Das BMW-Group-Werk München steht vor dem größten Meilenstein seiner Transformation: Im August startet hier die Serienproduktion des BMW i3 – des zweiten Modells der Elektroauto-Plattform „Neue Klasse“. Damit beginnt der Rollout der Architektur im globalen Produktionsnetzwerk des Konzerns.
„Darauf haben wir uns intensiv vorbereitet. Mit der BMW iFactory haben wir einen konsistenten strategischen Rahmen für unsere Produktion erarbeitet“, erklärt Milan Nedeljković, Produktionsvorstand der BMW AG. „Wir haben in all unseren Werken die Weichen für die anstehenden Anläufe gestellt und stark in Technologien, Digitalisierung und KI investiert.“
Das Werk München hat in den vergangenen Jahren laut BMW eine umfassende Modernisierung durchlaufen. Das Ergebnis sei ein Werk, das heute noch effizienter, flexibler sowie digitaler arbeitet und optimal auf die Anforderungen der Elektromobilität und der Neuen Klasse ausgerichtet ist.
Ab 2027 soll BMWs Stammwerk ausschließlich vollelektrische Fahrzeuge produzieren und einen weiteren Effizienzschub erreichen. „Dazu tragen eine vorausschauende Planung, die enge Zusammenarbeit mit den Entwicklungsteams und den Lieferanten sowie die moderne Produktionstechnik in den neuen Strukturen bei“, heißt es.
„Produktionskosten deutlich gesenkt“
„Bereits in den vergangenen Jahren haben wir Produktionskosten deutlich gesenkt. Mit dem Produktionsstart des BMW i3 werden wir die Produktionskosten am Standort München um weitere zehn Prozent reduzieren und damit unter dem Niveau der aktuellen Fahrzeuggeneration liegen“, sagt Peter Weber, Leiter des BMW Group Werks München. Neben optimierten Produktionsabläufen sowie der gezielten Automatisierung und Digitalisierung, sorge auch die neue Fahrzeugarchitektur der Neuen Klasse für Effizienz.
Das Werk München investiert den Angaben zufolge rund 650 Millionen Euro in die Transformation zu einem rein vollelektrischen Produktionsstandort. Der Standort hat sich in mehr als 100 Jahren immer wieder neu erfunden – von der Fabrik außerhalb der Stadt bis zum heute urbanen Werk, das von der Stadt umgeben ist. Für die Neue Klasse wurde der Standort grundlegend umgebaut, während gleichzeitig die Produktion von bis zu 1000 Fahrzeugen täglich weiterlief. Auf rund einem Drittel der Grundfläche entstand ein neuer Karosseriebau sowie eine BMW zufolge hochmoderne Fahrzeugmontage inklusive neuer Logistikflächen. Gleichzeitig seien auch die bestehenden Technologien umfassend modernisiert worden.
Die „BMW iFactory“
Die „BMW iFactory“ basiert auf den Handlungsfeldern Effizienz, Nachhaltigkeit und Digitalisierung. „Innerhalb dieses Rahmens setzen die weltweiten Werke jeweils standortspezifische Lösungen um und stärken so die Resilienz des Unternehmens sowie seine Fähigkeit, jederzeit und weltweit zuverlässig zu liefern“, erläutert der Autohersteller. „Auch im BMW Group Werk München wurde dieses Zielbild nun konsequent über alle Technologien hinweg umgesetzt.“
„Wir haben den gesamten Wertstrom vom Lieferanten bis zum fertigen Kundenfahrzeug neu gedacht und jeden einzelnen Prozess im Detail angeschaut und optimiert. Heute ist unser Werk noch effizienter, flexibler und noch digitalisierter als je zuvor. Damit sichern wir die Zukunftsfähigkeit des Werks“, sagt Werkleiter Peter Weber.
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Für die Neue Klasse hat das Werk München einen neuen Karosseriebau aufgebaut, dessen Anlagen mithilfe eines virtuellen Zwillings geplant und realisiert wurden. Insgesamt 800 neue Industrieroboter übernehmen dort die Fügevorgänge, die Reduzierung auf fünf Fügeverfahren senkt die Prozesskomplexität. Mit einer Automatisierungsquote von rund 98 Prozent übernimmt Robotik einen Großteil der standardisierten Prozesse. Eine automatisierte Oberflächeninspektion unterstützt die Qualitätsabsicherung.
Wo früher der Motorenbau angesiedelt war, hat die BMW Group im Werk München eine neue Montage für die Neue Klasse aufgebaut. „Die Montage ist konsequent auf durchgängig digitale Prozesse ausgerichtet: Fahrzeuge, Anlagen und Werkzeuge sind vernetzt, digitales Live-Tracking und automatisierte Inline-Qualitätskontrollen unterstützen die Mitarbeitenden im Bandprozess. Schon während der Montage meldet der BMW i3 den Status von bis zu 20.000 Merkmalen digital an das Produktionssystem. Ergonomische Arbeitsplätze, höhenverstellbare Systeme und vereinfachte Abläufe entlasten die Beschäftigten, während gezielte Qualifizierung neue digitale Aufgabenfelder unterstützt.“
Hochvoltbatterien aus Irlbach‑Straßkirchen
„Mit dem neuen Montagewerk für Hochvoltbatterien im rund eineinhalb Stunden entfernten Irlbach‑Straßkirchen in Niederbayern setzt die BMW Group einen starken Impuls für die regionale Wertschöpfung in Bayern“, heißt es weiter. Der Standort beliefere künftig nach dem Grundsatz „Local for Local“ neben weiteren deutschen Fahrzeugwerken auch das Münchner Stammwerk mit Hochvoltbatterien der Gen6. Hier werden sie in den BMW i3 verbaut.
„Die Fertigung der Hochvoltbatterien kombiniert einen konsequenten Null‑Fehler‑Ansatz mit modernsten Produktionstechnologien, die in bayerischen Pilotwerken entwickelt wurden“, unterstreicht das Unternehmen. „Durch lückenlose Inline-Qualitätsprüfungen, digitale Zwillinge und den gezielten Einsatz künstlicher Intelligenz setzt die BMW Group neue Maßstäbe in der Batteriefertigung.“ Die einzelnen Akkus bezieht man dabei weiter von Zulieferern.
Der Gen6 E-Motor für den i3 entsteht im BMW-Group-Werk Steyr in Österreich. „Mit dem ersten E‑Motor im Portfolio baut das Werk seine Rolle als Musterbeispiel für Technologieoffenheit aus“, so der Konzern. „Alle zentralen Komponenten des hochintegrierten E‑Antriebs – vom Rotor und Stator über den Inverter bis zum Getriebe – werden vor Ort gefertigt. Dafür wurden neue Produktionslinien und hochmoderne Sauberraum-Umgebungen geschaffen.“ Das Gehäuse des E-Motors erhält das österreichische Motorenwerk aus der Aluminiumgießerei des BMW Group Werks Landshut.

Mäx meint
Zu den Produktionskosten:
Ich lese das so, dass der i3 sich günstiger produzieren lässt, als der aktuelle G20.
Ist das sehr wohl gewählte Formulierung und meint die reinen Kosten der Schritte vor Ort, oder umfasst das das gesamte Auto.
Zur Erklärung des Unterschieds, was ich meine.
Dass ein BEV auf einer reinen BEV Plattform einfacher zu montieren ist als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor, erscheint logisch.
Aber ob eine 108kWh günstiger ist als ein z.B. 4 Zylinder Motor steht ja auf einem anderen Blatt und wäre dann wirklich eine sehr gute Entwicklung.
Und die Batterie kommt ja von woanders (wie der Motor auch) und wäre dann evtl. nicht in den Produktionskosten drin von denen er spricht.
eBikerin meint
Der Motor des G20 wird aber auch nicht in München produziert, sondern in Styr.
Mäx meint
Hatte ich ja geschrieben
> „[…](wie der Motor auch)[…]“
Missverständlich evtl. dass ich einen Elektromotor meinte und nicht den ICE Motor.
Mäx meint
Also nochmal zur Klarstellung: Ich meinte dabei den ICE Motor^^
Ossisailor meint
Natürlich zählen alle zugelieferten Teile – also auch ein Motor oder die Batterien – zu den Produktionskosten, denn diese werden ja entweder bezahlt oder konzernintern verrechnet.
Mäx meint
Es wäre super, wenn das so wäre.
Denn dann wäre es ja tatsächlich so, dass Margenparität mit dem Verbrennerpendant erreicht wurde.
Dementsprechend dürfte das auch in Ungarn der Fall sein.
Und damit bei zwei sehr wichtigen Baureihen des Konzerns (3er und X3).
Sicher bin ich mir nicht, da man sich, wie dargestellt, entsprechend rauswieseln kann, indem man eben die Kosten vor Ort ohne Zukaufteile meint, also die die aus dem Zusammenbau des Fahrzeugs entstehen.
BMW selber hat gesagt dass das teils der Fall ist aber noch nicht überall und es noch etwas dauert bis man das weltweit erreicht hat.
Kann also gut sein, dass München und i3 in Europa so ein Fall ist.
Aber durch die Wortwahl bleibt (für mich) eine Hintertür, je nach Definition.
Christian meint
Naja, von außen ist das kaum zu beantworten. Die Batterieentwicklung ist noch nicht zu Ende, die von Verbrennern zu 99%? Bei Batterien entwickelt sich der Preis durch Skaleneffekte und Verbesserungen nach unten in Richtung 60€/kWh, bei Motoren steigen die Preise wohl eher weil die BEV die Stückzahlen drücken und die Emissionsvorgaben ansteigen.
M. meint
Genauso sehe ich das auch, wie du das im ersten Absatz beschreibst.
Die Gegenüberstellung von einzelnen Komponenten macht dort auch gar keinen Sinn, da die Funktion der Batterie nicht der eines Tanks entspricht, aber auch nicht der des Verbrennungsmotors – die Trennlinie verläuft wohl am Kolbenboden ;-)
Aber eine reine Anzahl ist zu unterschiedlich.
Besser ist es, den kompletten Antriebsstrang gegenüberzustellen. Dann wird ein fader 4-Zylinder vermutlich günstiger sein als ein i3 mit 108 kWh-Batterie.
Beim BEV ist Leistung günstig zu machen, beim Verbrenner ist es Reichweite…