um die 40.000 Euro. MAN verlangt aber grob 200.000 Euro Aufpreis für einen Elektrobus. Dann muss noch die Ladeinfrastruktur errichtet werden. Hinzu kommt: Wenn die Busse laut aktuellen Specs gebaut werden, dann verbaut MAN NCM-Zellen. Die halten in einem Stadtbus mit Sicherheit kein Fahrzeugleben lang. Nach ca. 5 Jahren ist der Batteriepack zu ersetzen, was wiederum heftige Kosten triggert. Alles in allem sind Elektrobusse dann im Betrieb leider teuer als Dieselbusse.
Ein kleiner Teil (ca. 200 Busse) der Bus-Bestellung der Bahn geht an BYD (produziert im BYD-Werk in Ungarn). Vermutlich hätte die Bahn gern mehr Busse von BYD gekauft. Die dürften billiger sein und sie verbauen BYDs LFP-Zellen, die ein Fahrzeugleben lang halten und keine teuren Folgenkosten für einen Akkutausch triggern. Aber dass das Staatsunternehmen Deutsche Bahn tausende „China-Busse“ kauft, war wahrscheinlich politisch nicht akzeptabel. Und dann musste man vermutlich so einen schlechten Kompromiss eingehen.
Jakob Sperling meint
Die meisten Überlandbusse werden somit auch künftig Dieselbusse sein. Schade. Man hätte stattdessen auch Wasserstoff-Brennstoffzellen-Busse bestellen können. Verschiedene europäische Hersteller oder auch Hyundai bieten die mit Erfolg an. Oder allenfalls der BEV-Bus von Mercedes mit H2-Range-Extender.
Gerade die Bahn wäre dafür besonders geeignet, da sie sowieso eine H2-Infrastruktur für die zahreichen nicht elektrifizierten Strecken wird aufbauen müssen.
Micha meint
Ich denke, auch die Bushersteller werden entsprechende Batteriegarantien geben, ein Tausch nach 5 Jahre dürfte daher auf Herstellerkosten gehen. Das wird auch der Grund sein, warum zB Renault Trucks bei ihren NMC-LKW etwa 20% Pupper einplant, um einer Degradation vorzubeugen. Aber ja, in Summe: NMC für LKW und Busse ist Quatsch.
Gernot meint
MAN gibt eine Batteriegarantie von bis zu 8 Jahren oder 200.000 km – je nachdem, was zuerst eintritt. Die 200.000 km hat ein typischer Stadtbus bei um die 200 km pro Tag nach 3-4 Jahren erreicht. Und das Limit für die Garantie liegt bei lediglich 70% der Originalkapazität. Den Batteriewechsel darf der Betreiber bezahlen.
Der Witz ist, dass NCM-Zellen ja obendrein noch teurer sind. MAN hat da ziemlichen Müll entwickelt.
eBikerin meint
Da hast du aber sehr eigene Informationen. Auf der MAN Seite finde ich gar keine Informationen zur Batteriegarantie – die KI wirft unterschiedliche Antworten aus – darunter eine Standartgarantie von 500.000km oder 8 Jahre.
Was aber alle KI auswerfen, ist das man die Garantie für die Batterie individuell im Kaufvertrag aushandelt.
M. meint
Und du keine Ahnung. Sorry, dass ich das so sagen muss.
MAN wechselt die Batterien nicht nach 3-4 Jahren.
Aus einem einfachen Grund: die halten viel länger.
Mehr kann ich hier nicht verraten.
(ich wüsste aber mehr)
elektromat meint
scheint eine MAN Pressemeldung zu sein, laut unserer Tageszeitung liefert BYD auch noch ein paar Busse. natürlich vollelektrisch.
M. meint
Dann fehlt wohl noch deren Pressemeldung….
Jürgen W. meint
3.000 MAN und 300 BYD (aus Ungarn)
M. meint
Ah, du bist der Pressesprecher.
Tinto meint
3300 Busse, davon 3100 von MAN, 200 von BYD
eBikerin meint
Hmm mal überlegen – die Quelle ist MAN, ja warum schreiben die nicht das BYD auch Busse liefert. Ich komme einfach nicht drauf.