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Elektro-BMW-M3: Fokus auf Agilität statt reiner Leistung

31.07.2026 in Neues zu Modellen von Thomas Langenbucher | 9 Kommentare

BMW M Concept Neue Klasse

Bild: BMW

BMW plant die Einführung einer rein elektrischen Version des M3, die laut dem Leiter der M-Division Frank van Meel als „eigener natürlicher Feind“ des Verbrennungsmotors fungieren wird. Das Ziel ist es Autocar zufolge, Käufer durch überlegene Dynamik von der Benzin-Variante wegzulocken.

Die elektrische M3-Version wurde bereits durch die Enthüllung des M Concept Neue Klasse angedeutet. Dieses Modell stellt eine umfassende Transformation BMWs regulärer kommender elektrischer Limousine i3 dar und nutzt ein muskulöses Design, das an das sportliche Erbe der M-Division anknüpft.

Parallel dazu wird BMW eine neue Generation des M3 mit Verbrennungsmotor anbieten. „Es mag Kunden geben, die sagen, sie wollen einen Verbrennungsmotor, weil ihnen der Sound oder das Aussehen gefällt oder sie zu Hause nicht aufladen können“, so van Meel. „Das ist völlig in Ordnung. Aber wenn man sich für Rennsport oder Fahrdynamik begeistert, könnte man sagen, dass der Elektro-M3 der beste M3 ist.“

Die technische Entwicklung des nur mit Strom betriebenen M3 setzt auf vier Elektromotoren. Dabei liegt der Fokus laut van Meel nicht primär auf maximaler Leistung oder Drehmoment, sondern auf der Verbesserung der Agilität und des Fahrerlebnisses durch eine präziseFahrzeugdynamik. Ein zentraler Computer namens „Heart of Joy“ steuert die vier Motoren, um Vorteile bei der Stabilität und Wendigkeit zu erzielen. Durch gezieltes Bremsen der inneren und Beschleunigen der äußeren Räder soll das Kurvenverhalten optimiert werden.

Der BMW-M-Chef betonte im Interview mit Autocar, dass reine Leistung ohne Kontrolle wenig sinnvoll sei. Er verglich die Nutzung der vier einzelnen Motoren mit einem Kickboxer, der nicht gleichzeitig beide Arme und Beine zum Tritt einsetzt.

Für den elektrischen M3 sind simulierte Gangwechsel geplant. Die M-Abteilung entwickelt zudem einen neuen Klang, der von den Elektromotoren inspiriert ist. Dies „sollte kein Raumschiff-Sound à la Captain Kirk sein, denn dann hat man keinen Bezug dazu“, unterstrich van Meel. Er meinte, das Dilemma sei „philosophischer“ Natur und BMW M versuche, bei der Nachbildung des „Gefühls“ und der „Emotion“ eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor „voranzukommen“, anstatt dessen Charakter direkt zu kopieren.

Die Simulation der Kraftentfaltung und des Getriebes soll das Fahren intuitiver gestalten. Van Meel: „Wenn man auf der Rennstrecke ist, möchte man wissen, wie schnell man ist. Man braucht ein gewisses Gespür für das Gaspedal und Übersetzungsverhältnisse, mit denen man sich wohlfühlt, damit man automatisch weiß, dass man 100 mph (161 km/h, d. Red.) fährt, weil man im dritten Gang ist, da man die Verzögerung und die Beschleunigung kennt. Genau das will man.“

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Via: Autocar
Tags: BMW M i3, BMW M3Unternehmen: BMW
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. RainerLEV meint

    31.07.2026 um 12:01

    Die gelben DRL Winkel werden noch auseinanderrücken, um dem Fahrlichtprojektor Platz zu machen, der Frontspoiler etwas kleiner ausfallen. Ansonsten könnte der exakt so kommen! Aufregend!

    Antworten
  2. Mike meint

    31.07.2026 um 11:57

    Da gibt es wirklich Kunden, die sich einen M3 leisten können, aber keinen Stromanschluss zu Hause haben?

    Antworten
    • eBikerin meint

      31.07.2026 um 12:22

      Du wirst es nicht glauben – hier gibts ein Jugendstil Viertel – da parken die ganze Porsche etc. alle auf der Strasse – weil die sündhaft teuren Reihenvillen alle keine Garagen oder Stellplätze haben. Und dann gibts natürlich unzählige Penthouse o.a. Bewohner die zwar ne Tiefgarage haben, da aber wegen irgendwas keine Wallbox ist.

      Antworten
  3. cbzac meint

    31.07.2026 um 11:52

    „Man braucht ein gewisses Gespür für das Gaspedal und Übersetzungsverhältnisse, mit denen man sich wohlfühlt“

    Nein, denn es gibt hier eben keine Übersetzungsverhältnisse. Letztlich wird ein Fake-Übersetzungsverhältnis vorgegaukelt, was aber den Fahrer von der echten linearen 1-Gang-Kraftenfaltung ablenkt. Ich bin mir sicher im echten Racing würde man das nicht einbauen.
    Aber BMW wird es sicher dennoch hinbekommen, dass das Teil Spaß macht, keine Frage.

    Antworten
  4. CJuser meint

    31.07.2026 um 11:48

    Absolut nachvollziehbar, dass man zwischen der Maximalleistung und der Systemleistung differenzieren sollte. 1.000 PS wird der M3 (und X3 M) sicher an Bord haben, aber „nur“ irgendwas um die 800 (+-50 PS) PS leistet. Auch weil das Akkupack überhaupt die passende Leistung liefern muss. Und das sollte nicht nur oberhalb von 80% SoC so sein und nur einmal, weil der ganze Antrieb nach einer Beschleunigung heiß gelaufen ist.

    Mich irritiert da eher der Erlkönig vom elektrischen X5 M, welcher scheinbar einen ganz anderen Grill bekommt, als der normale iX5. Und auch der X3 M. Oder hatte man für den X5 M genug Zeit, ein gewisses negatives Echo bzgl. der neuen SUV-Front bei BMW zu korrigieren?

    Antworten
  5. South meint

    31.07.2026 um 11:38

    Hihihihi, „Agilität“, bei uns kosten solche hohle Phrasen eine Einzahlung in die Kaffeekasse…sowas verwenden meistens die Leute, die nix drauf haben, sich aber profilieren müssen…. uns schmeckt das irgendwie Erdig, Nussig… oder sonst „Resilienz“ in einer „Holokratie“ jetzt muss ich aufhören… sonst wird’s zu teuer ;-)

    Antworten
  6. David meint

    31.07.2026 um 11:24

    Soso, man kann also künftig noch den Verbrenner aus sentimentalen Gründen kaufen. Aber wenn man den M3 artgerecht bewegen möchte, sollte man besser den elektrischen nehmen. Das ist eine ganz interessante Wendung des üblichen Narrativs.

    Antworten
    • CJuser meint

      31.07.2026 um 11:50

      Eine ähnlich klingende Aussage wurde bereits vor Monaten vom BMW M Chef getätigt.

      Antworten
      • David meint

        31.07.2026 um 12:22

        Ja, aber die Tonart hat sich geändert. Nicht mehr positiv beschreibend die elektrische Version und ihre Möglichkeiten, sondern es wird jetzt auch der Verbrenner und sein Kunde beschrieben und aggressiv verglichen.

        „Eigener natürlicher Feind“, also quasi Feind im eigenen Bett. Heißt, dem Verbrenner geht es an den Kragen. Und die Beschreibung der Gründe, warum man sich noch einen Verbrenner kaufen könnte, klingt ebenso nicht mehr entschuldigend, sondern eher schulterzuckend. „…oder weil sie zuhause nicht aufladen können“, ist genauso bösartig, weil damit ja nicht die Möglichkeiten beschrieben werden, sondern der Status Quo von jemandem, der im gestern lebt. Denn cwer sich einen neuen M3 kaufen kann, scheitert wohl eher nicht an der Hürde Wallbox.

        Dazu muss man wissen, diese Äußerungen hat der M-Chef ja nicht am Kantinentisch gemacht und sie wurde dann aufgeschrieben, sondern die Statements wurden von der PR Abteilung Wort für Wort designt.

        Antworten

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