Das US-Elektroauto-Startup mit globalen Ambitionen Rivian hat den aktuellen Zeitplan für die Einführung seines ersten Modells bekanntgegeben. Der Pickup-Truck R1T wird demnach ab Juni nächstes Jahr an Kunden übergeben. Im August 2021 soll das auf der derselben Plattform aufbauende SUV R1S folgen. Beide Fahrzeuge werden zunächst exklusiv im Heimatmarkt ausgeliefert.
Eigentlich wollte Rivian seine Produkte etwa sechs Monate früher offiziell einführen, wie alle Autohersteller hat das Unternehmen aber mit der Coronavirus-Pandemie zu kämpfen. Das für seine Pläne verfügbare Kapital hat das Startup erst kürzlich deutlich aufgestockt. An der jüngsten Finanzierungsrunde beteiligte sich auch der bereits bestehende Geldgeber Amazon, der sich zudem 100.000 Elektro-Lieferwagen bauen lässt. Großinvestor Ford setzt ebenfalls auf Rivian-Technik.

Das Geschäftskonzept der Firma mit Sitz im US-Bundesstaat Michigan sieht zu Beginn ein überschaubares eigenes Modellangebot vor. Zentraler Kern der Strategie ist die Kooperation mit anderen Herstellern und Unternehmen wie Ford und Amazon, denen Rivian seine seit über zehn Jahren entwickelte „Skateboard“-Architektur zur Verfügung stellt. Den Partnern verspricht Gründer und Chef RJ Scaringe eine moderne Basis für unter anderem hohe Leistung, schnelle Ladezeiten und große Reichweiten.
Preise für seine beiden Erstlingswerke hat Rivian bisher nicht veröffentlicht. Auch zum derzeitigen Stand der angestrebten Expansion nach Europa schweigt sich das Unternehmen noch aus.
Tesla klagt
Für die Realisierung seiner Pläne konnte Rivian in diesem Jahr frische Mittel in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar einsammeln. Im Jahr zuvor kamen in insgesamt vier Finanzierungsrunden 2,85 Milliarden Dollar zusammen. Geldsorgen dürfte das Startup vorerst also nicht haben, allerdings gibt es rechtliche Probleme: Tesla wirft Rivian in einer Klage vor, Mitarbeiter und Geschäftsgeheimnisse gestohlen zu haben. Der Elektroauto-Branchenprimus aus Kalifornien behauptet, dass mehrere ehemalige Mitarbeiter vertrauliche Dokument an den Wettbewerber ausgehändigt haben.
Rivian dementiert die Vorwürfe von Tesla. Das Geschäftskonzept und die Technologie dafür hätten die beteiligten Teams über viele Jahre selbst entwickelt. Zwar würden die Beschäftigten dazu ihre Kompetenzen aus verschiedenen Branchen einbringen, neue Mitarbeiter müssten jedoch bestätigen, dass sie kein geistiges Eigentum der früheren Arbeitgeber zu ihrem neuen Arbeitsplatz mitbringen.
GE meint
Wer baut das Ding eigentlich dann tatsächlich und welche Stückzahlen streben sie an ?
Peter W meint
Ich find’s lustig, dass Elon sauer ist. Es ist aber normal, dass Mitarbeiter wechseln und da auch ihr Wissen mitnehmen. Man kann das Gedächtnis ja nicht löschen – noch nicht.
Andererseits sind die Fzge aber keine Konkurrenz für Tesla, denn der Cybertruk bedient ein anderes Publikum. Die Autos sind nicht vergleichbar, Gemeinsamkeiten sind nur die 4 Räder und der elektrische Antrieb.
MaxMe meint
Expertise kann man mitnehmen, aber keine Geschäftsgeheimnisse.
Und um Letzteres geht es, soweit ich verstanden habe.
Richie meint
Die Autos sind vergleichbar: SUV BEV ähnlicher Größe und ähnlichen Preises. Beide nutzen sogar Rundzellen. Damit hat es sich dann aber auch. Rivian hat vier Radmotoren und kann den absolut geilen Showtrick Tank Turn, auf der Stelle drehen. Und Rivian hat einen SUV auf gleicher Basis. Auch passt das Rivian-Design besser zur konservativen Zielgruppe.
Andi meint
Rivian find ich wegen dem Amazon-Transporter wirklich interessant und hielversprechend.
Aber was die beiden Monster an Energie fressen, da bin ich auch gespannt drauf. Die Technik scheint ja gut zu sein, sonst würde es da keine Kooperation mit Amazon und Ford geben. Die Aerodynamik ist sicher eine mittlere Katastrophe. Das Tempolimit in den USA, ist diesbezüglich natürlich ein Segen. Und mit der Elektromobilität / Rekuperation ist das Gewicht nicht so entscheidend wie beim Verbrennern.
Freddy K meint
Verbrauch hat die Pickup Fahrer in US noch nie interessiert. Ausserdem kann man ihn mit 180kwh haben.
Alleine vom F150 werden jedes Jahr 1Mio verkauft. Da passt das Design schon.
Der CT soll aber in der selben Liga wildern.
alupo meint
Das dass dies die Pickupfahrer nie interessierte ist jetzt aber kein Argument für einen möglichst hohen Verbrauch dieser Autos?
Es wirft bestenfalls ein extrem schlechtes Bild auf die Pickup Fahrer.
Vermutlich ist es das was damit gesagt werden soll: es waren Umweltschweine, es sind Umweltschweine und es werden immer Umweltschweine bleiben.
Ich hoffe, dass dies nicht der Fall ist.
Andi meint
So einfach ist es aber nicht. Fahr ich maximal 100km/h mit so einem Gefährt, ist das nicht umwetschädlicher als mit einem Mittelklasse Pkw bei 150km/h. In Deutschland gibt es natürlich ein Reglement, dass zu einem ökologisch höchstbedenklichen Verhalten animiert.
Gute Regeln sind extrem wichtig. Ich würde jetzt mal behaupten, dass sich der Energieverbrauch pro Kopf in den USA mit der zunehmenden Elektromobilität, deutlich unter den von Deutschland bewegen wird.
alupo meint
Wo ist vorgeschrieben dass ein Pickup mit 100 km/h fährt und ein PKW mit 150?
Und überhaupt, ist das so und wenn ja, immer?
Ich denke, man sollte vermeiden, Äpfel mit Zitrinen zu vergleichen, denn das ist kein Vergleich.
Gerade wenn man an die Sprinter denkt habe ich den Eindruck, dass diese eher ein etwas höheres Tempo hinlegen, trotz oder gerade wegen ihrer Schrankwandaerodynamik.