Die von der EU-Kommission vorgeschlagenen Elektrifizierungsziele für große Unternehmensflotten bedeuten kein „Verbrenner-Aus durch die Hintertür“, wie von Teilen der Industrie behauptet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Umweltorganisation Transport & Environment (T&E). Sie zeige, dass die Unternehmensflottenziele selbst hinter den Ambitionen der aufgeweichten CO2-Flottengrenzwerte zurückblieben. Gleichzeitig werde deutlich, dass vor allem deutsche Hersteller und der deutsche Automobilstandort von einer schnellen Elektrifizierung der Unternehmensflotten profitieren würden.
Mit der Clean Corporate Vehicles Regulation (CCVR) hat die EU-Kommission Elektrifizierungsziele für große Unternehmensflotten auf Ebene der Mitgliedstaaten vorgeschlagen. Aktuell sieht der Gesetzentwurf vor, dass für 2030 ein Ziel ausschließlich für E-Autos (45 %) und ein kombiniertes Ziel für E-Autos und Plug-in-Hybride (69 %) gelten soll. Demnach läge das reine E-Auto-Ziel des Entwurfs zwei Prozent unter dem aufgeweichten Entwurf für Flottengrenzwerte für 2030, den die EU-Kommission im Dezember vorgestellt hat.
Die T&E-Analyse zeigt zudem, dass der aktuelle Vorschlag den Absatz von E-Autos nicht zwingend steigern, sondern lediglich in den gewerblichen Markt verschieben würde. Dies würde dennoch zu Einsparungen von Emissionen im Verkehrssektor führen, da Firmenwagen im Schnitt längere Strecken fahren, CO₂-intensiver sind als Privatwagen und durchschnittlich schon nach drei Jahren auf dem Gebrauchtwagenmarkt landen (im Vergleich zu neun Jahren bei Privatwagen) und so schneller zur Dekarbonisierung der Bestandsflotte beitragen.
„Die Autoindustrie klagt über Nachfrage am E-Automarkt, kanzelt aber fälschlicherweise den Lösungsvorschlag der EU als ‚Verbrenner-Aus durch die Hintertür‘ ab“, so Susanne Goetz, Referentin für E-Mobilität bei T&E Deutschland. „Dabei ist er wenig ambitioniert und bleibt bei der E-Auto-Quote für 2030 selbst hinter den Flottengrenzwerten zurück. Damit argumentiert die Autoindustrie mit verdrehten Tatsachen und wirft die Frage auf, ob sie ernsthaft an einem steigenden E-Autoabsatz interessiert ist, oder einfach weiter Verbrenner verkaufen will?“
„Das Flottengesetz für Unternehmen hat noch mehr Potential“
Ein Großteil der in Europa zugelassenen elektrischen Firmenwagen wird in deutschen Werken produziert, und deutsche Hersteller verkaufen einen erheblichen Teil ihrer Neuwagen als Firmenwagen. „Eine ehrgeizigere Elektrifizierung von großen Unternehmensflotten käme nicht nur deutschen Herstellern und deutschen Werken, sondern nicht zuletzt dem Klima zugute“, sagt T&E.
Die Umweltorganisation fordert, Plug-in-Hybride aus dem Gesetz zu streichen. Sie seien fast genauso umweltschädlich wie Verbrenner und emittierten im Schnitt fast fünfmal so viel, wie in offiziellen Tests angegeben. Stattdessen sollte das Ziel von 69 Prozent im Jahr 2030 ausschließlich für elektrische Autos gelten. So könnte über die Hälfte der E-Auto-Verkäufe in der EU gesichert werden, die die Hersteller für die Flottengrenzwerte 2030 benötigen. BMW (72 %) und Volkswagen (61 %) würden am meisten profitieren.
Goetz: „Über ambitioniertere Elektrifizierungsziele für große Unternehmensflotten könnten wir eine Win-Win-Situation für deutsche Hersteller, Jobs und das Klima schaffen. Schon heute sind Firmenwagen aus deutschen Werken bei europäischen Unternehmen beliebt. Warum nutzen wir das Marktpotenzial vor der eigenen Haustür nicht weiter aus?“

R2D2 meint
Welche Hintertüre? Es ist doch offenkundig das die EU diese depperten CO2 Ziele aufgeben wird. Jetzt ist das Verbrenner aus aufgeweiht ( 90% )und wenn die Neuzulassungen weiter so vor sich her plätschern wird für 2035 der Markt komplett geöffnet. Gekauft wird was der Kunde möchte und nicht was ideologische D*** glauben was richtig wäre. Es gibt ja auch kein Gesetz, das Kartoffelchipstüten verbietet und den Leuten vorordnet wird, täglich Gemüse zu essen. Was soll dann das Gezetere über das olle Auto ständig?
Steffen meint
In GB wird aber beispielsweise Zucker höher besteuert. Es gibt Gesetze die Drogenkonsum verbieten. Es gibt Gesetze, die Alkohol und Tabak regulieren und eindämmen. Warum also nicht auch CO2? Das sind alles ganz d*** Argumente von dir.
R2D2 meint
Mit der Logik müsste man Kinder extra besteuern, weil egal wie nachhaltig die leben, immer mehr co2, Zucker, fake etc. usw. verbreitet wird. Willst du so eine Gesellschaft? Deren Lebenselixir Verbote sind?
South meint
Die Branche bremst aktiv wo sie nur irgendwie kann. Letzens erst bei einem VW Händler vorbeigefahren, in dem großen repräsentativen Ausstellungsraum, kein einziges E Auto mehr. Bei einem anderen VW Händler sind die E Autos nach hinten und die Verbrenner wieder davor aufgestellt worden. Das hat nix mit „Nachfrage“ zu tun, sondern mit aktiver Vertriebspolitik und Verkaufsförderung. Das wird der Branche bald b ö se vor die Füße fallen…
R2D2 meint
Wie kannst du beim vorbeifahren gesehen haben, was alles in dem showroom rum steht? Ist das wieder so eine Paulaner Geschichte?
Steffen meint
Au Mann…dazu muss und kann man nichts mehr sagen…
R2D2 meint
Au mann, was ne Meldung. Ich bin öfters bei VW… die verkaufen was die Kunden nachfragen und möchten. Aber egal wie hinterweltlich der Laden auch sein mag, BEVs findest wirklich in jedem Laden.
Wenn ich der Empfangsdame dann aber sagen muss, das der ID7 Werkstattwagenan der hauseigenen EnBW Ladesäule steht, das Limit auf 80% gestellt ist und in 28 Min. mit den laden fertig ist, und ich freundlich darum bitte den Wagen danach abzuholen (wegen Blockiergebühren) und die mich dann wie einen Außerirdischern anschaut… muss man nicht wirklich weiter messionieren über das Thema E-Auto…