Mazda-Chef Masahiro Moro erwartet deutlich weniger Elektro-Anteil an den Verkäufen als noch vor wenigen Jahren. Vor zwei oder drei Jahren habe man noch damit gerechnet, dass Elektrofahrzeuge bis 2030 insgesamt 25 bis 40 Prozent des weltweiten Umsatzes der Japaner ausmachen. „Zwischenzeitlich haben wir die Prognose auf 15 Prozent geändert. Wir versuchen, realistisch zu sein“, so Moro im Gespräch mit Auto Motor und Sport.
Um das Ziel zu erreichen, kooperiert das Unternehmen mit anderen Herstellern wie Toyota. „Dazu konzentrieren wir uns auch auf die Weiterentwicklung von Verbrennungsmotoren und Hybridantrieben. Wir entwickeln derzeit ein eigenes Hybridsystem für den neuen CX-5 und für unsere Fahrzeuge, basierend auf der großen Plattform“, so Moro.
Mazda will künftig auch Modelle mit Verbrennungsmotor anbieten, deren CO2 während der Fahrt aus den Abgasen abgeschieden wird. Solche Pkw soll nach Aussage des Mazda-Chefs sogar sauberer fahren als Elektroautos. Man arbeite sowohl an klimaneutralen Kraftstoffen als auch am Thema CO2-Abscheidung. Bei einer optimalen Nutzung beider Technologien könnte man den CO2-Anfall fast komplett auf Null herunterfahren. „Das ist besser als das, was ein Elektrofahrzeug in einem Lebenszyklus leisten könnte“, sagte Moro.
Den Start seines ersten komplett eigenständigen Elektroautos hat Mazda derweil um zwei Jahre auf 2029 verschoben. Zugleich will man die Investitionen in Stromer nahezu halbieren. Der Fokus soll stärker auf Hybriden und in China gefertigten elektrifizierten Produkten liegen. Moro erklärte im Mai, die internen Bemühungen würden von E-Auto-bezogenen Arbeiten zurück zu Verbrennungsmotoren und Hybridfahrzeugen verlagert.
In ausgewählten Märkten will Mazda die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen mit Produkten bedienen, die in China mit Changan Automobile entwickelt wurden. Hierzulande sind davon bereits die Limousine Mazda6e sowie das SUV CX-6e an im Angebot, die in der gehobenen Mittelklasse angesiedelt sind.

Ingo meint
Mir geht es hier genauso wie den meisten Kommentierenden. MAZDA hat mich leider verloren, da ich seit 2020 nur noch rein elektrisch fahre. Ich war begeisterter MAZDA-Fahrer, hatte einen MX5. Dann habe ich auf den MX-30 gewartet. Das Auto war eine Unverschämtheit. Ich hatte immer wieder gehofft, dass der MX5 als Elektoversion herauskommt. Bisher scheinbar vergeblich. Diesen würde ich dann sofort wieder kaufen.
F. K. Fast meint
Wir hatten von 2015 bis 2019 einen Mazda 3. Tolles Auto. Danach haben sie uns verloren, weil nichts sinnvolles reinelektrisches im Angebot. Wenn ich bei Mazda kaufe, erwarte ich nicht nur Mazda-Design, sondern auch Entwicklung und Herstellung bei Mazda.
Mazda, Honda, Mitsubishi, Toyota haben irgendwie den Knall nicht gehört. Wenn sie nicht bald ordentliche und preiswerte BEVs in Europa anbieten, spielen sie bald keine Rolle mehr.
ErichW meint
Schade, Mazda war immer eine interessante Marke mit eigenen technischen Ansätzen. Aber die Elektromobilität sausen zu lassen wird sich als schwerer Fehler erweisen.
Thomas meint
Mazda hat meine Frau und mich als Kunden verloren. Wir haben beide einen KIA gekauft, da bei Mazda nichts für uns infrage kam. Kein E- Auto unter 4,8 Meter Länge und kastrophale Bedienung nur über Bildschirm. Der Händler tut uns leid, da er am wenigsten dafür kann.
M. meint
Elektroautos von Mazda?
Ich kenne nur allenfalls mittelmäßige Chinesen mit Mazda-Logo.
David meint
Tja, wenn eine Nation bisher bei der Elektromobilität noch nicht so richtig geglänzt hat, ist das – entgegen der Meinung führender Kommentatoren aus der Tesla-Fanbase hier – keinesfalls Deutschland, sondern Japan.
Matthias meint
Japan hat den Lithium-Ionen-Akku zur Marktreife gebracht, Nobelpreis dafür. Mit dem Zellformat 18650 wurden in den 1990er Videokameras und Laptops ausgestattet, und das ermöglichte Tesla, wo lange Zeit nur Panasonic verbaut wurde. Zudem hat Japan das DC-Schnellladen mit Chademo erfunden, sowohl Mitsubishi als auch Nissan haben dafür sehr früh Autos gebaut. Aber seit den 2010er Jahren Stagnation. Man könnte meinen das Seebeben von 2011 mit Zigtausend Toten und Vermissten, das in Deutschland fast nur als KKW-Havarie wahrgenommen wurde, hat die Japaner gelähmt.
Georg Pürt meint
Das Elektroangebot bei Mazda ist, ähem, sehr überschaubar. Freilich ist meines Wissens auch in Japan selbst in der Bevölkerung die Affinität zum BEV allgemein zurückhaltend und das spielt sicher mit eine Rolle bei den Produktentscheidungen und -prioritäten (siehe auch Toyota u. a.).
South meint
Mja, Mazda und allgemein die Japaner tun sich mit eAutos sehr schwer und das merken auch die Kunden. Ich mein, ist ja auch schwer als Kunde, sich ein eAuto von einem Hersteller zu holen, der offensichtlich keinen Bock drauf hat….
Anti-Brumm meint
Wie soll man bei Mazda denn den Elektro-Anteil auf 25-40% bringen, wenn die Modellpalette sowas nichtmal ansatzweise hergibt? Und die 2-3 verfügbaren Modelle sind nichtmal vom Hersteller selbst. Der Mazda2 ist ein Toyota, der 6e ist ein Chinese. lol
cbzac meint
> Man arbeite sowohl an klimaneutralen Kraftstoffen als auch am Thema CO2-Abscheidung. Bei einer optimalen Nutzung beider Technologien könnte man den CO2-Anfall fast komplett auf Null herunterfahren. „Das ist besser als das, was ein Elektrofahrzeug in einem Lebenszyklus leisten könnte“ <
Blabla, nichts davon ist tatsächlich einsatzbereit, aber der E-Anteil wird trotzdem zurückgebaut. Die sinkende E-Quote ist daher selbsterfüllende Prophezeiung. Möge Mazda damit baden gehen.
SB meint
Wenn ich einen Mazda kaufe, möcht ich kein umgelabeltes Chinaprodukt, das für den Stau in chinesischen Megacitys entwickelt wurde, sondern:
Fahrspaß, Zuverlässigkeit, Langlebigkeit, Fokus auf den Fahrer, der Freude am Fahren auf kurvenreichen Landstraßen erleben will.
Es ist schade, dass die Herstellern von brillanten Verbrennern, wie Mazda MX-5, Toyota Yaris GR, MR-2, Honda Civic R, Subaru Impreza WRX oder BRZ ihre riesige Kompetenz nicht für BEVs einsetzen.
Matthias meint
Bei welchem Ausstattungspaket werden die „kurvenreichen Landstraßen“ mitgeliefert?
Futureman meint
Die Japaner scheinen zu hoffen, das der Kelch Elektromobilität vorbei geht. Aber mit den Aussagen sieht es eher nach Untergang aus. Da passt es, dass sie sich zusammen schließen wollen. Wohl als eine Art Allianz ohne Zukunft.
Frank Leym meint
Ich habe direkte Kontakte
und in der Tat glauben viele Japaner nicht an eine Verbreiterung der eMobilität in den nächsten 10, 20.. Jahren, jedenfalls in ihrem Land.
Thomas meint
Warum eigentlich nicht?