In Deutschland sind derzeit etwa 1500 Wasserstofffahrzeuge zugelassen. Viele dieser Fahrzeuge werden von Behörden, Organisationen, Zulieferern oder Autoherstellern genutzt. Für ältere Modelle der Brennstoffzellen-Technologie zeichnet sich laut einem Bericht eine wirtschaftliche Herausforderung ab.
Die Hochdrucktanks aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK), die Drücke zwischen 350 und 700 bar aushalten, unterliegen einer zeitlichen Befristung, schreibt Vision Mobility. Nach aktuellen Vorgaben laufe die Zulassung dieser Füllbehälter nach 15 bis maximal 20 Jahren ab. Ein Austausch der Tanks sei notwendig, da nach Ablauf dieser Frist die Dichtigkeit aufgrund von Alterungsprozessen, Temperaturschwankungen und den hohen Drücken nicht mehr garantiert werden kann und die Betriebsgenehmigung erlischt. Die Kosten für einen solchen Ersatz beliefen sich auf mehrere tausend Euro.
Schon seit einiger Zeit auf den Straßen fahrende Modelle wie der Toyota Mirai, der Hyundai iX35 FC oder der Honda FCX Clarity könnten dadurch vor einem wirtschaftlichen Totalschaden stehen, heißt es. Da es auf dem Gebrauchtwagenmarkt kaum Nachfrage gebe und der Wiederverkaufswert niedriger sei als bei Verbrennern oder Elektroautos, sei die Rentabilität eines Ersatztanks fraglich.
Ein zertifiziertes Prüfverfahren für Wasserstofftanks in Pkw existiert in Deutschland Vision Mobility zufolge aktuell nicht. Die Tanks würden im Rahmen der zweijährlichen TÜV-Prüfung zwar inspiziert, unterlägen jedoch den allgemeinen Tankvorschriften. Aufgrund der geringen Zulassungszahlen sei bisher kein Prozess zur Homologation eines speziellen Prüfverfahrens abseits der Industrieprüfungen umgesetzt worden. Ein notwendiger Tausch der Tanks könnte für viele Fahrzeuge daher das wirtschaftliche Ende ihrer Nutzung bedeuten.
Während Wasserstoff-Elektromobilität laut einigen eine vielversprechende alternative Antriebsmöglichkeit darstellt, haben die meisten Pkw-Hersteller ihre Bemühungen zurückgefahren oder eingestellt. Jedoch hält unter den hiesigen Autobauern BMW an der Technologie fest und bereitet die Einführung einer mit Wasserstoff-Brennstoffzellen-Elektroantrieb fahrenden Kleinserie des großen SUV X5 vor.


Peet meint
Eigentlich nichts Neues, dass Gastanks nach einer gewissen Zeit getauscht werden müssen. Gerade weil sie unter 700 Bar Druck stehen.
M. meint
Dass man da jetzt erst drauf kommt.
Jeder Druckgehälter unterliegt einer periodischen Überprüfung.
Und die läuft zwar schon beim TÜV, aber nicht in der Kfz.-Prüfstelle…
https://www.tuvsud.com/de-de/branchen/produzierende-industrie/druckbehaelter/vorbereitung-druckbehaelterpruefung
Mag sein, dass man sich für Kfz hier noch was überlegt (hat), an der grundsätzlichen Notwendigkeit kommt man aber nicht vorbei.
700 bar, Freunde! Siebenhundert. Das ist nicht so einfach wie bei Erdgas an der Tanke. Da sind es nur 200 bar.
South meint
Mja, faireshalber, 15-20 Jahre wären jetzt nicht das K.O. Kriterium, zumal man mit entsprechender Forschung vielleicht noch mehr rauskitzeln könnte. Aber das ist ja genau der Punkt. Es lohnt sich nicht mehr, Geld in H Autos zu stecken, weil einfach trotz jahrzehntelanger Forschung die lange Liste der vielen anderen sogar wesentlich kritischeren und vor allem unlösbaren Nachteile nicht verschwinden. H Autos sind reines Greenwashing und superteuer, nicht nur die Fahrzeuge, sondern auch die benötigte Infrastruktur. Das hat mit den alten Diesel-Benzintankstellen aber auch gar nix zu tun, viel komplexer, teuer. Und nen kapitalen Unfall mit nem H Tank, auch so ne Sache.
Spielt aber alles keine Rolle mehr. Das eAuto hatte technisch H in wenigen Jahren quasi pulverisiert.
CJuser meint
Naja, hier werden sich die Preise wohl genauso noch nach unten entwickeln, wie die von Batterien. Wenn auch bei weitem nicht so stark, da eher selten. Gibt es nicht aber auch Wasserstofftanks mit geringeren Drücken (und dann aber auch weniger Fassungsvermögen)? Da sollten die Kosten dann ja vermutlich auch geringer ausfallen. Parallel wäre aber bestimmt auch interessant zu wissen, wie teuer ein Tausch der Brennstoffzelle wäre.
Futureman meint
Ein weiterer Sargnagel einer von Beginn an zum Scheitern verurteilten Technik.