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T&E-Studie: Elektro-Lkw haben in Deutschland deutlichen Kostenvorteil

28.09.2026 in Studien & Umfragen, Transport von Thomas Langenbucher | Kommentieren

MAN-eTGX

Bild: MAN (Symbolbild)

Laut einem Bericht der Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) sind die Gesamtbetriebskosten von elektrischen Lkw in sechs der neun wichtigsten EU-Märkte günstiger als die von Diesel-Lkw. Auf die analysierten Märkte entfallen 46 Prozent aller in der EU neu zugelassenen schweren Lkw.

In Deutschland sind die Kostenersparnisse der Auswertung zufolge mit am höchsten: Über einen Zeitraum von fünf Jahren betragen sie 85.000 Euro, wobei sich E-Lkw bereits nach zwei Jahren amortisieren. Angesichts der derzeit hohen Dieselpreise könnten die Einsparungen auf 106.000 Euro steigen.

Bislang haben europäische Lkw-Hersteller den Markt dominiert. Doch inzwischen sind wettbewerbsfähige Elektro-Lkw aus China und den USA zu einem niedrigeren Kaufpreis im Angebot. Für Deutschland könnten sie über einen Zeitraum von fünf Jahren zusätzliche Einsparungen in Höhe von 34.000 Euro bedeuten, so T&E. Dies sollte ein Weckruf für die europäischen Lkw-Hersteller sein, da angesichts der geringen Margen in der Branche der Gewinn im Vordergrund stehe. Sie müssten daher ihre Produktion von E-Lkw beschleunigen und ausweiten, um ihre Marktführerschaft zu behalten.

„Bedingungen für E-Lkw in Deutschland besonders gut“

„Der europäische Vergleich zeigt: Die Bedingungen für E-Lkw sind in Deutschland besonders gut“, sagt Johanna Braun, Managerin für E-Mobilität im Bereich Lkw bei T&E Deutschland. „Schon nach zwei Jahren machen sich die Investitionskosten bezahlt und Speditionen können mit E-Lkw Geld sparen. Gleichzeitig sind E-Lkw der beste Schutz vor Schocks am Ölmarkt. Der Tankrabatt der Bundesregierung hingegen wird tausende Unternehmen kurzfristig in falscher Sicherheit wiegen und die Abhängigkeit der Transportbranche von teuer importiertem Diesel unnötig verlängern.“

Die Kostenvorteile von E-Lkw schlagen sich bereits in steigenden Verkaufszahlen nieder: 2025 waren 3,2 Prozent aller in der EU neu verkauften Lkw über fünf Tonnen elektrisch. In Deutschland waren es im selben Jahr bereits 7,2 Prozent, ein Anstieg um circa 60 Prozent gegenüber 2024. Dabei profitiert besonders der deutsche Hersteller Daimler Trucks: Während der Marktanteil des Lkw-Herstellers bei Diesel-Lkw bei knapp 20 Prozent stagniert, ist sein Marktanteil bei E-Lkw T&E zufolge mit knapp 40 Prozent doppelt so hoch und wächst weiter stark an. Zusammen mit dem zweiten deutschen Hersteller MAN hätten deutsche E-Lkw-Marken derzeit einen Marktanteil von gut 50 Prozent unter europäischen Neuzulassungen.

„Deutsche Lkw-Hersteller profitieren gerade besonders stark vom E-Lkw-Hochlauf. Um diese Marktführerschaft zu sichern, muss die Bundesregierung die Rahmenbedingungen für den Markt mindestens stabil halten und allen Marktteilnehmern Investitionssicherheit geben“, fordert Braun. „China drängt bereits mit wettbewerbsfähigen E-Lkw auf den Markt. Wenn die europäischen Elektrifizierungsziele abgeschwächt werden, profitieren außereuropäische Lkw-Hersteller und sichern sich Marktanteile. Anstatt die europäischen Ziele immer weiter zu verschieben, sollten heimische Hersteller sich darauf fokussieren, ihren Vorsprung im eigenen Markt zu behaupten.“

T&E appelliert an die Bundesregierung, dass diese sich gegen eine Verwässerung der CO2-Flottengrenzwerte für Lkw einsetzt. Das CO2-Ziel von -43 Prozent bis 2030 dürfe nicht weiter ausgehöhlt werden. Das sei entscheidend, um sicherzustellen, dass die Hersteller mehr E-Lkw anbieten und die notwendigen Skaleneffekte erzielen, um die Preise weiter zu senken.

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Via: T&E (ENG)
Tags: Lkw, T&EAntrieb: Elektro-Nutzfahrzeuge

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

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