Jaguar führt aktuell Wintertests für seinen neuen Elektro-GT im Norden Schwedens durch. Das auf dem Konzept Type 00 aufbauende Fahrzeug befindet sich noch in der Entwicklung. Das Serienmodell wird voraussichtlich im Spätsommer offiziell vorgestellt. Bestellungen sollen ab Herbst möglich sein, die Auslieferungen im nächsten Frühjahr starten. Autocar hat von Jaguar nun mehr zu seinem neuen E-Auto erfahren.
Das Modell wird als viertüriger Gran Turismo beschrieben. Mit einer Länge von mehr als 5,2 Metern und einer Höhe von weniger als 1,4 Metern präsentiert sich der Wagen als lang und niedrig. Genaueres zur Breite wurde noch nicht veröffentlicht, doch die gezeigten Prototypen wirken ziemlich breit. Der lange Frontüberhang misst 877 Millimeter, während der Radstand bei 3200 Millimetern und der hintere Überhang bei 1158 Millimetern liegt.
Das erste Modell der Neuausrichtung der Marke als Luxus-Elektroautobauer nutzt wie zwei weitere geplante Baureihen die Jaguar Electric Architecture (JEA). Ein wichtiger Aspekt der Plattform ist laut Autocar der weit nach hinten versetzte Fahrersitz, der zusammen mit der Länge des E-Autos für eine außergewöhnliche Innenraumgestaltung sorge. Der Abstand von der vorderen Achse bis zum Fahrerfußraum betrage 903 Millimeter, was in der Automobilbranche als besonders groß gilt.
Jaguar verwendet eine Batterieanordnung, die es ermöglicht, die Insassen besonders tief im Fahrzeug unterzubringen. Das Akkupaket hat eine Kapazität von etwa 120 kWh und soll eine Reichweite von etwa 690 Kilometern nach WLTP-Zyklus ermöglichen. Die Batterie ist in fünf separate Pakete unterteilt: ein 19 kWh großes Set im vorderen Bereich des Fahrzeugs und vier weitere Pakete weiter hinten. Diese Anordnung hat auch Auswirkungen auf die Fahrzeughöhe und den tiefen Schwerpunkt des Wagens, was die Fahrdynamik verbessern soll.
Drei E-Motoren für über 1000 PS Leistung
Mit den drei Elektromotoren – einer vorne, zwei hinten – wird eine Systemleistung von mindestens 746 kW (1014 PS) versprochen. Das Fahrzeug bietet drei Fahrmodi, die sich auf die Dämpfung, das Lenkgefühl und die Verteilung des Drehmoments auswirken. Das Elektroauto ist bei Regen, Eis oder Schnee zu 50 bis 75 Prozent hecklastig, im Komfortmodus zu 54 bis 80 Prozent und im Dynamikmodus zu 65 bis 98 Prozent. Jaguar möchte dem Bericht zufolge das Fahrgefühl eines heckgetriebenen Autos mit der Sicherheit eines Allradantriebs verbinden.
Alle drei Maschinen sind Permanentmagnetmotoren. Die vordere E-Maschine ist anders konstruiert, um etwas effizienter zu sein. Sie kann den neuen Jaguar etwa bei einer Autobahnfahrt allein antreiben, um die Reichweite zu maximieren. Die Gewichtsverteilung des Fahrzeugs ist 50:50. Der Wagen ist denn Angaben zufolge der steifste Jaguar aller Zeiten, was nicht nur eine bessere Fahrdynamik, sondern auch höhere Sicherheit bringen soll. Das E-Auto ist zudem besonders aerodynamisch und erreicht einen Luftwiderstandsbeiwert von unter 0,25.
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Die Akkupacks sind so konstruiert, dass sie bei einem Seitenaufprall 70 Prozent der Crashenergie absorbieren können. Jaguar verwendet Aluminiumgusskomponenten, um die Crashkräfte im Frontbereich abzufangen und nach außen zu leiten, um die Insassen zu schützen.
Der kommende E-Jaguar wird standardmäßig mit 23-Zoll-Rädern ausgestattet, die speziell für ihn entwickelt wurden. Die Pirelli-Reifen sind in Sommer-, Ganzjahres- und Winterausführungen erhältlich und messen an der Vorderachse 255/35 und an der Hinterachse 295/30. Für Märkte mit besonders schlechten Straßen wird es eine optionale 21-Zoll-Variante geben.
„Bei Jaguar ging es schon immer um Fahrspaß, und unser neuer elektrischer viertüriger GT wird da keine Ausnahme bilden“, sagt der Chef der Fahrzeugtechnik Matt Becker. „Er markiert einen entscheidenden Schritt in unseren technischen Ambitionen. Innovative, selbst entwickelte Elektroantriebstechnologien verbinden sich mit den einzigartigen Proportionen und dem niedrigen Schwerpunkt des Fahrzeugs zu einem luxuriösen Grand Tourer, der sich wie kein anderer fährt. Wie ein echter Jaguar kann er auf Wunsch komfortabel sein, bietet ein faszinierendes Fahrerlebnis und verfügt mit mehr als 1000 PS stets über Leistungsreserven.“
Auf die zum Start angebotene Version mit über 1000 PS Leistung könnten weitere folgen. Eine Version mit kompaktem Verbrennungsmotor als Stromgenerator, über die es kürzlich Gerüchte gab, plant Jaguar aber nicht.











eBikerin meint
120 kWh und dann nur 690 km WLTP – bei der Bauform? Ja sind 1000 PS aber das kommt doch beim WLTP eigentlich gar nicht so besonders zur Geltung.
T. meint
Vielleicht möchte man einfach den nächsten Norwegen-Test als geringster WLTP-Abweichler gewinnen.