Chinas größter Autobauer und im letzten Jahr der weltweit erfolgreichste Verkäufer von Elektroautos BYD geht womöglich bald in der Formel 1 an den Start. Das Unternehmen prüfe derzeit Optionen für einen Einstieg in den Motorsport, berichtet das Wirtschafts- und Finanzportal Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise.
Erwägt werden laut dem Bericht Langstreckenrennen wie das 24-Stunden-Rennen von Le Mans, aber auch die Formel 1. Das Ziel sei es, die Attraktivität der Marke zu steigern. Ausschlaggebend für den möglichen Einstieg sei, dass Rennserien verstärkt mit Hybrid- oder Elektroantrieben arbeiten. Seit dieser Saison beziehen die Formel-1-Rennwagen erstmals gut 50 Prozent ihrer Leistung aus einer Batterie. Nur noch die andere Hälfte stammt vom Verbrenner, der die Batterie während der Fahrt zudem immer wieder laden muss.
Für BYD wird die Formel 1 durch die Regeländerung interessant, die Leistungsfähigkeit der eigenen Antriebe und Batterien international zu demonstrieren. Der als Akkufertiger gestartete Konzern stellt exklusiv Plug-in-Hybrid- und reine Elektrofahrzeuge her. Bisher sind chinesische Autobauer im internationalen Motorsport nicht sehr präsent. Geely etwa nimmt über Cyan Racing, das frühere Werksteam der Konzerntochter Volvo, an Tourenwagenrennen teil. Das E-Auto-Start-up Nio ist in der Stromer-Rennserie Formel-E aktiv.
BYD soll sich den Einstieg in eine Rennserie durch den Aufbau eines eigenen Teams oder die Übernahme eines bestehenden vorstellen können. Größtes Hindernis für die Teilnahme an der Formel 1 sind Bloomberg zufolge die erwarteten Kosten von hunderten Millionen Euro pro Saison. Eine finale Entscheidung stehe noch aus. Im Raum stehe auch die Möglichkeit, auf den Einstieg in den Motorsport zu verzichten.
Mit seiner Kernmarke konzentriert sich BYD auf erschwingliche Elektro- und Plug-in-Hybridautos. 2025 verkaufte der Konzern erstmals mehr Elektroautos als der bisherige Branchenprimus Tesla. Mit seiner Luxusmarke Yangwang hat BYD bereits erste Erfahrungen im Motorsport gesammelt: 2025 brach der Supersportler U9 Xtreme auf einer Teststrecke im niedersächsischen Papenburg den Geschwindigkeitsrekord für ein E-Auto.

ID.alist meint
Wieder eine nicht Nachricht. Es gibt mehrere Möglichkeiten als BEV oder PHEV Produzent in den Motorsport einzusteigen. Entweder macht man es oder nicht.
BYD hätte längst bei den 24h von Mans starten können. Ich meine wenn man Denza als glaubwürdiger Sportwagen-Marke platzieren will, würde es helfen.
Matthias meint
Im Motorsport verdient man sich Respekt in dem man sportliche Straßenfahrzeuge anbietet die für Rallye und Rundstreckenrennen bis 24h was taugen. Klassiker sind Porsche 911 und BMW M3. Da sieht es mit EV noch sehr mau aus, nur Opel lässt elektrisch eine eigenen Rallye-Cup fahren.
Das Rennsport-Marketing ist seltsam, aus unerfindlichen Gründen wurde auf einen Le Mans Hypercar sogar die Marke Vanwall drauf geklebt, war in der F1 der 1958 ein Jahr lang erfolgreich, zeitgleich mit Borgward in der F2. Es gab mal BRM, British Racing Motors, in den 1940ern gestartet um das Land in die F1 zu bringen. Könnte mir vorstellen dass chinesische Autobauer staatlich gefördert/gefordert gemeinsam ein Rennteam aufstellen um dem Land als solches Respekt zu verschaffen. Japan schaffte das in der F1 nur mit Honda-Motoren, nicht mit ganzen Autos wie es Toyota probiert hat. Dafür wurden Zahlreich Rallye-WM-Titel geholt von Toyota, Mitsubishi, Subaru.
Mit den vielen einzelnen China-Marken wird das noch lange nichts, obwohl, „Weltmeister“ wäre schon eine Ansage.
MainTower meint
Auf absehbare Zeit wird das sowieso nichts mit einem Einstieg von BYD, das Reglement lässt zwar theoretisch 16 Teams zu, die F1 Führung möchte aber maximal 10 oder 11 Teams um die Einnahmen nicht mit noch mehr Teams teilen zu müssen. Schon Cadillac, also GM musste sich als 11tes Team in die F1 reinklagen. Der einzig denkbare Weg wäre ein bestehendes Team zu kaufen, da steht aber die nächsten Jahre nichts zum Verkauf.
Mäx meint
„Der einzig denkbare Weg wäre ein bestehendes Team zu kaufen, da steht aber die nächsten Jahre nichts zum Verkauf.“
Ach das würde ich nicht unbedingt sagen.
Williams ist nicht so dick gepudert, Stroll könnte den Spaß an Aston Martin verlieren, Alpine hat sich aus dem Motorbau verabschiedet und könnte es vielleicht auch alles bleiben lassen, weil sich ein Erfolg auch mit Mercedes Motor nicht einstellen will und bei Audi stand das F1 Engagement schon vor Beginn mehrmals auf der Kippe (auch wenn es aktuell ganz gut aussieht), wenn da das richtige Angebot aus China eintrudelt und man mit gutem Plus aus der Sache rauskommt…wer weiß.
Andi EE meint
Gute Analyse, ich sehe auch Alpine und Williams als wahrscheinlicher Kauf für so einen Deal (BYD). Wichtig für ein Hersteller ist, dass er sich in ein funktionierendes F1-Team einkauft.
MainTower meint
Bezieht dann BYD seine F1 Motoren von Mercedes, wie aktuell auch das Werksteam Renault Alpine?
MK meint
Dass man plötzlich hunderte Millionen Euro in die Entwicklung eines Hochleistungs-Verbrennungsmotors steckt, ist auf jeden Fall eher unwahrscheinlich.
Was die Formel 1 zwar nicht vorsieht und ganz sicher auch in naher Zukunft nicht zulassen wird, aber auf jeden Fall ein Statement wäre, wäre doch ein vollelektrisches Formel 1-Fahrzeug. BYD ist schon bei 1.500 kW Ladeleistung angekommen und baut in China schon erste Ladeparks, wo Autos mit weniger als 1.000 kW Ladeleistung gar nicht mehr laden dürfen…wer weiß also, wann wir die ersten High-Speed-Kurzstreckenrennen sehen, bei denen auch die kürzesten Ladepausen zum Erfolg beitragen können…
M3P_2024 meint
Formel E kennst? Halt (nach wie vor) bisschen wie Mariokart, was aber aus meiner Sicht eher am Regelwerk, dem Rennformat und der Vermarktung und weniger an der Antriebsart liegt.
MK meint
@M3P_2024:
Ja, Formel E kenn ich. Aber hier geht es ja explizit um die Formel 1 und eben nicht die Formel E.
R2D2 meint
MK meint
11.03.2026 um 12:44
………..
die Formel 1 fährt seit diesem Jahr zu 100% mir Efuels.
Niemand würde eine Formel 1 gucken, wo kein sound vorhanden ist. Mittlerweilen schauen die Formel 1 fast 1 Mrd. Menschen… die Formel E so gut wie niemand, weil das sterbenslangweilig anzuschauen ist. Ein E-Auto macht voll Sinn, zur Arbeit und zurückzufahren. Motorsport mit Akku ist so sexy wie braune Cordhosen mit weißen Tennissocken.
MK meint
@R2D2:
Wie ich schon geschrieben habe, halte ich das Szenario eines vollelektrischen Fahrzeugs in der Formel 1 für ausgeschlossen. aber ein bisschen spinnen darf man ja wohl mal oder nicht?
ID.alist meint
Formel 1 ist nicht elektrisch, von daher ist die Aussage eher belanglos. Und BYD kann jederzeit bei Formel E einsteigen, jetzt wo die Formel langsam weg von den Einheitsauto driftet.
Ich weiß nur, BYD könnte sich in Nardò einmieten und den Rekord von Mercedes brechen, ich meine bei 1500kW Ladeleistung wäre es super einfach.
M3P_2024 meint
Immerhin etwas was Mercedes aktuell noch gut macht. Wobei, hat halt ausser dem Name so praktisch gar nix mit Mercedes zu tun.
MainTower meint
Die F1 Motoren werden bei Mercedes AMG High Performance Powertrains, einer 100% Mercerdes Tochter in Brixworth gebaut. Was genau hat da “ praktisch “ nichts mit Mercedes zu tun?
Matthias meint
Weil das Motorenwerk in Brixworth in den 1980er von den Ex-Cosworth-Mitarbeitern Illien und Morgan als Ilmor gegründet wurde und 2005 wurde ein Mercedes-Stern drauf geklebt, und auch noch AMG. Die Daimler-Manager werden sich hüten da mit ihren Weisheiten oder gar mit ihren Leuten reinzupfuschen, weil sie nix von dieser speziellen F1-Welt verstehen – denn dann könnten sie alles in Untertürkheim selber machen und hätten nicht Ilmor kaufen müssen. Oder das Weltmeisterteam von 2009 Honda/Brawn, das 2010 als Mercedes nix mehr gewonnen hat. War schon schlimm genug dass der Norbert „wir hatten den Speed“ Haug an der Boxenmauer einen auf McLaren-Rennleiter machen durfte, oder dann der nächste Knilch, der die Silberpfeile schwarz tünchte wegen BLM.
Ilmor ist weiterhin 100% britisch, wie die ganze moderne Formel 1, nur Ferrari ist ein bißchen italienisch.
Andi EE meint
Der Motor von Mercedes ist schon sehr gut, aber nicht so gut wie er in der Presse dargestellt wird. Das zeigen die Kundenteams von Alpine und Williams (Motoren von Mercedes), die schlecht in die Saison gestartet sind.
Etwas kurios ist, dass McL auch mit Mercedes-Motoren am Start, seines Zeichen Fahrer- und Konstrukteursweltmeister 2025, so viel schlechter performt als das Werksteam von Mercedes. Das ist alles der gleiche Motor.
Ich denke das hat primär mit der Rekuperation zu tun, die jetzt deutlich intelligenter erfolgen muss. Man muss hier ein Optimum aus dem Aufladen der Batterie zusätzlich auf den Geraden / nicht nur beim Bremsen, für die optimale Ausnutzung des Elektromotors finden. Man hat ca. 30% der Runde nicht die maximale Leistung des Elektromotors zur Verfügung. Wenn ein gutes Team 25% schafft und ein schlechtes nur 35%, dann ergibt es eine Riesendifferenz in der Rundenzeit. Ich denke, wer da eine gute KI hat, ist den anderen immer voraus, weil das alles mit menschlichem Verstand optimieren, so viel schlechter geschieht, weil eben so viele Parameter zu berücksichtigen sind.