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Bundeskanzler Merz fordert mehr Flexibilität beim Verbrenner-Aus

10.09.2025 in Autoindustrie, Politik von Thomas Langenbucher | 23 Kommentare

Friedrich-Merz-IAA-2025

Bild: Bundesregierung | Steffen Kugler

Bei der Eröffnung der IAA Mobility in München forderten führende Politiker und Vertreter der Automobilbranche eine Aufweichung des für 2035 von der EU geplanten Aus von mit fossilen Kraftstoffen betriebenen Verbrenner-Pkw. Bundeskanzler Friedrich Merz stellte sich hinter die Interessen der deutschen Autoindustrie und sprach sich für eine flexiblere Regulierung beim Umstieg auf Elektromobilität aus.

„Wir halten am Umstieg auf Elektromobilität grundsätzlich natürlich fest, aber wir brauchen mehr Flexibilität in der Regulierung“, erklärte Merz laut der Tagesschau. Eine einseitige politische Festlegung auf bestimmte Technologien sei wirtschaftspolitisch der falsche Weg. Der Kanzler betonte, dass die Bundesregierung die Autoindustrie unterstützen werde und Technologieoffenheit der Schlüssel sei, um Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit zu verbinden.

Hintergrund der Diskussion sind die EU-Vorgaben, nach denen ab 2035 nur noch emissionsfreie Neuwagen zugelassen werden dürfen. In der Praxis verläuft der Umstieg auf Elektromobilität jedoch langsamer als ursprünglich angenommen, was die Branche zunehmend unter Druck setzt.

Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), unterstrich in einem ARD-Interview, dass die deutschen Hersteller zwar international wettbewerbsfähig seien, der Standort Deutschland jedoch zunehmend an Attraktivität verliere. Sie forderte niedrigere Energiepreise, bessere Ladeinfrastruktur und Steuersenkungen. Zugleich plädierte sie für mehr Flexibilität seitens der EU und eine Offenheit für verschiedene Antriebstechnologien, einschließlich Hybrid- und klimaneutraler Kraftstoffe.

Zusätzlichen Druck erhielt die Debatte durch Äußerungen von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, der kurz vor der IAA forderte: „Weg mit dem einseitigen Verbrenner-Verbot. Ingenieure sollen entscheiden und nicht Bürokraten.“ Unterstützung kam vom CDU-Landeschef Baden-Württembergs, Manuel Hagel, der Kanzler Merz aufforderte, mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen „Klartext“ zu sprechen. Hagel warnte, das Verbot schade Innovation, Industrie und Arbeitsplätzen, ohne dem Klima zu nützen.

Kritik kam von der SPD: Armand Zorn, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, sprach sich gegen ein Aufweichen der Klimavorgaben aus. Wer den Ausstieg aus dem fossilen Verbrenner infrage stelle, gefährde die langfristige Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und verunsichere die Wirtschaft. Er warnte vor „undurchdachten politischen Manövern“, wie sie Ministerpräsident Söder angestoßen habe.

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Via: Tagesschau
Tags: Emissionen, EU, Nachhaltigkeit, Verbrenner-VerbotAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Kirky meint

    10.09.2025 um 14:08

    Bravo Herr Merz, genau dafür haben Sie meine Stimme bekommen! Gute, konservative Politik mit Augenmaß.
    Was viele hier nicht verstehen: Wunsch der Wähler ist, auch 2038 einen neuen Verbrenner zuzulassen und mit günstigem fossilen Sprit zu betanken. Wie ihr das findet, ob das für euch sinnvoll ist – egal: Wir leben in einer Demokratie. Wenn nach der Legislaturperiode eine andere Regierung kommt, die pro Klima ist, dann akzeptiere ich das so wie ich es bei der Ampel auch getan habe. Nur dann erwarte ich von euch auch Akzeptanz.
    Ja, wir wissen das Klima ändert sich durch unseren co2-Ausstoß.
    Nein, wir sehen keinen dringenden Handlungsbedarf, das zu ändern.
    So einfach.

    • Jeff Healey meint

      10.09.2025 um 18:16

      Hallo Kirky,
      nur eine kleine Minderheit wird im Jahre 2038 noch einen neuen Verbrenner kaufen.
      Und 3,50€ für den Liter Sprit ausgeben.
      Alles wird gut.

      • Duesendaniel meint

        10.09.2025 um 23:55

        …den es dann fast nirgendwo mehr geben wird, weil es kaum noch Nachfrage danach gibt. Und Kirky wird der erste sein, der auf E umsteigt, wenn er 200km fahren muss für seinen heiß geliebten Saft. Also ja, alles wird gut.

  2. Anonym meint

    10.09.2025 um 12:03

    „Wir halten am Umstieg auf Elektromobilität grundsätzlich natürlich fest, aber wir brauchen mehr Flexibilität in der Regulierung“
    Wo sich in zweiten Teil des Satzes selbst widersprechen…
    Wie heißt es ein aber macht alles davor zu Bullshit.

  3. FahrradSchieber meint

    10.09.2025 um 10:51

    „Elektroautos haben keine Zukunft und keine Chance gegen Verbrenner. Sonst würden die da oben Verbrenner nicht verbieten. Und bis der Staat mir das auch noch verbietet, kaufe ich mir wieder einen Verbrenner!“
    Solche und ähnliche Aussagen habe ich schon mehrfach im Bekanntenkreis gehört. Das „Verbrennerverbot“ hat schon so viel Schaden angerichtet, Zwang erzeugt immer Gegenwehr.
    Und wofür?
    Die Regelung soll in 2035 gelten. Das sind 10(!) Jahre. Wenn man sich mal die BEVs von vor 10 Jahren und heute anschaut (IAA: BMW iX3 etc.), dann sieht man: In weiteren 10 Jahren werden BEVs sehr wahrscheinlich so überlegen sein, dass sowieso kaum noch jemand Verbrenner kaufen wird. Ganz ohne Zwang.
    Und Hersteller, die das nicht berücksichtigen, verschwinden vom Markt. Ganz ohne Gesetze.

    • Gernot meint

      10.09.2025 um 11:07

      Völlig richtig.
      1. Wir haben noch ein ganzes Jahrzehnt Zeit. Niemand bei Verstand wird in 10 Jahren noch Verbrenner kaufen wollen. Verbrenner fahren wird sehr viel teurer sein als BEV fahren. Warum sollte jemand laut, stinkig und teuer Auto fahren wollen, wenn es mit mehr Spaß, leise, abgasfrei und billiger vollelektrisch geht.

      2. Ist das Verbrennerverbot ab 2035 überhaupt kein Verbrennerverbot. Man darf dann weiter Verbrenner verkaufen, muss dann nur sicherstellen, dass die nur eFuels verbrennen. Also genau das, was die Autoindustrie scheinheilig fordert, ist bereits erfüllt: Verbrenner mit eFuels dürfen auch nach 2035 eine Alternative sein. Gerade die rückständigen Zulieferer möchten 2035 aber sagen können „Ach, leider gibt es nun doch keine bezahlbaren eFuels und dann müssen wir leider doch weiter mit fossilem Benzin fahren.“ Aber wegen 1. ist das eine Phantomdebatte.

    • E.Korsar meint

      10.09.2025 um 11:56

      „Das „Verbrennerverbot“ hat schon so viel Schaden angerichtet, Zwang erzeugt immer Gegenwehr.“
      Allerdings ist es nicht der „Zulassungsstopp für Neuwagen mit Verbrennungsmotor ab 2035, die fossile Brennstoffe nutzen“ der den Schaden angerichtet hat, sondern der populistische Umgang mit dem Thema. Die Wortschöpfung „Verbrennerverbot“ erzeugt unbegründete Verlustängste. In den Köpfen bleibt „Verbot“ hängen. Es gibt auch keinen Zwang zu irgendwas. Weihnachten 2034 kann man sich noch einen nagelneuen Verbrenner schenken lassen. Ab 2035 kann man halt nur noch Verbrenner mit E-Fuels kriegen, wenn die jemand baut. Es wird aber immer noch ein riesiger Markt von gebrauchten Verbrennern existieren. Und zig Politiker fordern Ausnahmeregelungen, die längst existieren.

      • Mäx meint

        10.09.2025 um 13:52

        This!!

    • Anonym meint

      10.09.2025 um 12:45

      Dieser Zwang ist aber eingebildet.
      Immer wieder interessant, wie nicht bemerkt wird, dass der Verbrenner jahrzehntelang aufgezwungen wurde und wird, weil es jahrzehntelang keine Alternative gab und die Alternativen aktiv verhindert werden.
      Aber gut an das aufgezwungene an das man gewöhnt ist, wird als Selbstbestimmung und Freiheit empfunden…

      Ne sorry reaktionäres Verhalten bzw. Gegenwehr ist eine Entscheidung und kein Automatismus

  4. Elvenpath meint

    10.09.2025 um 10:48

    Da wird eine Nebelkerze nach der anderen geworfen.
    Fakt ist, dass die Regelungen zu 100% technologieoffen sind, aber die Ingenieure schnell herausgefunden haben, dass Elektromobilität der Königsweg ist.
    Wer mehr „Flexibilität“ fordert, möchte einfach nur mehr CO2 emittieren dürfen.

    • Kirky meint

      10.09.2025 um 10:57

      Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion.

      • Stromspender meint

        10.09.2025 um 11:14

        Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde bereits entfernt. Die Redaktion.

  5. Frank von Thun meint

    10.09.2025 um 10:42

    Technologieoffenheit! :-)
    Wer so was fordert, sollte den armen Autofahrern auch die Wahrheit sagen!
    Um Treibstoff aus Luft zu HV100, E-Fuels und anderen Verbrennstoff zu machen, wird soviel Energie benötigt, dass es unendlich billiger ist die benötigte Energie direkt in ein Auto zu Laden. Wenn am Ende der Preis bei 10,00 Euro Liter liegt will das auch niemand bezahlen.
    Die Ziele für das Verbrenner-aus sollten trotzdem aufgeweicht werden und zwar in Richtung „Sofort“.

  6. GE meint

    10.09.2025 um 10:41

    Es ist einfach nicht ersichtlich wie dass die Probleme lösen soll:
    1. Einbrechender Absatz in China – auch wegen des hohen E-auto Anteils in China
    2. Zollpolitik in den USA – (ok Verbrenner für den US Markt könnte man auch weiter hier verkaufen)
    3. Demographische Entwicklung reduziert den Absatzmarkt in Europa
    4. Konkurrenz durch Chinesische Marken.

    • hu.ms meint

      10.09.2025 um 11:12

      zu1) der starke absatzrückgang in china ist selbstverschuldet:
      Man hat nicht erkannt, dass die chinesen einen eigenen geschmack entwickelt haben, den man entsprechen muss. Dazu kommt der neue nationalstolz der chinesen. Ausländische produkte sind nicht mehr das was angesagt ist.
      zu 4) Die chinesen müssen sich erst auf dem europäischen und bes. dem deutschen markt bewähren und ein gewisses image erwerben. So wie die japaner und korenaer in der vergangenheit. Aktuell stehen sie auf dacia-niveau, deren preise sie auch bieten können wenn sie in der eu produzieren.

  7. CaptainPicard meint

    10.09.2025 um 10:23

    „Eine einseitige politische Festlegung auf bestimmte Technologien sei wirtschaftspolitisch der falsche Weg.“

    Absolute Zustimmung! Oh moment, es gibt ja im Gesetz gar keine Festlegung auf eine bestimmte Technologie, alles was dort verlangt wird ist dass kein CO2 mehr ausgestoßen wird. Für die Hersteller besteht völlige Technologieoffenheit.

    • Ben meint

      10.09.2025 um 13:19

      „Eine einseitige politische Festlegung auf bestimmte Technologien sei wirtschaftspolitisch der falsche Weg.“

      Warum wird dann bis heute aktiv der Verbrenner subventioniert mit 8Mrd./Jahr wo war da die Technologieoffenheit wrnn man wirklich Technologieoffenheit wollen würde, würde man die 360Mrd./Jahr Fossile Subventionen abschaffen.

      • Abraham meint

        10.09.2025 um 16:14

        Genau!

  8. hu.ms meint

    10.09.2025 um 09:44

    Die politik spricht von mehr flexibilität, technologieoffenheit beim „verbrennerverbot“ für neuwagen ab 2035.
    Das sind verklausoliert ausnahmen für verbrennung von e- fuels und H2.
    Das verbot der verbrennung von fossilen kraftstoffen bleibt. Alleine schon weil nur dadurch die emissionsziele erreicht werden können.
    Also: muss man sich ab 2035 bei neuwagen einfach leisten können. Was sind schon 2.000 € mehr im jahr für e-fuels ?
    Könnte ich mir locker leisten – ihr nicht ?
    Fahre aber seit 11/20 ID.3 für 3,80 € /100km und vor allem: lokal emissionsfrei !

  9. Mäx meint

    10.09.2025 um 09:31

    „Zugleich plädierte sie für mehr Flexibilität seitens der EU und eine Offenheit für verschiedene Antriebstechnologien, einschließlich Hybrid- und klimaneutraler Kraftstoffe.“
    Kennt Hildegard Müller etwa die Regularien nicht?
    Das wäre ja ganz schön schlecht als VDA Präsidentin.

  10. Frank meint

    10.09.2025 um 09:30

    Jetzt kämpft die Mineralöllobby direkt gegen die Autoindustrie.
    Wirre Zeiten…

    • BEV meint

      10.09.2025 um 09:49

      ich versteh es auch nicht, VW sagt genau was anderes und der da oben behauptet jetzt die Automobilbranche retten zu wollen
      VW hat viele Fahrzeuge im Programm und auch in der Pipeline für die nächsten Jahre, das muss gepusht werden, warum immer diese Verunsicherung.
      auch wenn es vielleicht kein Verbot braucht, weil die Weichen sowieso schon gestellt sind, aber ein Abschaffen verunsichert die Leute

  11. Future meint

    10.09.2025 um 09:25

    Die CO2 Emissionen im Verkehrssektor steigen in Deutschland immer weiter statt zu sinken.
    Ein Kompromiss könnte sein, endlich ein strenges Tempolimit wie in den Niederlanden durchzusetzen, um den CO2-Ausstoß massiv zu senken. Als Nebeneffekt müsste auch weniger russisches Öl aus Indien importiert werden, weil die Verbräuche dtark sinken. Mit dem gesparten Geld wird die Elektromobilität weiter gefördert. Dafür gibt es das Verbrennerverbot erst 2 Jahre später. Allerdings wird ab 2030 eine Zulassungslotterie für Neuwagen wie in China eingeführt, die elektrische Autos bevorzugt. Dsmit wird dann auch die Anzahl der zugelassenen Autos in Deutschland verringert.

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