Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) testet neue Lösungen für den Busbetrieb. Mit Blick auf die nachfrageorientierte Anpassung des Busnetzes will die MVG den Einsatz von kleineren Fahrzeugen erproben.
Dazu lässt die MVG in den kommenden Wochen zwei elektrische Midibusse im Linienbetrieb fahren, um Erkenntnisse aus den Praxiseinsatz zu gewinnen. Konkret eingesetzt werden der Solaris Urbino 9 LE electric und der Wrightbus WB9 9M BUS EU. Der Solaris verfügt über bis zu 350 kWh Speicherkapazität, eine konkrete Reichweitenangabe macht der Hersteller nicht. Der Wrightbus soll mit 282 kWh bis zu 300 Kilometer pro Ladung schaffen.
Die Fahrzeuge dieser Klasse sind in der Regel zwischen 8 und 10 Meter lang und bieten Platz für 50 bis 60 Fahrgäste. Sie eignen sich vor allem für die Erschließung von Wohngebieten, in denen die Straßenverhältnisse beengt sind und die Fahrgastnachfrage große Busse nicht rechtfertigt.
Im August werden zunächst parallel beide Fahrzeuge ganztägig auf der Linie 135 im Fahrgastbetrieb im Einsatz sein, anschließend der Wrightbus WB9 9M BUS EU.
Flankierend bereitet die MVG gemeinsam mit MAN und dem Technologiepartner Adastec im Forschungsprojekt Minga den Einsatz eines automatisierten Elektrobusses vor.

MK meint
In Marburg sind bereits seit 5 Jahren elektrische Midi-Busse von Rampini im Einsatz und haben sich seitdem mehr als bewährt. Allerdings ist hier der Grund nicht eine geringe Fahrgastzahl (oftmals sind die wirklich gequetscht voll und müssen so Steigungen von fast 20% bewältigen), sondern die enge der historischen Altstadt. Grade auf solch bergigen, verwinkelten Strecken können die Elektrofahrzeuge ihre Vorteile voll ausspielen: Rekuperation, wenn es Berg ab geht, immer volles Drehmoment am Anstieg und deutlich leiser für die Anwohner.