Die chinesischen, auch in Deutschland aktiven Elektroauto-Hersteller Nio und XPeng haben neue Meilensteine verkündet. Während Nio vor wenigen Tagen das 800.000 Fahrzeug produzierte, gab XPeng im Juli die Auslieferung seines 800.000 Wagens bekannt.
Der 800.000 Nio war kein Model der Kernmarke, sondern ein großes SUV der in diesem Jahr gestarteten neuen Marke für den Volumenmarkt Onvo. „Mit diesem Meilenstein von 800.000 Stück beginnt für Nio ein neues Kapitel“, heißt es in einer Mitteilung. „Das Unternehmen setzt weiterhin auf kontinuierliche Innovation, ultimative Produkte und einen Service, der die Erwartungen übertrifft. Schritt für Schritt nähert sich das Unternehmen dem nächsten Meilenstein: eine Million Fahrzeuge.“
Nio wurde 2014 gegründet und hat seinen Sitz in Shanghai. Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung intelligenter, leistungsstarker Elektroautos spezialisiert. Die Kernmarke konzentriert sich mit bisher fünf Limousinen- beziehungsweise Kombi-Modellen (ET5 & ET7) und mehreren SUV-Baureihen (EL6, EL7 & EL8) auf den Premiummarkt. Neben der Fahrzeugproduktion legt Nio großen Wert auf Softwareintegration, autonomes Fahren und ein umfassendes Ökosystem rund um Mobilität und Benutzererlebnis. Zusätzlich zu Onvo gibt es noch die neue, auf kleine E-Autos spezialisierte Marke Firefly.
XPeng wurde ebenfalls 2014 gegründet, in Guangzhou. Das Unternehmen setzt auf intelligente und technologisch fortschrittliche Elektroautos. XPeng positioniert sich als Innovator in der Elektromobilität mit besonderem Fokus auf autonomes Fahren und Softwareintegration. Die Chinesen kooperieren mit Volkswagen, das einen Anteil von knapp fünf Prozent an dem Unternehmen hält.
Einige Tage vor Nio meldete XPeng, insgesamt 800.000 Fahrzeuge ausgeliefert zu haben. Aktuell bietet die Marke vier Modelle an, hierzulande werden bisher der SUV-Crossover G6 und das große SUV G9 verkauft.

Thomas meint
Es sieht so aus als hätte VW mit Xpeng einen guten Partner an Bord. Die Absatzzahlen in China entwickeln sich sehr gut, zudem ist Xpeng nache an der Profitabilität. Gleiches gitl übrigens auch für Leapmotor (den Stellantis-Partner). Anfors zu Absatzzahlen gibt es regelmäßig auf cleantechnica.
NIO dagegen verbrennt große Mengen Cash, u.a. mit mehreren Marken-exklusiven Batteriewechsel-Systemen. Dazu technisch wenig begeisternde Fahrzeuge mit lahmen Ladezeiten und hohen Preisen. Dementsprechend mau ist die Entwicklung der Absatzzahlen. Wenn Firefly und Onvo nicht zünden dürften die Investoren langsam nervös werden.
Mary Schmitt meint
Habe mal kurz geguckt, wie es in Deutschland läuft. 121 Nio bisher in 2025 zugelassen. Bei Xpeng sind es 1.065. Zusammen 0,1% Marktanteil.
Jörg2 meint
Ich hab gerade mal nachgesehen, VW-BEV-Marktanteil in meinem Fuhrpark: 0%.
Beim Nachbarn auch.
Bei dessen Nachbarn auch.
Was sagt uns das jetzt?
Das es Relevanz hat, wenn man sich Weltweitgesamtzahlen ansieht, was regionale Bereiche so hergeben?
Mary Schmitt meint
Das sagt eigentlich nur, dass Tesla-Fans noch stärker mit der Lupe auf dem Globus suchen müssen, wenn sie Erfolge von Tesla benötigen. Ich würde da an deiner Stelle keinen Mikrokosmos abmoderieren. Du könntest ihn noch brauchen. Neulich war ja Norwegen plötzlich wieder „in“. Gut, hat sich im Juli erledigt, nur noch dreistellige Zahlen. Aber „weltweit“ oder „China“ kann ich dir nicht mehr empfehlen. Es waren knapp 700k weltweit und ein Blick in den Juli in China dürfte dir den Tag verderben: In einem Monat über 36k verloren!
Jörg2 meint
Mary
Zum wiederholten Male: ich habe mit Tesla nichts am Hut.
Dann ziehen wir den Betrachtungswinkel größer?
VW-BEV-Marktanteil China?
VW-BEV-Marktanteil USA?
Oder verstecken wir die 2% und 3%, bleiben bei weltweit oder dann doch nur in D?
Matze meint
Ich denke sie verwechselt dich mit dem Jörg von Tealamag, der 6,5k Kommentare dort geschrieben hat und vermutlich sehr Tesla fixiert ist/war.
Jörg2 meint
Matze
Danke für Deinen Hinweis!
Kann sein, dass in Marie‘s Scheibenwelt „Jörg“ exklusiv nur eine Person sein kann.
So, wie offenbar alle, die nicht ihrer/seiner Meinung sind, automatisch blitzverliebte Fans von Tesla sein müssen.
Future meint
Jeder verkaufte Nio oder XPeng ist eben kein verkaufter VW.
So geht das in die richtige Richtung, Mary. Deutschland ist da noch am Anfang, aber weltweit sieht es schon besser aus. Aber es ist natürlich ein langer Weg, um den ganzen Dr eck von VW zu beseitigen.
M. meint
Autos aus Diktaturen, in denen die führende Partei ihre Nase in alles steckt, und die selbst vor nichts zurückschreckt, um ihre Visionen durchzuprügeln – die beseitigen den VW-Dreck.
Ich weiß nicht, wie oft man sich das selbst vorsagen muss, bis man es glaubt.
Hast du mal mitgezählt?
Werner Mauss meint
Jo, VW ist ja auch ganz undiktaorisch, wird mit meinen Steuern selbst bei Vollversagen am Leben gehalten und bei massivem Betrug am Kunden durch den Staat geschützt. Und BMW, wer war da nochmals wie bei Varta der Mitgründer? Achso, Quandt der Stiefsohn von unserem lieben Propagandaminister. Wenn man da etwas genauer hinschaut wer da so in den Vorstandsetagen mit dabei war, naja. Beim Stern war sogar mal der V2 Mann im Vorstand.
Future meint
Was haben Diktaturen mit VW zu tun? Ja, da besteht eine lange Verbindung, seit der Gründung des Konzerns.
Aber es hilft trotzdem nichts. Die 9 Mio. Verbrenner, dieses Jahr sind es ein paar weniger, müssen weg. Dabei dürfen natürlich auch gerne die Diktatoren helfen. Es ist definitiv nicht alles schlecht, was Xi, Orban oder Trump für uns mitentscheiden.
M. meint
Ablenkung wäre auch ein gute Nick für dich. Ein besserer sogar.
In China baut niemand Autos, solange die KP das nicht will. Und wenn es nicht reichen würde, einem unartigen hersteller die unverzichtbaren Subventionen zu streichen, macht man auch Hausbesuche.
Kennst du Jack Ma? Der war auch mal frech. Dann war er weg. Jetzt ist er auf Parteilinie. Was meinst du, ist da passiert? Hat man mit dem in einer TV-Show diskutiert?
BYD wollte seine Europa-Fabrik in Polen bauen. Polen war aber für die Zölle. Die KP hatte darauf hin die Order ausgegeben, dass in solchen Ländern keine Fabrik gebaut werden soll. Und? Baut BYD in Polen?
Kein einziger chinesischer Hersteller ist unabhängig von der Partei. die Partei kann jedem Unternehmen in China von heute auf morgen den Saft abdrehen. Sei es strategische Ausrichtung, sei es Nutzerdaten, sei es nur die Planung, wo und was man sonstwo bauen will.
Und deswegen sind diese Autos allesamt ein NoGo.
Nicht für jeden, aber manche kommen hier halt lieber mit der Gründungsgeschichte von VW vor ~85 Jahren, ausblendend, dass der „Gründer“ in Rauch aufgegangen ist. Der Chef in China aller Autobauer in China allerdings nicht.
Die Verbrenner (8 Mio. inkl. PHEV) bei VW kommen auch noch weg. Nur nicht so.
Xi hat da im besten Fall gar nichts zu entscheiden. Egal, ob es dir gefällt oder nicht – hier hat den niemand gewählt. Von den beiden anderen A…. rede ich da gar nicht erst.
Future meint
Autobauer, auch deutsche, müssen sich natürlich immer mit den Regierungen arrangieren. Das ist doch in China nicht anders als beispielsweise in Ungarn: »Enteignung ausländischer Firmen in Ungarn greift um sich« (FR). Das geht seit Jahren so. Trotzdem kommen die Investoren gerne nach Ungarn. Man muss sich eben arrangieren und einen guten Draht nach oben haben, auch in Deutschland geht das so – Lobbykratie statt Demokratie. Und VW hat ja schon angekündigt, auch mit Trump nochmal selber zu verhandeln. So geht das – jetzt wird halt mehr darüber gesprochen, weil die chinesische Konkurrenz so stark geworden ist bei der Antriebswende.
Jörg2 meint
M
Du vergisst, dass VW mal ganz ganz groß in der KP-China-Diktatur war, über ihre JV nachwievor stark investiert ist. Nach Deiner Argumentation braucht es die Erinnerung an die Gründungsumstände von VW garnicht. Es reicht die nahe Vergangenheit (JV, Uiguren…) um VW (nach Deiner Argumentation) für unkaufbar zu erklären.
Nur zum Verständnis. Ich bringe diese Geschichtserinnerung nur dann an, wenn jemand ihm unbekannte Käufergruppen politisch rechts verortet, weil sie ein Auto von Tesla kaufen. Ich hätte in dem Fall dann gern halbwegs gleiche Bewertungsmaßstäbe.
M. meint
Jörg,
es gibt das, was vor 100 oder 50 oder vor 20 Jahren gemacht wurde – dafür müssen die zur Verantwortung gezogen werden, die das getan haben.
Die Organisation, das Rechtsgebilde, in dessen Namen sie tätig zu sein vorgegeben haben, sollte seine Konsequenzen so wählen, dass die Unternehmensgrundsätze wieder gewahrt werden. Aber es war nicht der Konzern, der das machte. Der Konzern hat das toleriert – oder nicht.
Im Falles des Dieselskandals z.B. mit der Entlassung von Winterkorn und einigen anderen Managern, außerdem sind die von VW auf Schadenersatz verklagt worden. Was vor 100 Jahren passiert ist, kann heute niemand mehr gut machen, alle Beteiligten sind tot. Das hätte man vor 100 Jahren verhindern müssen. Man muss nur aufpassen, dass die Kontrollmechanismen im Unternehmen funktionieren – damit verhindert wird, dass sich sowas wiederholt – vor allem auch aktuell. Aber würde heute die AfD die Kanzlerin stellen – will da irgendjemand garantieren, dass sowas nicht mehr kommt? Würden die Unternehmen überhaupt gefragt? Im Dritten Reich haben durchaus auch welche freiwillig mit gemacht – aber die anderen haben eben unfreiwillig mitgemacht. Was willst du denn machen? Sagen, dass du keine Waffen für das Dritte Reich baust? Witzige Idee.
Also: wenn VW morgen in den nächsten Umweltskandal poltert, gehört da jemand (im übertragenen Sinne natürlich!) einen Kopf kürzer gemacht.
Und nicht weniger erwarte ich auch von anderen Unternehmen. Ich bin nicht intern bei VW unterwegs, aber ich denke mal: die Verbreitung von rechten Gedankengut ist den in der Öffentlichkeit stehenden Mitarbeitern untersagt. Was in China davon gilt – keine Ahnung. Aber foltern darf dort auch der Staat – da ist die Umsetzung und das ganze Verständnis schon schwieriger. Da sind ja auch nicht nur deutsche oder amerikanische Manager unterwegs, wie du sicher eingestehst – egal, welches Unternehmen.
Was kann man machen?
1) nichts aus China kaufen. Das ist bei manchen Produkten schwierig*, zugegeben. Bei Autos geht’s aber ohne Probleme. Dass man auch einen Cupra meiden muss – kein Problem.
2) nichts von Firmen kaufen, die aktuell keine entsprechende Policy haben (Menschenrechte, rechtes Gedankengut), oder deren Mitarbeiter/Anteilseigner in der Öffentlichkeit ohne Konsequenzen diese Richtlinien verletzen.
Wenn also Blume mal auf einer AfD-Party rumspringt – gerne Bescheid sagen. Dann fahre ich selbst nach Wolfsburg und reiße den Laden ab.
Du kannst dir auch gerne weitere Kriterien einfallen lassen, die VW unmöglich machen. Zum Beispiel die Haltungsklasse der Tiere, die in Wolfsburg zu Currywurst verarbeitet werden. Da kommt man – ist jetzt nur meine Vermutung, keine Behauptung – auch nicht über „2“ hinaus. Ob man dafür die Kantine meidet oder gleich das ganze Unternehmen, kann jeder für sich selbst ausmachen.
Dann aber besser noch in die anderen Küchen schauen.
*da geht aber mehr als man denkt, wenn es nicht alleine um „Geiz ist geil“ geht
Matze meint
Auch wenn ich vermute, dass du die Frage wieder nicht beantwortest: haben die sich alle zwischen einem VW und Xpeng entscheiden müssen, oder war vielleicht auch ein BYD dabei.
Future meint
Natürlich – jedes Elektroauto, das einen der 9 Mio. Verbrenner von VW ersetzt, ist ein gutes Auto. VW ist als Massenhersteller das große deutsche Symbol für den Export des Dr ecks in alle Welt. Da gibt es eben keinen anderen – Mercedes und BMW sind dagegen halt wenig bedeutsam.
Wasco meint
Und Changan ist jetzt auch staatlich, neben FAW, Dongfeng und SAIC.
Ossisailor meint
Was heißt „auch“ staatlich? Sind XPeng und NIO staatlich?
Wasco meint
Nein, noch nicht. Die Nachricht ist separat.
Jörg2 meint
Wie „noch nicht“? Für wann rechnest Du mit der Verstaatlichung von XPeng und dem Übergang des Unternehmensanteils von VW an den chinesischen Staat?
Wasco meint
Nein. Man weiß aber nie.
Jörg2 meint
Dann sagt Deine Glaskugel noch nichts darüber?