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Bundesverkehrsminister Schnieder lehnt verbindliche E-Auto-Quoten für Firmenflotten ab

29.06.2026 in Fuhrpark, Politik von Thomas Langenbucher | 7 Kommentare

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Bild: BMW (Symbolbild)

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) fordert beim Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) eine Anpassung der CO₂-Regulierung in der EU. Er mahnt zu realistischen Zielen und einer weiteren Aufweichung des Verbrenner-Verbots, berichtet die Automobilwoche. Während er demnach den Vorschlag der EU-Kommission vom Dezember 2025 als die „richtige Richtung“ bezeichnet, sieht er dennoch Bedarf für deutliche Verbesserungen.

Ein zentraler Punkt ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur in Europa. Schnieder warnt davor, den Fokus nur auf Deutschland zu richten, da es in Europa große Lücken gebe. Der Masterplan Ladeinfrastruktur 2030 des Bundeskabinetts umfasst 41 Maßnahmen, darunter die Förderung von Investitionen, vereinfachte Genehmigungen sowie eine bessere Einbindung der Infrastruktur in das Stromnetz.

Der Verkehrsminister betont die Notwendigkeit einer alltagstauglichen Lademöglichkeit an Orten wie dem Arbeitsplatz oder beim Einkaufen. Er verweist auf Förderprogramme für öffentlich zugängliche Ladepunkte sowie für Depots und Mehrparteienhäuser, da er gerade im urbanen Raum eine Herausforderung sieht. Hierfür stellt der Bund eine halbe Milliarde Euro bereit. „Wer laden will, muss auch laden können, und zwar da, wo er sich gerade befindet“, so Schnieder.

Hinsichtlich der CO₂-Emissionen fordert der Verkehrsminister realistische Übergangsfristen und marktfähige Lösungen. Besonders der Verordnungsvorschlag zur Dekarbonisierung von Unternehmensflotten gefällt ihm nicht. „Wir lehnen den Verordnungsvorschlag zur Dekarbonisierung von Unternehmensflotten ab. Wir sind gegen verbindliche Quoten.“

Das derzeit im Europaparlament beratene „Automotive Package“ (Automobilpaket) sieht vor, dass Neuwagenflotten ab 2035 zu 90 Prozent CO₂-frei sein müssen – eine Abkehr vom vorherigen Ziel von 100 Prozent. Zusätzliche Emissionen sollen durch Vorgaben für synthetische Kraftstoffe („E-Fuels“) und grünen Stahl ausgeglichen werden. Der Regelungsvorschlag für Unternehmensflotten ist ebenfalls Teil dieses Pakets.

VDIK-Präsidentin Imelda Labbé warnt vor der Beherrschbarkeit europäischer Vorgaben und fordert, weitere „Bürokratiemonster“ zu verhindern. Sie weist auf „sehr viele Materialauflagen“ hin, die Verwaltungen überfordern könnten. Manche Vorgaben seien nach heutiger Sicht aus europäischer Produktion nicht zu erfüllen oder nur zu Kosten, „die unsere Kunden im Sinne einer bezahlbaren Mobilität nicht darstellen können“.

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Tags: EU, VDIKAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Ben meint

    29.06.2026 um 13:11

    So witzig, in den Niederlanden gilt ab 2027 ein Malussystem pro Fahrzeug wenn eine Firma Verbrenner Dienstwagen anschafft, was die Firmal direkt bezahlen muss und nicht auf den Nutzer umgelegt werden darf und hier bekommt man nichtmal ne Flottenquote hin, armes Deutschland.

    Antworten
  2. Futureman meint

    29.06.2026 um 13:10

    Alle Klimaszenarien treffen ein (manche sogar schneller als gedacht) und der derzeitigen Politik fällt nichts anderes ein, als einen nötigen Wandel zu bremsen.
    Dazu passt der Wille AKW´s wieder zu aktivieren, dabei ächzt Frankreich gerade unter immens hohen Strompreisen aufgrund fehlender Kühlung.

    Antworten
  3. tacjazo meint

    29.06.2026 um 12:21

    Einer weiteren Aufweichung der CO2-Ziele… was wäre auch sonst von der CDU zu erwarten.
    Klar, lasst uns doch noch weiter von China abhängig werden wenn unsere Autobauer die Tore schließen.
    VW will 100.000 Stellen weltweit abbauen und der Politik fällt nichts dazu ein außer Homöopathie.

    Die gesamte Regierung ist eine einzige Fehlbesetzung.

    Antworten
    • Torsten Schmidt meint

      29.06.2026 um 13:52

      „Die gesamte Regierung ist eine einzige Fehlbesetzung.“
      Seh ich nicht so. Die tun genau das, wofür Sie eingestellt wurden..

      Antworten
  4. MrBlueEyes meint

    29.06.2026 um 12:21

    Natürlich lehnt er das ab… weil die CDU eine maximal faktenresistente und verantwortungslose Partei ist, die selbst jetzt noch nicht die Dramatik durch den Klimawandel verstanden hat…

    Antworten
  5. mipu meint

    29.06.2026 um 12:20

    Dieser rückständige Minister sollte mal ein Wochenende bei 40 °C Außentemperatur ohne Klimaanlage in einer Dachgeschosswohnung verbringen ….

    Die Übergangsfristen sind lange genug, und mit diesen Fristen kann sich die Industrie im gesicherten Rahmen umstellen. Punkt.
    Sie wollen nur nicht. Und warum? Weil man gerade mit den Dienstwagen ein so schönes lukratives Angebot und sichere Renditen hat. Mondpreise bei den Listenpreisen, Leasingbevorzugung usw – der Privatmarkt existiert in diesen Fahrzeugklassen nicht mehr, und man will verhindern, dass dieses wunderbare Geschäftsmodell für Industrie, sowohl Auto wie auch Fossil, wegfällt.

    Antworten
  6. Justin Case meint

    29.06.2026 um 11:42

    „rückwärts immer, vorwärts nimmer!“
    Konservative Parteien beim konservieren historischer Technologien

    Antworten

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