BMW Group Logistik und DHL Group haben einen Pilotbetrieb mit einem Hybrid-E-Lkw mit sogenanntem Range Extender durchgeführt. Das patentierte Fahrzeugkonzept wurde den Angaben nach erstmals in der Logistik der deutschen Automobilindustrie eingesetzt. Der Lkw fuhr auf einer Langstrecke zwischen Berlin und München sowie auf mehreren werkrelevanten Tagestouren in und um München.
„Mit unserer BMW Group Strategy for Reduced Emission suchen wir nach wirkungsvollen Wegen und Maßnahmen, die Emissionen in der Logistik zu verringern. Besonders wichtig ist dabei die Offenheit bezüglich der Antriebstechnologie, denn es kommt vor allem darauf an, möglichst schnell CO2-Emissionen im Fahrzeugbetrieb zu senken. Dafür müssen der Anwendungsfall und die Antriebstechnologie zusammenpassen“, so Michael Nikolaides, Leiter BMW Group Produktionsnetzwerk und Logistik.
Der hybride E‑Lkw wird größtenteils rein elektrisch angetrieben, bei Bedarf liefert ein kompakter Verbrennungsmotor über einen Generator zusätzliche elektrische Energie. Der Verbrennungsmotor ist dabei nicht mechanisch mit dem Antriebsstrang verbunden. Ein Großteil der Strecken könne im elektrischen Betrieb emissionsfrei zurückgelegt werden, erklärt BMW. Der Generator biete zusätzliche Sicherheit, etwa bei einer nicht nutzbaren Ladeinfrastruktur oder einer ungeplanten Verlängerung einer Etappe.
„Range‑Extender macht batterieelektrischen Fernverkehr operativ verlässlich“
„Der Range‑Extender macht batterieelektrischen Fernverkehr für uns operativ verlässlich. Entscheidend ist nicht die maximale Reichweite, sondern die Widerstandsfähigkeit im realen Betrieb: Wir können auch dann elektrisch fahren, wenn Ladeinfrastruktur kurzfristig nicht verfügbar ist, Fahrpläne eng getaktet sind oder winterliche Bedingungen herrschen. So erreichen wir 80 bis 90 Prozent elektrischen Betrieb auf wiederkehrenden Relationen – und genau das beschleunigt den Einsatz von Elektromobilität im Fernverkehr“, sagt Markus Voss, CEO DHL Freight.
Der Test in der BMW Group Logistik Werkeversorgung dauerte mehrere Wochen. Die Strecke zwischen Berlin und München betrug rund 600 Kilometer. Der Lkw startete an einem DHL-Paketzentrum nahe Berlin und fuhr bis nach Unterschleißheim. Weitere Tagestouren rund um München reichten von kurzen Distanzen im einstelligen Kilometerbereich bis zu rund 380 Kilometern.
Das Fahrzeug hat ein maximal zulässiges Gesamtgewicht von 40 Tonnen. Es kombiniert einen Elektromotor mit 230 kW/308 PS Leistung, 295 kW/396 PS Peak, mit einer 416-kWh-Batterie. Ein 120-kW-Generator stellt bei Bedarf zusätzliche elektrische Energie bereit. Je nach Einsatzprofil liegt die Gesamtreichweite bei 650 bis 800 Kilometern.
„Die Praxistests zeigen, dass der Lkw selbst unter anspruchsvollen Bedingungen – beispielsweise bei niedrigen Temperaturen oder eingeschränkter Ladeinfrastruktur – zu 80 bis über 90 Prozent elektrisch betrieben werden kann“, berichten die Verantwortlichen.

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