Der chinesische Stromer-Riese BYD bringt seine Oberklasse-Marke Denza nach Deutschland. Das erste Modell, der sportliche Shooting Brake Z9GT, wird zu einem sechsstelligen Preis angeboten. Bis zum Ende des Jahres sollen sieben weitere Modelle auf den deutschen Markt kommen, darunter der Edel-Van D9.
Deutschlanchef Lars Bialkowski setzt bei der Positionierung der hierzulande noch vielen unbekannten Marke auf technische Innovationen und Ausstattung. Er meinte im Interview mit der Welt, dass die Premium-Kundschaft in Deutschland verstärkt auf technologische Eigenschaften und das Gesamtprodukt achte. Er sieht BYD als Technologieführer bei der Elektromobilität.
Um im Wettbewerb zu bestehen, plant das Unternehmen den Aufbau eines großen Servicenetzes in Deutschland. Während für die Kern- und Volumenmarke BYD bereits 200 Werkstätten existierten, sollen es bei der Premium-Tochter Denza bis zum Jahresende rund 80 sein.
Ein zentraler Aspekt der Strategie ist die Schnellladetechnik. Laut Analysen des Unternehmens sei man dem Wettbewerb hier sechs Jahre voraus. An den eigenen „Flash“-Ladern könne das Akkupaket innerhalb von neun Minuten von zehn auf 97 Prozent geladen werden. Bis zum Jahresende sollen 300 dafür ausgelegte Säulen in Deutschland errichtet werden.
Optimierungen für Europa
Das Fahrzeugmodell Z9GT wurde nach Angaben von Bialkowski für den europäischen Markt überarbeitet. Nach ersten Testfahrten durch das lokale Management seien Anpassungen an der Fahrdynamik sowie Änderungen am Lenkrad vorgenommen worden, um den Anforderungen deutscher Autobahnen und dem europäischen Geschmack zu entsprechen.
Die Marke BYD verzeichnete in Deutschland bis Mai rund 20.000 Neuzulassungen, wobei das Unternehmen im Mai bei den Plug-in-Hybriden Marktführer war. Mit Denza möchte man diesen Schwung nutzen. Das Ziel sei es, so Bialkowski, dass BYD und Denza in fünf Jahren als europäische Marken wahrgenommen werden.
BYD verfolgt eine langfristige Strategie in Europa durch den Aufbau nationaler Vertriebsstrukturen und die neue Produktion in Ungarn. „Das wird eine langfristig herausfordernde Arbeit“, so Bialkowski. Er betont dabei die Bedeutung der Vertriebsstrategie, die auch eine eigene Landesorganisation, Marketing- sowie Digitalstrategien umfasst.

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