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Verzögerungen bei CATL-Akkufabrik in Ungarn

24.06.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 12 Kommentare

Bild: CATL

Der Bau der Batteriefabrik von CATL in Debrecen verzeichnet Verzögerungen gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan. Während die Produktion von Batteriemodulen auf dem eigenen Werksgelände in Ungarn bereits gestartet ist, steht der Beginn der Zellproduktion noch aus.

Grund hierfür sind unter anderem fehlende behördliche Genehmigungen sowie strengere Umweltauflagen infolge eines Regierungswechsels in Ungarn, berichtet die Automobilwoche. Zudem leiteten Umweltbehörden nach dem Austritt einer grünen Flüssigkeit Anfang Mai Untersuchungen ein. Das Unternehmen erklärte dazu, dass es sich lediglich um ein Farbmittel für Dichtigkeitsprüfungen handelte.

Die Modulfertigung in Debrecen läuft bereits mit einer Jahreskapazität von 5 GWh, wobei die benötigten Batteriezellen derzeit aus anderen CATL-Werken bezogen werden. Die Akkufabrik ist zwar fertiggestellt, wartet jedoch auf Genehmigungen für die Testproduktion. Langfristig ist ein Ausbau der Kapazität auf bis zu 100 GWh geplant, ausgehend von einer zunächst vorgesehenen Jahreskapazität von 40 GWh. Die Produktion von Modulen wurde bereits im Herbst 2024 in einer angemieteten Halle mit zwei Linien aufgenommen.

Die Verzögerungen wirkten sich direkt auf die Lieferkette aus, schreibt Electrive. Mercedes-Benz bezieht demnach die Batterien für den neuen Elektrotransporter VLE vorerst aus China, da die Zellproduktion in Debrecen noch nicht läuft. Die dadurch entstehenden Mehrkosten übernimmt CATL. Die Produktion des VLE ist in Vitoria, Spanien, angelaufen. BMW ist von den aktuellen Verzögerungen bislang nicht betroffen, da die Versorgung seines neuen Auto-Werks in Debrecen mit ungarischen Batteriezellen erst für 2027 vorgesehen ist. Derzeit erfolgt die Belieferung wie geplant aus China, wobei BMW die Montage der Hochvoltbatterien traditionell selbstständig durchführt.

Das Investitionsvolumen für das CATL-Projekt in Ungarn beläuft sich Berichten zufolge auf 7,34 Milliarden Euro. Die Chinesen hatten den Start der Serienproduktion ursprünglich für März oder April 2026 in Aussicht gestellt. Neben Mercedes-Benz gilt BMW als Kunde des europäischen Standorts.

Newsletter

Via: Automobilwoche (kostenpflichtig) & Electrive
Tags: Batterie, ProduktionUnternehmen: CATL
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Futureman meint

    24.06.2026 um 16:08

    Immerhin baut CATL in Europa Fabriken, europäische oder gar deutsche Hersteller tun sich ja immer schwer mit Zukunftstechnik.

    Antworten
    • hu.ms meint

      24.06.2026 um 17:57

      Naja, der grösste hersteller hat es schon 2023 kapiert und entsprechend fertigungsmaschinen für zellen bei Goiton in auftrag gegeben. Aber bis die zellfabriken in Salzgitter und S wirklich die vorgesehen stückzahlen liefern, scheinen immer noch einige monate notwendig. Könnte zu verzögerungen bei den 4 neuen MEB-kleinwagen führen.

      Antworten
      • Mäx meint

        25.06.2026 um 10:12

        Tatsächlich?
        Hat VW deswegen so schiss vor den CO2 Flottengrenzwerten, weil man nicht wie erwartet mit den MEBsmall Fahrzeugen kommt?

        Antworten
      • Paule meint

        25.06.2026 um 15:32

        Man muß schon genauer hinschauen und differenzieren. Innerhalb des Volkswagen Konzerns soll die PowerCo rund 50 Prozent des Bedarfs an Einheitszellen abdecken. Also nur der Modelle, die mit Einheitszelle ausgestattet werden. Demnächst. In Zukunft. Geplant.

        Die 50 spielt bei dem Thema auch noch eine andere Rolle. 50 % Ausbau.
        Das Konzept von VW für die Batteriezellfabrik in Salzgitter (PowerCo SE) sieht vor, dass die geplante Gesamtkapazität von 40 GWh in zwei Ausbaustufen realisiert wird. Aktuell ist erst eine von zwei Hallen mit Maschinen ausgestattet, während die zweite Halle noch leer steht.

        20 GWh = ca. 250.000 E-Fahrzeuge (laut VW).

        Start der Serienproduktion für Batteriezellen in seiner spanischen Gigafactory in Sagunt hat VW auf Juli 2027 verschoben.

        Wunder sind also nicht zu erwarten und ja, wird zu Verzögerungen bei den 4 neuen MEB-Kleinwagen führen.

        Antworten
  2. David meint

    24.06.2026 um 14:05

    Au jeh, Ungarn wird rechtsstaatlich. Dann ist das für die Chinesen nichts mehr. Geht ja gleich schon gut los. In die Hand hat’s der Orban ihnen versprochen, dass die Säuren einfach in die Donau geleitet werden. Auch wenn die 250 km entfernt liegt. Aber wenn man ne Lösung bekommt, fragt man doch keine Details nach…

    Antworten
    • Future meint

      25.06.2026 um 09:20

      BMW hat dagegen ja alles richtig gemacht und noch mit Orban in Ungarn gebaut. Legendär war die emotionale Eröffnungszeremonie mit Viktor Orbán und Oliver Zipse auf der großen Bühne in Debrecen, zusammen mit den vielen begeisterten Mitarbeitenden. Orban hat sich natürlich in seiner Rede sehr gefreut über die modernste und grünste Autofabrik, die BMW jemals gebaut hat. Nun bleibt die Frage, wo BMW wohl gebaut hätte, wenn es diese »Rechtsstaatlichkeit« damals in Ungarn auch schon gegeben hätte.

      Antworten
      • M. meint

        25.06.2026 um 11:51

        Achso, wenn der Regierungsschef eines Landes, das ausländische Firmen drangsaliert, bis sie aufgeben, deine Firma freundlich besuchen möchte, weil er auch was von dem Erfolg abhaben möchte – da hättest du als CEO „nein“ gesagt.
        Nein, das glaubst du nicht mal selbst.
        BMW zieht demnächst das nächste Modell nach Debrecen (den iX4), und das obwohl da jetzt Rechtsstaatlichkeit herrscht.
        Bis zum Beweis des Gegenteils gilt mal: das Werk ist wegen Bedingungen gebaut worden, die immer noch gelten. Da es das grünste Werk ist, das BMW jemals (also: bisher) gebaut hat, wäre es an den Umweltauflagen kaum gescheitert.

        Aber wenn du mal schauen willst, wer sich nicht um Umweltauflagen kümmert – da habe ich einen Link für dich. Enjoy.
        https://www.theguardian.com/technology/2026/jan/15/elon-musk-xai-datacenter-memphis

        Antworten
        • Future meint

          25.06.2026 um 15:28

          Nochmal meine Frage für den @M.oralapostel:
          Hätte BMW ohne Orban woanders gebaut – beispielsweise in einem Land mit mehr »Rechtsstaatlichkeit«?
          Oder spielt Rechtsstaatlichkeit einfach keine Rolle beim Invest, weil die Unternehmen ja eh wie »Autarkien« geführt werden und man sich in einem entsprechenden politischen System eigentlich auch zuhause fühlt?

  3. Paule meint

    24.06.2026 um 12:16

    „Grund hierfür sind unter anderem fehlende behördliche Genehmigungen sowie strengere Umweltauflagen infolge eines Regierungswechsels in Ungarn“

    Nun, eben noch wurde gefeiert, welch Rückenwind dank Orbán bei Investitionen herrscht. Nahezu jeder deutsche Hersteller sehnte sich nach einer eisernen, monetär steuerbaren, alles durchwinkenden Hand und dachte dabei – an Ungarn.

    Nun scheint auch in Ungarn wieder Rechtsstaatlichkeit einzuziehen.

    Antworten
    • M. meint

      24.06.2026 um 14:14

      Ich weiß nicht, wer in dem Zusammenhang Orban feierte. Den nahm man als notwendiges, aber vergängliches Übel halt in Kauf.
      Aber der Rechtspopulist ist weg, das ist gut.
      Längere Genehmigungsverfahren sind da sicher ein kleiner Preis.
      Ich hoffe, das macht Schule, auch dort, wo Milliardäre Rechtspopulisten unter die Arme greifen.
      Namen muss ich bestimmt nicht nennen.

      Antworten
      • Paule meint

        24.06.2026 um 20:16

        Zu Deinem ersten Satz helfe ich dir gerne. Deutsche Automobilkonzerne und deren Zulieferer haben am meisten von der Wirtschaftspolitik Viktor Orbáns profitiert. Die Regierung lockte diese gezielt mit massiven Subventionen, niedrigen Steuern und einem arbeitnehmerfreundlichen Recht, während andere Branchen unter Sondersteuern litten. Unternehmen wie Bosch und Continental bauten ihre Produktions- und Entwicklungszentren in den vergangenen Jahren stark aus, gestützt auf die investorenfreundliche Standortpolitik. Industrie- und Rüstungstechnik: Konzerne wie Rheinmetall investieren stark in Ungarn, auch durch den Aufbau neuer Rüstungsfabriken in direkter Partnerschaft mit dem ungarischen Staat.

        Prinzipiell habe ich mich auf Aussagen hier im Blocg bezogen, die Verständnis für die Abwanderung deutscher Industrie nach Ungarn zeigten.

        Antworten
    • SB meint

      24.06.2026 um 15:33

      Abseits der großen Autohersteller hat Orban einige deutsche Unternehmen schikaniert und so zum Verkauf an seine Freunde gezwungen:

      https://www.sueddeutsche.de/politik/ungarn-viktor-orban-eu-binnenmarktrecht-unfairer-wettbewerb-lux.Wcgh6GtUwuyx2astWxe5rA

      Antworten

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