MAN Truck & Bus hat mit „MAN2030+“ ein Programm zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherung der Standorte aufgelegt und sich hierzu mit der Arbeitnehmerseite verständigt. In einem Eckpunktepapier hat der zur Volkswagen-Gruppe gehörende Nutzfahrzeughersteller gemeinsam mit der Mitbestimmung und IG Metall Maßnahmen des Vorhabens festgehalten. Mit diesen sollen bei MAN die Kosten bis 2028 um rund 900 Millionen Euro gesenkt und die Performance des Unternehmens nachhaltig verbessert werden.
Gleichzeitig sollen an den deutschen Standorten der MAN Truck & Bus SE bis Ende 2030 Investitionen von fast einer Milliarde Euro getätigt werden. „Zugleich werden wesentliche Neuinvestitionen, die für die nächste Fahrzeuggeneration auf Basis des künftigen Baukastensystems TRATON Modular System (TMS) notwendig sind, perspektivisch auch in Osteuropa vorgenommen“, heißt es. Auch die Ansiedlung und der Aufbau einer weiteren Batterie-Fabrik innerhalb der Gruppe soll in Abhängigkeit vom weiteren Hochlauf der E-Mobilität im Truck- und Busbereich in Osteuropa erfolgen.
MAN-CEO und Vorstandsmitglied des Mutterkonzerns Traton Alexander Vlaskamp: „Das Vorhaben sichert die Wettbewerbsfähigkeit von MAN und garantiert unseren Kunden auch weiterhin ein breites Produktportfolio als Full-Liner, was die Basis für den künftigen Erfolg des Unternehmens bildet. So sichern wir die Arbeitsplätze der aktuell bei uns Beschäftigten auch in der Zukunft. Mit unseren anhaltend hohen Investitionen in Deutschland kommen wir unserer industriepolitischen Verantwortung nach. Wir werden nun das langfristig orientierte Programm ,MAN2030+‘ konsequent umsetzen, um damit dem sich verschärfenden Wettbewerb, den sich ändernden Marktbedingungen und den großen regulatorischen Risiken frühzeitig zu begegnen.“
Um die Investitionen tätigen zu können, sind Maßnahmen zur Kostensenkung Teil des Programms „MAN 2030+“. Der überwiegende Teil der geplanten Maßnahmen zur Kostensenkung in Höhe von rund 900 Millionen Euro sind belegschaftsunabhängig und dazu gehören unter anderem Einsparungen bei Material- und Sachgemein-Kosten sowie eine weitere Steigerung der Vertriebs-Performance. Darüber hinaus wurden weitere Maßnahmen definiert, die die Belegschaft unmittelbar betreffen und mitbestimmungspflichtig sind.
In diesem Zusammenhang haben die unterzeichnenden Parteien im Eckpunktepapier zum Vorhaben eine langfristige Beschäftigungssicherung für die Beschäftigten der MAN Truck & Bus SE in Deutschland bis Ende 2035 vereinbart und den Erhalt aller deutschen Produktionsstandorte festgeschrieben. Danach kann sich diese Beschäftigungssicherung in Abhängigkeit bestimmter Faktoren der Unternehmensperformance auch bis Ende 2040 verlängern. Hierzu werden unter anderem Ergebnis- und Absatzziele im MAN-Kerngeschäft mit Trucks herangezogen.
„Standorte und Unternehmen zukunftsfest machen“
In die deutschen Standorte soll zudem bis Ende 2030 fast eine Milliarde Euro investiert werden, um sie zukunftsfest zu machen. Davon soll der Großteil an bayrischen Standorten investiert werden. Um diese und weitere Investitionen in den Feldern der Elektrifizierung, Digitalisierung und Automatisierung der Fahrzeuge abzusichern, soll die Stellenzahl der deutschen Standorte der MAN Truck & Bus SE in den nächsten Jahren entlang der Entwicklung der demografischen Kurve unter Nutzung der natürlichen Fluktuation angepasst werden.
Betriebsbedingte Kündigungen sollen dadurch ebenso vermieden werden wie kostenintensive Abfindungsprogramme. Zudem sollen im Rahmen von „MAN2030+“ in Deutschland mit 2.300 Stellen über den Zeitraum von zehn Jahren deutlich weniger Stellen entfallen, als Beschäftigte im gleichen Zeitraum in Rente gehen.
In München geht es um den demografischen Entfall von rund 1.300, in Nürnberg von etwa 400 und in Salzgitter von rund 600 Stellen. Wittlich mit derzeit rund 60 Beschäftigten ist von den Maßnahmen nicht betroffen. An allen Standorten will MAN auch weiterhin einstellen, so dass das Unternehmen auch Mitte der 2030er-Jahre mit dann etwa 13.000 Beschäftigen ein großer Arbeitgeber in Deutschland bleibt.
Tarifliche Einschnitte für die Beschäftigten der MAN Truck & Bus SE und der Traton R&D Germany GmbH sind im Programm „MAN2030+“ ausgeschlossen worden. Zudem haben sich Unternehmen und die das Eckpunktepapier unterzeichnenden Parteien darauf verständigt, auch künftig Erfolgsbeteiligungen an alle in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter von MAN und der Traton R&D Deutschland GmbH auszuschütten. Die MAN Truck & Bus SE hat zudem angekündigt, weiter übertarifliche Lohnbestandteile zu zahlen, um in Deutschland wettbewerbsfähig und ein attraktiver Arbeitgeber zu bleiben.
Die Ausbildung werde im Rahmen des Programms weiter ihre große Bedeutung für MAN behalten, betont das Unternehmen. Das Management hat zugesagt, künftig an einem Großteil der Standorte jährlich neue Azubis bei technischen Ausbildungsplätzen in Höhe von mindestens zwei Prozent der direkten Stammbelegschaft einzustellen. Aktuell beschäftigt MAN in Deutschland rund 1500 Auszubildende.

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