Große europäische Unternehmen fordern die EU-Kommission auf, an den bestehenden CO2-Standards für schwere Nutzfahrzeuge festzuhalten. In einem von der EV100-Initiative der Climate Group koordinierten Schreiben sprechen sich unter anderem IKEA, EDF, Geopost und DFDS gemeinsam mit Industrie- und zivilgesellschaftlichen Organisationen für langfristig verlässliche Vorgaben aus.
Die Unternehmen wollen ihre Investitionen in elektrische Lkw-Flotten ausbauen und damit ihre Abhängigkeit von Kraftstoffpreissprüngen verringern. Eine Abschwächung der CO2-Vorgaben würde aus ihrer Sicht die Investitionssicherheit gefährden. Ihr aktuelles Schreiben richtet sich an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die Exekutiv-Vizepräsidenten Teresa Ribera und Stéphane Séjourné sowie die für Verkehr, Klima und Energie zuständigen Kommissionsmitglieder.
Die Unterzeichner verlangen neben der Beibehaltung der CO2-Standards einen beschleunigten Ausbau der Ladeinfrastruktur für elektrische Lkw. Zudem sollen Engpässe in den Stromnetzen mithilfe der Verordnung über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) und des europäischen Netzpakets abgebaut werden.
Eine Analyse von Transport & Environment (T&E) zeigt, dass Elektro-Lkw bereits in sechs der neun großen EU-Märkte die kosteneffizienteste Option sind. Mit entsprechender politischer Unterstützung könnte dies bis 2030 in allen neun Märkten der Fall sein. IKEA-Transportmanagerin Ewelina Taylor betont die Bedeutung klarer und vorhersehbarer Vorschriften für Investitionen in emissionsfreie Transportlösungen. Auch DFDS-Vertreterin Lidija Peters fordert regulatorische Sicherheit und den weiteren Ausbau der notwendigen Infrastruktur für Hersteller, Betreiber und Kunden.
EDF-Europapolitikchefin Marion Labatut verweist auf die bereits laufende Elektrifizierung schwerer Fahrzeugflotten und entsprechende Investitionen in die Energieinfrastruktur. Lucie Mattera, Generalsekretärin von ChargeUp Europe, warnt davor, dass eine vorgezogene Überprüfung oder Abschwächung der CO2-Standards bestehende Infrastrukturinvestitionen gefährden könnte.
Dominic Phinn, Transportchef der Climate Group, bezeichnet die Nachfrage nach emissionsfreien Lkw als stark und weiter wachsend. Die Beibehaltung ambitionierter Vorgaben sowie geeignete Infrastruktur und Anreize könnten nach seiner Einschätzung die europäische Wettbewerbsfähigkeit stärken, die Energiesicherheit verbessern und erhebliche Klimavorteile bringen.

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