Elektro-Lkw sind auf dem besten Weg, im Laufe ihrer Lebensdauer günstiger zu werden als Diesel-Lkw, zeigt neue Forschung. Die Studie der Universität Exeter und der Umweltforschungsorganisation International Council on Clean Transportation (ICCT) analysierte die Gesamtkosten von Nutzfahrzeugen, inklusive Kaufpreis, Treibstoff beziehungsweise Strom und Wartung.
In einigen Regionen und Fahrzeugklassen sind Elektrofahrzeuge demnach bereits günstiger als Diesel, was Vorteile für Wirtschaft, Klima und Luftqualität eröffnet. Besonders in China bei schweren sowie mittelgroßen Lkw und bei Transportern in China wie Indien wurde der „Kipp-Punkt“ bereits erreicht. In anderen Regionen wird die Kostenparität bis 2033 erwartet.
Amir Akther, Hauptautor der Studie, zeigte sich überrascht, wie schnell sich E-Lkw wirtschaftlich durchsetzen. Simon Sharpe von den Marktanalysen bei S-Curve Economics betonte, dass geeignete politische Maßnahmen die Kostensenkung beschleunigen und die Produktivität der Transportbranche steigern können.
Der globale Marktanteil elektrischer Lkw war mit 0,9 Prozent 2023 laut den Studienautoren zwar noch gering, wächst aber rasant – besonders in China und Europa. Die Zahl verfügbarer Modelle hat sich auf 750 erhöht. Noch fallen höhere Anschaffungskosten an, diese sinken aber durch technische Fortschritte. Die Betriebskosten sind den Studienautoren zufolge bei Elektro-Lkw bereits deutlich niedriger.
Politik kann Umstieg beschleunigen
Die Studie hebt hervor, dass vor allem verbindliche Vorgaben, die einen wachsenden Anteil emissionsfreier Fahrzeuge vorschreiben, den Umstieg fördern. Subventionen und Steuern wirkten weniger stark, würden aber in Kombination mit Mandaten große Wirkung entfalten. Felipe Rodriguez vom ICCT sieht in Regulierungen der Angebotsseite, wie CO₂-Normen und Verkaufsvorgaben, den Schlüssel für eine schnelle Umstellung wie bei Elektroautos.
Der Wechsel zu Elektro-Lkw bietet laut der Studie vielfältige Vorteile: Diesel-Fahrzeuge verursachen weltweit rund 400.000 Todesfälle pro Jahr durch Luftverschmutzung. In Indien stammen 40 Prozent der Emissionen im Straßenverkehr von nur 3 Prozent der Fahrzeuge, den Lastwagen. Die globalen CO₂-Emissionen des Straßengüterverkehrs betragen rund 6 Prozent.
Elektro-Lkw könnten Klimaschutz, geringere Importabhängigkeit von Öl und wirtschaftliche Vorteile vereinen, so die Forscher. Dafür seien neben den Fahrzeugen Investitionen in Ladestationen und unterstützende Energienetze von entscheidender Bedeutung.

martin g. meint
Es werden in Zukunft die Transportunternehmen einen kostenvorteil haben, die rechtzeitig eine Erhöhung des Netzanschlusses bei sich beantragt haben und Ladeinfrastruktur errichtet haben.
Alle die zu spät kommen, werden keine Leistungserhöhung von ihren Netzbetreibern genehmigt bekommen und Wettbewerbsnachteile erleiden.
martin g. meint
Ich denke es ist schlicht und ergreifend unwissenheit, wieso keine e Trucks angeschafft werden.
Zudem ist der Umstand, dass man häufig an PKW Ladestationen laden muss und dafür Absatteln muss ein Hemmnis.
Ein schneller Ausbau von LKW Ladestandorten und die finalisierung des MCS Ladestandards könnten den Technologiewechsel beschleunigen.
one.second meint
Tja, Überraschung, China ist uns wieder mal auch da voraus.
Elektromotoriker meint
Es lohnt sich heute, dank üppiger Förderung, selbst ohne Maut.
Diesel Lkws sind Cashcows für den Finanzminister.
Szenario 1: Diesel-LKW
Anschaffung: 130.000 €
Kraftstoffkosten: ca. 0,45 €/km → 225.000 €
Wartung: ca. 5.000 €/Jahr → 25.000 €
Steuern/Abgaben: ca. 2.500 €/Jahr → 12.500 €
(Maut: 2025 35.000-50.000 €/a)
Gesamt: ~392.500 €
Szenario 2: Elektro-LKW
Anschaffung: 300.000 € (abzgl. Förderung z. B. 60 % → 120.000 € Eigenanteil)
Stromkosten: ca. 0,20 €/km → 100.000 €
Wartung: ca. 2.000 €/Jahr → 10.000 €
Steuern: Befreit
(MAUT: befteit ab 2026 wohl reduziert.)
Gesamt: ~230.000 € (inkl. Förderung)
Dieseldieter meint
Fährt so ein Lkw dann nur 9 Stunden am Tag?
Ich kenne es eigentlich so, dass die mehr oder weniger immer fahren wenn der Fahrer nicht gerade Ruhepause hat. Im Nahverkehr wechselnd sich die Fahrer ab und das Teil fährt so gut wie durch. Sind die Megawattlader auf dem Firmengelände auch gratis? Oder hängt der Lkw mit seiner 600 kWh Batterie auf dem Hof an 22kw?
Du kannst mir glauben, Speditionen stehen seit Jahren unter extremem Preisdruck. Denkst du, die Fuhrparkleiter dürfen nach Lust und Laune Diesel-Lkw kaufen und damit Unmengen Geld zum Fenster rauswerfen? Oder denkst du, 80% der fuhrpark-manager haben keinen Taschenrechner?
Oder hört dein Matheverständnis beim Stoff der 9. Klasse auf, und du fühlst dich berufen die ganze Welt damit zu belehren?
Rüdiger meint
Bei mir ist gegenüber ne Spedition im Industriegebiet, der hat mal zum „Spaß“ angefragt, was so ein klitzekleiner 4 MW Anschluss kosten würden täte oder ob das überhaupt möglich wäre. Zumal neben dran aktuell ein Wohngebiet mit 250 Grundstücken zugeteilt wird.
Antwort: *********** 20 Jahre, früher nicht.
Rüdiger meint
Die 4 MW wären aber nur für max. 10% der trucks die der hat…..
Dieseldieter meint
Also ab an den 22 kw-AC-Lader, dann ist der Lkw nach 30 Stunden schon wieder startklar 👍🏻
Rüdiger meint
Jedes vierte Wort im Konjunktiv… tolle Meldung.
Peter meint
Noch mehr würde es helfen, wenn man Dinge nicht unnötig durch die Gegend fährt. Also zum Beispiel die Krabben aus der Nordsee nach Marokko und zurück. Oder zumindest für solche Strecken die Bahn nutzt statt nur einen LKW durch einen anderen LKW zu ersetzen.
South meint
Ist eine wirklich erfreuliche Entwicklung. Klar kann man mit mehr Geld das Beschleunigen, aber wie bei den E Autos sollte man clever sein und nicht direkt die Hersteller fördern. Fördert die Infrastruktur, Accuproduktion, Accuforschung, was auch immer, aber bei den Hersteller würde das Geld schlicht versickern… das wissen wir mittlerweile aus der Praxis…
Jeff Healey meint
Wieso versickern? Dividende macht den Aktionär glücklich 🤡
South meint
Yoa, Aktionäre, aber fast schlimmer, es nimmt den Druck auf Kosteneffizienz…
Abraham meint
Die Kostenvorteile sind doch langst da! Schau mal die @elektrotrucker auf YouTube.