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VWN und Enercity starten Pilotprojekt für bidirektionales Laden

23.03.2026 in Aufladen & Tanken von Thomas Langenbucher | 6 Kommentare

VWN-Enercity-bidirektionales-Laden

Bild: VW

Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) und Enercity starten ein gemeinsames Pilotprojekt für bidirektionales Laden (kurz: BiDi), das die Einbindung von Elektrofahrzeugen in den Energiemarkt erstmals in einem realen, skalierbaren Anwendungsszenario demonstrieren soll. Im Mittelpunkt steht eine Flotte von 75 elektrischen VW ID. Buzz sowie eine BiDi-fähige Ladeinfrastruktur von Enercity, über die das Zusammenspiel von Fahrzeug, Wallbox, Energiemanagementsystem und virtuellem Kraftwerk getestet wird.

Ziel des Projektes ist es laut VWN, die technische Machbarkeit, die wirtschaftlichen Potenziale und den gesellschaftlichen Nutzen von Vehicle-to-Grid (V2G) im realen Betrieb für Gewerbekund:innen aufzuzeigen und zur Marktreife zu bringen.

„Die Energiewende braucht Flexibilität – und die können wir längst heben, wenn wir Mobilität und Energiesystem zusammen denken“, sagt Aurélie Alemany, Vorstandsvorsitzende Enercity. „Mit dem Pilotprojekt machen wir Firmenflotten zum Teil der Lösung: Die E-Auto-Batterien liefern Flexibilität genau dann, wenn das Energiesystem sie braucht. Das senkt perspektivisch Kosten für unsere Geschäftskund:innen – und unterstützt zugleich Netzstabilität und die Integration erneuerbarer Energien.“

„Unsere ID. Buzz-Flotte kann weit mehr als emissionsfrei fahren – sie wird zu einem aktiven Bestandteil der Energiewende. Die Batterie als flexiblen Speicher zu nutzen, ist der logische nächste Schritt. Er zeigt, welches Potenzial in der Elektromobilität steckt, wenn sie intelligent in das Energiesystem integriert wird“, so Stefan Mecha, Vorstandvorsitzender Volkswagen Nutzfahrzeuge.

Vermarktung von Speicherkapazitäten bringt Zusatzerlöse für Gewerbekunden

Beim bidirektionalen Laden von Elektroautos fließt der Strom nicht nur aus dem Netz in das E-Auto-Akkupack hinein, sondern kann von diesem über die Ladestation auch wieder zurück an das Netz abgegeben werden. Durch die flexible Nutzung und Vermarktung dieser Speicherkapazitäten lassen sich Energiekosten senken und auch zusätzliche Erlöse erzielen. Unter günstigen Rahmenbedingungen sei sogar nahezu kostenfreies Fahren möglich, schätzt das Energieunternehmen. „Den technischen Proof of Concept zum bidirektionalen Laden hat Enercity in einem Laboraufbau bereits erbracht – nun geht es darum, die Wirtschaftlichkeit und Skalierbarkeit des Modells unter Beweis zu stellen“, heißt es.

Im ersten Schritt des Piloten konzentrieren sich die Projektpartner auf die Anwendung für Gewerbekunden mit planbaren Standzeiten und -orten der firmeneigenen Flotten – beispielsweise über Nacht. Für diesen Anwendungsfall soll anhand der V2G-fähigen Fahrzeuge von Volkswagen Nutzfahrzeuge gezeigt werden, dass sich die Potenziale des bidirektionalen Ladens für Anwender einfach und profitabel im Alltag realisieren lassen.

Grafik_Bidirektionales_Laden_Enercity_VWN
(Zum Vergrößern anklicken) Bild: Enercity

Das gemeinsame Projekt startete bereits 2025 mit Vorstudien und geht nun in die konkrete Umsetzung. Es untersucht technische Abläufe, die Vermarktung von Flexibilität über ein virtuelles Kraftwerk sowie Kostensenkungen im Realbetrieb – „und zwar durch Realtime-Tests mit echten B2B-Flotten“, erklären die Verantwortlichen.

Man zähle derzeit zu den wenigen Unternehmen in Deutschland, die beim bidirektionalen Laden bereits erfolgreich reale Marktbedingungen simulieren können, so Enercity. Dabei würden verschiedene Erlösquellen wie Arbitrage und Regelenergie („Value Stacking“) kombiniert. Zusätzlich zur engen technischen Einbindung der Ladeinfrastruktur in das Energiemanagement entstehe auf diese Weise ein ganzheitliches Angebot aus Fahrzeug, Wallbox und Energieprodukt.

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Via: VWN
Tags: Bidirektionales Laden, Kooperation, StromversorgungUnternehmen: Enercity, VW
Antrieb: Elektro-Nutzfahrzeuge

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Jörg2 meint

    24.03.2026 um 09:33

    Da unsere aktuelle Wirtschaftsministerin wohl viel von dem zurückdreht, was bisher als dezentrale Energieversorgung erkennbar war, gebe ich in D solchen Projekten wenig Chancen.

    Die üblichen Hürden sind bekannt:
    Garantieversprechen der Autohersteller vs. schlecht kalkulierbarer „Fremdnutzung“ des Fahrakku;
    Zellchemie des Fahrakku vs. idealer Zellchemie für stationäre Speicher;
    Kosten Fahrakku vs. Kosten stationärer Speicher (bei Kauf, bei Ersatzaustausch)

    Meine sehr persönliche Meinung: PR von VWN

    Antworten
  2. M. meint

    23.03.2026 um 18:51

    Falsch.
    Ein Teilzyklus belastet die Batterie weniger als die entsprechende Strommenge bei einem Vollzyklus, aber nicht „nicht“. Je näher man dabei an der Nennspannung bleibt, umso geringer ist die Alterung, die sich aus diesem Vorgang ergibt. Dazu gibt es zwischenzeitlich aber wirklich genug Daten…
    Davon abgesehen, hat „Ben“ nicht spezifiziert, in welchem Rahmen das für die 10.000 inkludierten kWh zu halten ist. Wird der Vorgang abgebrochen, wenn der SoC 20% unter-, oder 80% überschreitet? Temperaturen in der Umgebung, wie „Garage in der Sommerhitze“?
    Daher Ableitungen für einen gewissen SoC oder Zellspannungsbereich, und Vorhersagen zu treffen, dass die genannte Grenze unerheblich sein soll, obwohl sie augenscheinlich keine Garantieeinschränkungen der sonstigen Nutzung des Fahrzeuges bedeutet, ist schon recht gewagt. 10.000 kWh sind mehr als 50.000 km.

    Antworten
  3. David meint

    23.03.2026 um 10:59

    Ist ja keine neue Sache und leider fehlen immer noch ein paar wichtige gesetzgeberische Voraussetzungen, um damit auch unser Stromnetz entlasten zu können. Also überbrückt man mit solchen praxisnahen Versuchen. Am Ende wird aber der Preis entscheidend, wie viele Autos mitmachen und da reden wir auch vom Preis der Wallbox.

    Antworten
    • Ben meint

      23.03.2026 um 12:05

      Und die kWh begrenzung bei VW mus auch aufgestockt werden 10000kWh bei meinem ID.4 ist bischem matt, wenn der geleast wäre würde ich nichtmal die 4 Jahre damit hinkommen.

      Antworten
      • M. meint

        23.03.2026 um 13:22

        10.000 kWh sind je nach Batteriekapazität beinahe 200 Vollzyklen, das ist nicht wenig, wenn man von 1.000 Vollzyklen bis zur 80%-Grenze ausgeht.

        Antworten
        • Matthias meint

          23.03.2026 um 17:16

          Nichts verstanden, weder im Forum noch bei VW! Nur ein Vollzyklus 100% auf 0% wie bei einer Fahrt mit Maximalreichweite belastet die Akkugesundheit, während die paar kWh für Bidi innerhalb von SOC 20% bis 80% entnommen oder geladen werden, mit Leistungen eher Watt als Kilowatt, akkuschonend. Kein Vergleich zum Fahrbetrieb wo mit teils über 100 kW beschleunigt oder schnellgeladen wird, wohl auch rekuperiert. Zudem ist das Auto und der Akku unterwegs Kälte und Hitze ausgesetzt, zuhause eher in einer Garage.

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