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NABU: Deutsche Hersteller müssen beim E-Lkw aufs Tempo drücken

15.09.2026 in Politik, Transport von Thomas Langenbucher | 8 Kommentare

Scania-Elektro-Lkw-laedt

Bild: Scania CV AB | Dan Boman

Zum Start der IAA Transportation in Hannover fordert der Naturschutzbund Deutschland (NABU) einen schnelleren Hochlauf batterieelektrischer Lkw und einen zügigen Ausbau der Ladeinfrastruktur. Die europäische Nutzfahrzeugindustrie steht unter wachsendem internationalen Wettbewerbsdruck. Deutschland und Europa müssen laut dem NABU jetzt dafür sorgen, dass die Lkw der Zukunft auch hier entwickelt und produziert werden.

„Die entscheidende Frage ist nicht, ob die Transformation des Lkw-Marktes kommt, sondern wo die Fahrzeuge der Zukunft produziert werden“, sagt Merlin Jonack, NABU-Verkehrsexperte. „Wer Wertschöpfung und Arbeitsplätze sichern will, muss den Hochlauf batterieelektrischer Lkw beschleunigen und die dafür notwendige Wertschöpfung in Europa sichern und ausbauen. Dafür braucht die Industrie vor allem verlässliche politische Rahmenbedingungen.“

Batterieelektrische Lkw seien inzwischen für einen Großteil der Einsatzbereiche verfügbar und spielten aufgrund ihrer hohen Energieeffizienz eine zentrale Rolle bei der Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs. Der NABU fordert deshalb, die europäischen CO₂-Vorgaben für schwere Nutzfahrzeuge festzuhalten. Die Hersteller hätten erst im Mai zusätzliche Flexibilität für die Zielerreichung erhalten. Eine erneute Aufweichung würde Investitionen weiter verzögern und Planungssicherheit für Hersteller, Logistiker und Infrastrukturbetreiber untergraben.

Gleichzeitig müsse der Ausbau der Ladeinfrastruktur mit dem Fahrzeughochlauf Schritt halten. Dass die Branche investieren wolle, zeigten die jüngsten Förderprogramme des Bundes: Ein zunächst mit 50 Millionen Euro ausgestattetes Programm für private E-Lkw-Ladeinfrastruktur sei innerhalb weniger Stunden ausgeschöpft gewesen und noch am selben Tag auf 150 Millionen Euro aufgestockt worden. Auch weitere Programme seien deutlich überzeichnet.

„Die Politik darf Infrastruktur und Nachfrage nicht gegeneinander ausspielen“, so Jonack. „Netzanschlüsse müssen schneller, Depotladen einfacher und das öffentliche Ladenetz zügig ausgebaut werden. Fehlende Infrastruktur ist aber kein Argument, den Markthochlauf zu bremsen. Schwächere CO₂-Standards bauen keine einzige Ladesäule.“

Der NABU spricht sich für einen klaren Fokus auf batterieelektrische Lkw aus. Knappe nachhaltige Biokraftstoffe würden in anderen Bereichen dringend benötigt und böten keine Grundlage für einen Lkw-Massenmarkt. Öffentliche Mittel sollten vorrangig dort eingesetzt werden, wo der Markt bereits skaliert: bei Stromnetzen, Ladeinfrastruktur und emissionsfreien Fahrzeugen.

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Via: NABU
Tags: Emissionen, NachhaltigkeitAntrieb: Elektro-Nutzfahrzeuge

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Michael meint

    15.09.2026 um 12:29

    Nein, die Politik muss endlich den künstlich verteuerten Strom billiger machen. Das ist die grösste Hürde für elektrische LKW. Und die immer noch fehlende Ladeinfrastruktur auf Autibahnen.

    Antworten
    • M. meint

      15.09.2026 um 12:34

      Da könnte man schon was machen, z.B.
      Merrit-Order-Prinzip überdenken
      Netze zurückkaufen
      Aber beides wird mit Reiche nichts.

      Antworten
      • MichaelEV meint

        15.09.2026 um 23:36

        Und was soll die Alternative zu Merit-Order sein? Es ist das richtige Prinzip, wird aber falsch angewendet. Der preissetzende teure Erzeuger setzt den Preis durch die große heterogene Gebotszone in sehr viel größerem Umfang als notwendig und es bei einem nodalen Preissystem passieren würde.
        Generell ist es essentiell und reguläre Marktwirtschaft, dass andere Erzeuger im richtigen Umfang auch den Preis des teuersten Erzeugers bekommen, nur so gibt es einen Anreiz den teuren Erzeuger zu substituieren (sonst würde dieser nicht im Wettbewerb stehen).

        Und „Netze zurückkaufen“ ist auch nur eine Pseudo-Lösung. Es ändert nichts an den grundsätzlichen Problemen, egal ob in privater oder staatlicher Hand: der Netzausbau treibt die Kosten, der regulierte fixe Preis bot bisher keinen Anreiz freie Kapazitäten durch dynamische Bepreisung auszulasten, die Gebotszone führt zu immer mehr Fehlallokationen, die als ansteigende Redispatch-Kosten im Netzentgelt landen.
        Letztendlich endet ein solches fixes Preissystem in einer Spirale: die Preise steigen (Netzausbau, Redispatch) -> die Nachfrage sinkt -> Kosten durch weniger Menge geteilt ergibt höhere Preise -> die Nachfrage sinkt

        Auswege sind eine wirksame dynamische Bepreisung, Aufspaltung der Gebotszone und final ein nodales Preissystem.

        Antworten
    • Jörg2 meint

      15.09.2026 um 12:38

      Michael

      Die Frachtführer laden endweder auf den eigenen Betriebshöfen zu ihren Großkunden-Strom-Einkaufspreisen (inkl. Eigenproduktion) oder (zukünftig) per Durchleitungsmodell an den aktuell in Errichtung sich befindlichen autobahnnahen Lademöglichkeiten.

      Die Strompreise die wir aus unseren Haushalten und aus den diversen Abo- und Roamingmodellen kennen, treffen da nicht wirklich zu.

      Aber ja, niedrigere Strompreise würden helfen. Ein offener Wettbewerb der Stromanbieter an den Ladesäulen um die Kundschaft würde da eventuell helfen.

      Antworten
      • M. meint

        15.09.2026 um 18:28

        Offener Wettbewerb? An welchen Ladesäulen denn?
        Ladesäulen, die ein Anbieter selbst bezahlt hat, oder Ladesäulen, die ganz allgemein unbewirtschaftet sind und zur Vermietung stehen, damit jeder sie geschäftlich für seine Zwecke nutzen kann?

        Ich wäre ja auch dafür, dass jeder Vermieter deine Dachgeschosswohnung vermieten kann, indem er einfach eine Pauschale an dich zahlt und die Abrechnung übernimmt.
        Und nein, es kommt gar nicht in die Tüte, dass du da eigene Verträge mit einem Mieter abschließt, die keiner unterbieten darf.
        Und die Lidl-Kekse die hätte ich gerne bei Aldi im Regal…
        Ich frage mich echt, wie man auf solche Enteignungs-Phantasien kommt.

        Antworten
        • Jörg2 meint

          15.09.2026 um 20:34

          Entfernt. Bitte verfassen Sie konstruktive Kommentare. Danke, die Redaktion.

        • Jörg2 meint

          16.09.2026 um 11:25

          M

          Ich versuche es nochmal „konstruktiv“

          Es geht um Lkw-Verkehre und die zukünftigen, autobahnnahe Ladeinfrastruktur.
          Bitte sieh Dir die Ausschreibung dazu an.
          Du wirst (neben den bekannten Zahlmethoden) das Durchleitungsmodell finden.
          Was Du nicht finden wirst: „Enteignung“, halluzinierte „Dachgeschosswohnungen“ und auch Deine Lidl-Lieblingskekse tauchen da nicht auf.

          Nur Meinung hilft nicht weiter. Ahnung ist besser.

    • South meint

      16.09.2026 um 08:25

      Erst letztens eine Meldung gelesen das ca. 150 Schnellladestationen für LKW geplant sind, also als Startpunkt. Zudem sind ganz viele LKW nicht im Fernverkehr, sondern pendeln zwischen Unternehmensstandorten/Kunden und die könnten heute schon auf eLKW umgestellt werden. Das größte Hemmnis sind tatsächlich noch die Herstellungskosten. So leid es einem tun kann, aber es ist fast wie bei den PKW. Ohne Druck aus China würde da lange nix vorangehen…

      Antworten

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