Nissan und Easelink kombinieren im britischen Forschungsprojekt SUITE (Smart Use of Integrated Technology for EVs) bidirektionales AC-Laden mit automatisierter konduktiver Ladetechnologie. Das Nissan Technical Centre Europe (NTCE) leitet das staatlich geförderte Projekt, das mehrere Durchbruchstechnologien für das E-Mobilitäts-Ökosystem hervorbringen soll. Eine davon ist ein bidirektionaler Automated Charging Device (ACD) namens Matrix Charging von Easelink.
Die Zusammenarbeit baut auf Nissans Erfahrung aus weltweit realisierten V2G-Projekten (Vehicle-to-Grid) der vergangenen zehn Jahre auf. Felddaten zeigen laut den Projektverantwortlichen, dass Nutzer ihr Elektrofahrzeug beim Parken seltener anstecken, je höher der Ladezustand ist. Dadurch entstehe unvorhersehbare Fahrzeugverfügbarkeit, was Energieversorgern und Netzbetreibern die Nutzung von Fahrzeugbatterien als reaktionsschnelle Energiequelle erschwere.
„Unsere Erfahrungen aus Praxiseinsätzen haben gezeigt, dass das Ladeverhalten der Nutzer nach wie vor ein entscheidender Faktor ist, der die volle Ausschöpfung des V2G-Potenzials behindert“, so Kazuyuki Sakamoto vom Nissan Technical Center Europe. „Selbst sehr engagierte Elektroautofahrer schließen ihr Fahrzeug nicht konsequent an die Ladestation an, sobald der Ladezustand der Batterie für den täglichen Gebrauch ausreicht. Das automatisierte Laden löst genau diese Herausforderung: Das Fahrzeug wird automatisch angeschlossen, sobald es geparkt wird, ohne dass der Fahrer etwas tun muss.“
Easelinks Matrix-Charging-Technologie ermöglicht vollautomatisches, konduktives bidirektionales AC-Laden ohne Kabel und ohne Eingriff der Nutzer. Das System besteht aus einem Matrix Charging Connector im Fahrzeugunterboden und einem Matrix Charging Pad am Stellplatz. Sobald das Elektroauto über dem Pad parkt, wird ein flexibler Faltenbalg automatisch abgesenkt und stellt die konduktive Ladeverbindung her.
Das Forschungsprojekt wird als weltweit erster Einsatz automatisierter Ladetechnologie in einem AC-V2G-Umfeld beschrieben. Parallel sind Nissan und Easelink gemeinsam mit Audi und Voyah Gründungsmitglieder der Matrix Charging Interest Group. Die Gruppe soll technische Spezifikationen und Schnittstellenparameter für Matrix Charging über Fahrzeugmarken und Märkte hinweg harmonisieren.
Hermann Stockinger, Gründer und Geschäftsführer von Easelink, erklärt, das gemeinsam entwickelte Know-how fließe direkt in die Matrix Charging Interest Group ein, wo sie in technische Spezifikationen umgesetzt werden, die als Grundlage für einen globalen Industriestandard dienen. Gregor Eckhard, Technikchef von Easelink, ergänzt, V2G sei ein zentraler Pfeiler der langfristigen Strategie des Unternehmens. Beide Initiativen adressierten die Aufgabe, Elektrofahrzeuge zuverlässiger und häufiger mit dem Netz zu verbinden.

Ihre Meinung