Der europäische Autokonzern Stellantis hat ein Sicherheitssystem patentiert, mit dem sich die Hochvoltbatterie eines Elektroautos in Gefahrensituationen vollständig vom Fahrzeug trennen lässt. Die im September veröffentlichte US-Patentanmeldung beschreibt eine Konstruktion, die das Batteriepaket bei Überhitzung oder Beschädigung freigeben kann. Als Anmelder tritt die Stellantis-Tochter FCA US auf.
Das System verbindet eine elektrische Abschaltung mit einer mechanischen Entriegelung. Zunächst wird die Hochvoltverbindung unterbrochen, anschließend werden die Befestigungen der Batterie gelöst. Dafür sieht die Patentschrift zwei Verfahren vor: verschiebbare Rahmenelemente oder pyrotechnische Verbindungselemente, die eine kontrollierte Trennung ermöglichen. In beiden Fällen soll das Batteriepaket unter dem Fahrzeug auf den Boden fallen.
Die Auslösung erfolgt über eine Schnellfreigabe, die als Hebel, Taste oder Touchscreen-Bedienelement ausgeführt sein kann. Entsprechende Vorrichtungen sind sowohl im Innenraum als auch im Kofferraum vorgesehen. Damit könnten neben den Insassen auch Rettungskräfte die Batterie vom Fahrzeug trennen. Eine automatische Aktivierung durch Fahrzeugsensoren wird in der Anmeldung nicht konkret beschrieben.
Eine Besonderheit ist die vorgesehene Weiterbewegung des Fahrzeugs nach dem Batterieabwurf. Dafür soll der Elektromotor vorübergehend aus einer separaten Niedervoltbatterie versorgt werden, beispielsweise mit zwölf Volt. Laut Patentschrift könnte das Fahrzeug dadurch eine begrenzte Strecke zurücklegen, um sich von der abgeworfenen Batterie zu entfernen. Konkrete Angaben zur möglichen Distanz oder Antriebsleistung fehlen.
Anders als herkömmliche Hochvolt-Abschaltungen ermöglicht das Konzept eine vollständige räumliche Trennung zwischen Batterie und Fahrzeug. Allerdings wirft die Konstruktion zusätzliche Sicherheitsfragen auf, etwa hinsichtlich eines auf der Fahrbahn zurückgelassenen Batteriepakets oder der Stabilität der lösbaren Befestigungen bei Unfällen.
Die Entwicklung basiert auf einer Anmeldung vom März 2023. Im Juni 2026 wurde bereits das zugehörige US-Patent 12.643.407 erteilt. Die Unterlagen berücksichtigen sowohl rein als auch teilelektrische Fahrzeuge. Eine Serienanwendung, konkrete Fahrzeugmodelle oder eine Einführung in Europa hat Stellantis bislang nicht angekündigt.

Gernot meint
Dann muss Stellantis ja nur noch das passende Problem für die Lösung erfinden…