Einride will 500 Tesla Semi in seine nordamerikanische Elektro-Lkw-Flotte aufnehmen. Der schwedische Logistiktechnologie-Anbieter bezeichnet das Vorhaben als bislang weltweit größten Einsatz des elektrischen Lkw. Die Einführung soll im September beginnen und über 24 Monate in mehreren Phasen erfolgen. Nach Angaben des Unternehmens wird sich die Zahl der von Einride eingesetzten Elektro-Lkw dadurch verdreifachen. Berichte beziffern die Flotte nach Abschluss des Rollouts auf rund 750 Fahrzeuge.
Die E-Lkw sollen unter anderem Transporte für Amazon sowie weitere Einride-Kunden übernehmen. Vorgesehen sind Einsätze auf Frachtkorridoren in Kalifornien, Texas, New Jersey, Illinois und Georgia. Einride zufolge wird die Beschaffung vollständig über Finanzierungslösungen Dritter gestemmt. Damit betrifft die Vereinbarung zunächst ausschließlich Nordamerika. Einen Einsatz der 500 Tesla Semi in Europa hat das Unternehmen nicht angekündigt.
Einride integriert die Fahrzeuge in seine Flottenplattform Saga AI. Diese koordiniert nach Unternehmensangaben unter anderem Fahrzeugeinsatz, Ladezeiten und Energiekosten. Für große batterieelektrische Nutzfahrzeugflotten sind diese Faktoren unmittelbar betriebsrelevant, da Ladefenster und verfügbare Ladeleistung in die Touren- und Einsatzplanung einbezogen werden müssen. Einride gibt an, mit seiner Plattform bislang mehr als 19 Millionen elektrische Meilen und 42.000 Optimierungsvorgänge verarbeitet zu haben.
Autonomes Fahren, neben der Elektrifizierung ein weiterer Schwerpunkt von Einride, ist in der Ankündigung zu den 500 Tesla Semi nicht Bestandteil des beschriebenen Einsatzkonzepts. Die Schweden betreiben eigene Programme für fahrerlose Elektro-Lkw, während Tesla seine Aktivitäten zum automatisierten Fahren derzeit vor allem über Pkw und Robotaxis vorantreibt.
Tesla-Lkw als Teil herstellerübergreifender Flotte
Für Tesla schafft die Vereinbarung mit Einrede einen deutlich größeren kommerziellen Einsatz seines schweren Elektro-Lkw. Einride bleibt zugleich bei einer herstellerübergreifenden Beschaffungsstrategie: Vorstandschef Roozbeh Charli sagte Reuters, das Unternehmen beziehe Fahrzeuge inzwischen von fünf bis sechs Lkw-Marken. Die 500 Tesla Semi ersetzen damit nicht grundsätzlich die Zusammenarbeit mit etablierten europäischen Nutzfahrzeugherstellern innerhalb des Einride-Netzwerks.
Wirtschaftlich ist der Rollout Teil der weiteren Expansion Einrides in den USA. Das Unternehmen meldete für das erste Halbjahr 2026 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Finanzierung der Tesla-Flotte über externe Kapitalgeber begrenzt nach dem derzeit veröffentlichten Modell den unmittelbaren Kapitalbedarf für die Fahrzeugbeschaffung. Angaben zu Kaufpreisen, Leasingraten oder konkreten Betriebskosten der 500 Fahrzeuge veröffentlichte Einride in der Ankündigung nicht.
Für Deutschland und Europa hat die Vereinbarung vorerst vor allem Bedeutung als großvolumiger Praxisfall für batterieelektrischen Schwerlastverkehr, nicht als angekündigter Tesla-Semi-Marktstart. Der Hersteller will seinen Elektro-Lkw später aber nach Europa bringen und Einride hat hier seinen Schwerpunkt. Die Schweden könnten perspektivisch also auch in europäischen Ländern Semi von Tesla einsetzen.

Powerwall Thorsten meint
Ist doch immer wieder lustig, wie sich hier gewisse Schreiberlinge immer wieder fürchterlich echauffieren, anstatt einfach mal abzuwarten und von Jahr zu Jahr zu schauen, wie sich der Tesla Semi entwickeln oder eben nicht entwickeln wird. Time Will Tell.
Marek meint
Krass, 500 e Lkw.
Laufen bei man und Mercedes jede Woche vom band.
Jörg2 meint
Wann haben die beiden letztmalig 500 schwere E-Einheiten im Pack verkauft?
MK meint
@Jörg 2:
Holcim z.B. hat mit Mercedes einen Vertrag über 1.000 eActros geschlossen.
Rob meint
Anfang 2024, sogar 1000 nicht nur 500. Fun fact: der Artikel dazu hat dich sogar so sehr interessiert das du ihn mehrfach kommentiert hast.
Ansonsten hat Amazon zum Beispiel 200 in 2025 bestellt, aber die üblichen Bestellungen von 50 bis 100 Stück vieler mittelgrosser Logistiker im Jahresrythmus bleiben halt unter dem Radar.
MainTower meint
Über Tesla wird eben gerne berichtet, das gibt Klicks. Für die anderen Hersteller sind diese Stückzahlen ganz normales Tagesgeschäft. Man liest ja auch nicht ständig wieviele Tomaten bei Aldi so täglich umgesetzt werden.
Future meint
1% Elektrotrucks bei Mercedes ist auch ein Anfang.
99% Verbrennertrucks bei Mercedes ist halt das was sie wollen.
Das muss sich natürlich ändern, deshalb wird der Semi auch so dringend gebraucht. Es geht eben nicht ohne Tesla.
Rob meint
Nein, du willst nur gebetsmühlenartig durchbringen Tesla = Heilsbringer, alle anderen = sind dem Untergang geweiht. Dabei übersieht die Aktionärsgemeinschaft geflissentlich, das es mittlerweile eine viel grössere Auswahl gibt, andere, bzw. deren Fans, nur nicht so viel klappern.
Ausserdem wird bei Meister M gern unter den Teppich gekehrt, das er seine Dreckschleudern einfach ausgelagert hat, wobei sich das ja wohl in absehbarer Zeit ändert – sein Image das er sich um die Umwelt schert hat mit der Maga Zusammenarbeit ja eh abgelegt.
Referendar meint
Wenn die Stückzahlen bei Tesla nichts hergeben, dann kommt man mit dem prozentualen Anteil daher, clever ;-)
100% von nichts ist eben doch weniger als 1% von richtig viel …
Future meint
Ich verstehe nicht, warum hier immer vom Heiland geredet wird, wenn es doch ums Geld geht. Aber das ist ja auch egal. Jetzt wartet doch mal ab, wie Tesla die neue Semifabrik skaliert bekommt. Und wenn die Serienproduktion steht, dann wird doch die Logistkbranche über die Erfahrungen mit dem Tesla berichten. Bei Pepsi war man ja sehr angetan von den Vorserienmodellen. Vielleicht darf euer Trucker aus dem Fernsehen ja auch mal einen testen, wenn ihr ihm ein Flugticket spendet und Trump ihn ins Land lässt.
Jörg2 meint
MK
Rob
Genau! Sooo oft sieht man solche Paketgrößen nicht.
Mit dem halluzinierten Banddurchsatz hat das wenig zu tun.
Rob meint
Aber manchmal mit einer selektiven Wahrnehmung, zumindest wenn man sich plötzlich nicht mehr an etwas erinnern kann/will. obwohl man sehr aktiv in der Diskussion dabei war.
MK meint
@Jörg2:
Dann nochmal: Tesla hat diese Anzahl nicht verkauft, sondern einen Rahmenvertrag abgeschlossen, über den Einride BIS ZU 500 Fahrzeuge abrufen KANN, aber nicht muss.
Ich erinnere nur an den Rahmenvertrag, den Tesla für PKW mit Hertz hatte…
Jörg2 meint
„Jetzt muss man sagen, für ein Riesenland wie die USA, das fast ausschließlich per LKW versorgt wird, ist eine Bestellung von 500 LKW ein Lacher.“
Ich konnte dem Artikel nicht entnehmen, dass der Staat USA diese 500 Semi anschaffen wird. Vielmehr ist hier ein Logistikdienstleister benannt, der durch diese Anschaffung massiv seinen Fahrzeugbestand erweitert. Ich lese das als bedeutsame Investition und vermute, die wissen, was sie tun.
Im Übrigen ist nicht zum ersten Mal kein europäischer Anbieter (über dessen US-Tochter) zum Zuge gekommen. In 2022 sind schon einmal 300 schwere Einheiten von BYD angeschafft worden.
Wenn ich die Presselage richtig verfolgt habe, werden diverse Auftraggeber nun den Tesla Semi auf ihren Höfen haben und deren Leistungsfähigkeit (oder das Scheitern) sehen können. U.A. wohl auch (was mich erstaunt) Amazon-USA. Hier ist dann Enride ein guter Multiplikator.
Future meint
Anders als bei den Privatkäufern geht es in der Logistik ja nur ums Geld. Einride wird also Gründe haben, warum sie sich bei dieser Großbestellung für Tesla und gegen Mercedes oder Volvo entschieden haben.
Ossisailor meint
Klar stimmt. Das folgende Zitat aus dem Artikel zeigt aber, dass dies die bisherige Zusammenarbeit mit anderen europäischen Herstellern nicht ersetzt:
„Vorstandschef Roozbeh Charli sagte Reuters, das Unternehmen beziehe Fahrzeuge inzwischen von fünf bis sechs Lkw-Marken. Die 500 Tesla Semi ersetzen damit nicht grundsätzlich die Zusammenarbeit mit etablierten europäischen Nutzfahrzeugherstellern innerhalb des Einride-Netzwerks.“
Jörg2 meint
In Europa derzeit eher DAF.
Mäx meint
Einride hat bisher 250 LKW von versch. Herstellern und nun doppelt so viele Semis gekauft…das muss schon ein gutes Angebot gewesen sein.
Ob das für Tesla tragfähig ist sei dahingestellt.
Solche Sonderangebote für PR gibt ja auch bei unseren Herstellern.
MichaelEV meint
Und wie kommst du auf diese „Sonderangebote“? Es ist immer beachtlich, dass bei anderen Herstellern alle offensichtlichen Hintergünde vollkommen ignoriert, bei Tesla aber immer Sachen frei erfunden werden.
David meint
Wie gesagt, das Wort kaufen oder Kaufvertrag ist der gesamten Originalmeldung sorgfältig vermieden worden. Man hat eine Absicht, die aufzunehmen. Es könnte also auch sein, dass überhaupt kein Tesla Semi in der Flotte auftaucht. Man nutzt hier den Misserfolg des Semi für eine gratis PR-Kampagne.
MK meint
@David:
Da Auslieferungsbeginn schon in wenigen Wochen sein soll und solche Rahmenverträge eigentlich immer eine gewisse Basismenge fester Bestellungen enthalten, halte ich „gar keinen“ für Blödsinn. Dass es die vollen 500 werden, sehe ich aber auch nicht bzw. wenn es so kommt, dann nur, wenn die Einride-Flotte auch sonst drastisch wächst: Einride vermeidet es tunlichst, Einzelherstellern zu viel Einfluss zu geben, da man ja auch selber als Entwickler und Hersteller auftritt. Da wird man ganz sicher nicht zulassen, dass ein einzelnes Modell 2/3 der Flotte auf einem Kontinent ausmacht.
Future meint
Genau. Die Frage ist halt, warum sich die Schweden bei dieser Großbestellung gegen die Europäer entschieden haben. Vielleicht ist der neue Semi von Tesla das bessere Produkt im Vergleich zu den älteren Volvo oder Mercedes. Bestimmt hat sich dazu schon jemand von Einride geäußert.
eBikerin meint
Weil die für die Nordamerikanische Flotte sind und nicht für die Europäische?
Einfach mal Artikel lesen? Europäische LKW sind in Nordamerika ebenso selten wie Amerikanische in Europa. So viel zu der VT
Future meint
Falsch. Selbstverständlich nutzt Einride bisher europäische Elektrotrucks in USA. In den USA kommt primär der Volvo VNR Electric zum Einsatz, der speziell auf den nordamerikanischen Regional- und Verteilerverkehr ausgelegt ist. Den Freightliner eCascadia von der Daimler-Tochter nutzt Einride ebenfalls in seinen Transportnetzwerken.
Dieses Mal hat sich Einride für seine amerikanische Flotte aber gegen einen europäischen Hersteller entschieden. Den Grund dafür werden wir bald erfahren.
MichaelEV meint
Kurzer Faktencheck ergibt, dass die großen LKW-Marken in den USA zu europäischen Konzernen gehören (Daimler, Volvo, VW)…
David meint
Es gibt gar keine Bestellung. Lies mal die Nachricht genauer.
Rob meint
Dann stell ich mir am besten mal die Frage warum Holcim 1000 eActros und keine Semi bestellt hat. Vielleicht ist der Actros ja doch das ausgereiftere Produkt im Vergleich zu dem „frischen“ Semi. Bestimmt hat sich dazu auch schon jemand von Holcim geäußert.
MichaelEV meint
Wenn von 750 eLKWs 2/3 von Tesla sind und 1/3 vom Rest gedeckt wird (ja in zwei Jahren kommen vielleicht noch welche dazu, sagen wir jeweils 50%), passt das vom Verhältnis her…
MK meint
@MichaelEV:
Wenn Einride seine Eektro-LKW-Flotte in Nordamerika in den nächsten 2 Jahren nur verdreifachen wollen würde, wäre das ein ziemlich geringes Wachstum für dieses Unternehmen, dass immerhin Großkonzerne wie eben z.B. Amazon, DHL und Pepsi (letztere hatten bisher Tesla Semi direkt gekauft und sind jetzt auf Einride umgeschwenkt) mit LKW ausstattet und vor wenigen Wochen beim Börsengang eine Milliardenbewertung eingefahren hat.
Außerdem steht in der Pressemitteilung von Einride nichts von einer Bestellung, sondern nur von einem Rahmenabkommen, was normalerweise bedeutet, dass man Preise für Lieferungen bis zu dieser Stückzahl festgelegt hat, aber nicht, dass Einride diese auch tatsächlich abruft.
Und zum dritten betont Einride explizit, dass man die LKW komplett über Fremdkapital finanziere und keinen Cent Eigenkapital einsetzen wolle. Der Börsengang im Juni hat aber mehr als 300 Mio. neues Eigenkapital gebracht. Was macht man wohl damit? Auf dem Girokonto liegen lassen?
David meint
Jetzt muss man sagen, für ein Riesenland wie die USA, das fast ausschließlich per LKW versorgt wird, ist eine Bestellung von 500 LKW ein Lacher. Wobei es nicht einmal eine Bestellung ist, sondern nur eine Absicht. Und ebenso ist es Fakt, dass man mit so einer Nachricht als Einride noch punkten kann, weil es so wenige Bestellungen für den Tesla Semi gibt. Wichtig in dem Zusammenhang die Erwähnung, dass damit nicht die Absicht besteht, autonom zu fahren. Ebenso steht in der Meldung, dass sie damit nur einer von vielen Lieferanten von LKW sind.
Future meint
Vielleicht hat Einride auch keine guten Erfahrungen mit dem Volvo VNR Electric und dem Freightliner eCascadia gemacht. Es ist ja schon bemerkenswert, dass sich da ein globaler Player wie Einride jetzt für den ganz neuen Tesla Semi entschieden hat und gegen die älteren Produkte der europäischen Hersteller Volvo und Daimler.
MK meint
@Future:
Da wird es auch um Unabhängigkeit von einem Hersteller gehen.
Sixt versucht ja auch nicht, noch höhere Rabatte rauszuholen, in dem man Fahrzeuge von nur einem Hersteller beschafft. Der Feuerwehr-Aufbauhersteller Magirus hat selbst zu seiner Zeit als 100%ige Iveco-Tochtergesellschaft in Deutschland auch auf Messen mit Vorführfahrzeugen auf MAN- und Mercedes-Fahrgestell für sich geworben. Selbst Amazon kauft trotz seiner Beteiligung an Rivian weiterhin auch neue Mercedes Elektro-Sprinter und auch bei der Polizei wird imemr darauf geachtetet, mindestens 2 Marken in der Flotte zu haben.
Wie Ossisailor schon sagt: Es ersetzt eben nicht die anderen Hersteller, sondern ergänzt diese. Spannend dabei ist auch die gewählte Formulierung. In der Original-Mitteilung auf der Einride-Website lautet die konkret: „Einride AB today announced the planned deployment of 500 Tesla Semi trucks“. Spannend deshalb, weil in der Branche Rahmenabkommen mit „bis zu X Stück“ üblich sind und hier nirgendwo gesagt wird, wie viele davon tatsächlich verbindlich bestellt sind.
Rob meint
Der Hauptgrund wird wohl im ersten Satz dieses Artikels zu finden sein: „Einride will 500 Tesla Semi in seine nordamerikanische Elektro-Lkw-Flotte aufnehmen“
So wie der Tesla Semi nicht in Europa angeboten wird, sind die hierzulande erhältlichen Elektro LKW nicht in Nordamerika verfügbar.
Mark Müller meint
Ja, da kauft sich Tesla mit viel Geld den massiv verspäteten (2026 statt 2017) Markteintritt.
Jörg2 meint
Mark
Lass uns an Deinen Informationen zu den Preisen teilhaben.
Oder ist das nur „Meinung“ nicht „Information/Fakt“? Manche haben es ja zunehmend schwer, dies zu trennen….
Fred Feuerstein meint
500 batterieelektrische LKW, keine Wasserstoffbetriebenen. Aber das kommt bestimmt noch. 😅