Die europäische Lkw-Industrie äußert deutliche Kritik an der EU-Regulierung und fordert einen schnelleren Ausbau der Infrastruktur für Wasserstoff und Elektromobilität. Auf dem IAA Transportation Media Summit in Frankfurt wurden laut dem Portal Autoweek die Sorgen führender Hersteller deutlich: Die Euro-7-Abgasnormen, die umfangreiche CO2-Reduktionen bis 2049 vorsehen, seien ohne ein entsprechendes Ladenetzwerk und Wasserstofftankstellen nicht umsetzbar.
Hersteller wie MAN Truck, Daimler Truck und Renault Trucks betonen, dass die technologische Basis durch batterieelektrische sowie wasserstoffbetriebene Lkw bereits vorhanden sei. Das Hauptproblem liege bei den Betriebskosten (Total Cost of Ownership, TCO) und dem mangelnden Ausbau der Infrastruktur.
Alexander Vlaskamp, CEO von MAN Truck, erklärte, dass die notwendige Ladeinfrastruktur nicht ausreiche, um die wirtschaftlichen Ziele zu erreichen. Um die Emissionsziele für 2030 zu erfüllen, müssten in Europa monatlich etwa 750 bis 800 Lkw-Ladestationen mit 350 Kilowatt Leistung zusätzlich installiert werden.
Auch Karin Rodström, CEO der Daimler Truck Holding AG, kritisierte eine Diskrepanz zwischen den regulatorischen Vorgaben und der wirtschaftlichen Tragfähigkeit. „Es fehlt an Dringlichkeit, und die CO₂-Vorschriften stehen in keinem Zusammenhang mit den Gesamtbetriebskosten. Wir brauchen radikale Lösungen, nicht noch mehr Gerede.“
Maximillian von Löbbecke, Geschäftsführer von Renault Trucks in Deutschland, sagte, Elektrifizierung ohne Infrastruktur sei kein Fortschritt, sondern eine „Störung“. „Wir sehen Einsatzbereiche, in denen BEVs sinnvoll sind, aber 98 Prozent der Lkw auf den Straßen fahren aufgrund der Gesamtbetriebskosten immer noch mit Diesel“, so Löbbecke.
Der Deutsche Automobil-Verband (VDA) weist auf die schwierige wirtschaftliche Lage hin. Manuel Kallweit, Leiter der Abteilung Economic Intelligence beim VDA, nannte Faktoren wie Handelsbarrieren, hohe Energiepreise und Protektionismus als Gründe für eine schwache Nachfrage nach emissionsfreien Nutzfahrzeugen in Deutschland. Während die deutsche Regierung für Ende 2025 Subventionen für 130 Schwerlast-Ladestationen angekündigt hat, seien für die wachsenden Flotten bis 2030 etwa 350 Standorte notwendig.
„Die Branche nimmt ihre Verantwortung ernst“, so Hildegard Müller, Präsidentin des VDA. „Wir halten, was wir versprechen. BEVs mit einer Reichweite von 500 Kilometern sind bereits auf den Straßen unterwegs. Die Fahrzeuge sind bereit – was wir brauchen, sind die richtigen Rahmenbedingungen seitens der Regulierungsbehörden.“ Neben Ladestationen würden auch „tausende“ Wasserstofftankstellen benötigt, unterstrich Müller.

Andi_XE meint
„Das Hauptproblem liege bei den Betriebskosten (Total Cost of Ownership, TCO)“
Hier sind wohl die um bis 30% überhöhten Fahrzeugpreise Hersteller das Hauptproblem:
Hohe Margen: Laut Branchenanalysen machen Overhead-Kosten und Händlermargen bei E-Lkw teils über 30 Prozent des Kaufpreises aus.
Auch lassen die Lieferzeiten, den schluß zu, dass nicht die Infrastuktur der Bremser ist:
„MAN Truck & Bus: Die Modelle MAN eTGX und eTGS haben herstellungsbedingt Vorlaufzeiten von etwa 8 bis 12 Monaten.Volvo Trucks: Die elektrische Palette (z. B. FH Electric, FM Electric) benötigt aufgrund von Auftragslagen und spezifischen Aufbauten oft 9 bis 14 Monate.Daimler Truck (Mercedes-Benz): Für Modelle wie den eActros für den schweren Verteiler- und Fernverkehr müssen Speditionen meist mit 9 bis 12 Monaten rechnen.“
Nicht das die Chinesen, wie SANY und Windrose den etablierten Herstellern zeigen was preislich und megenmäßig zeigen was geht……
Michael meint
Wieviel elektrische LKW Modelle hat Renault?
Ich weiß ja nicht wie der gerechnet hat, aber es ist wohl eine (bewusste) falschangabe, das 98% der LKW mit Diesel wirtschaftlicher fahren.
Andy meint
Der nächste Brüller von der Müller: ..brauchen tausende von Wasserstofftankstellen. Ja klar, sonst können die aktuell Zehntausenden H2-LKWs nicht fahren …