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BMW startet Direktrecycling zur Gewinnung von Batterierohstoffen

15.12.2025 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 3 Kommentare

BMW-Batterierecycling

Bild: BMW

BMWs neues Kompetenzzentrum Batteriezellrecycling (Cell Recycling Competence Center, CRCC) hat im niederbayerischen Salching seinen Betrieb aufgenommen. Damit schreitet die Umsetzung des Direktrecyclings, einem Gemeinschaftsprojekt des Autokonzerns und der Encory GmbH, voran. Beim Aufbau und Betrieb des Kompetenzzentrums setzen die BMW Group und Encory auf regionale Partner.

Beim Direktrecycling können Reststoffe aus der Batteriezellfertigung bis hin zu ganzen Batteriezellen mechanisch zerlegt werden. Die Rohstoffe werden nicht komplett in ihren Ursprungszustand zurückverwandelt, sondern „direkt“ in den Kreislauf der Zellfertigung zurückgegeben. Dadurch entfällt beim Direktrecycling die bisher übliche, energieintensive chemische oder thermische Aufbereitung. Die Methode wurde von Experten der BMW Group entwickelt.

Im neuen CRCC wird das Direktrecycling in einem größeren Maßstab aufgebaut und stufenweise angewendet, sodass nach der vollständigen Inbetriebnahme jährlich Batteriezellmaterial im mittleren zweistelligen Tonnenbereich recycelt werden kann. Die so gewonnenen Rohstoffe werden laut dem Konzern künftig direkt in der Pilotfertigung von Batteriezellen im hauseigenen Kompetenzzentrum für Batteriezellfertigung (CMCC) Parsdorf eingesetzt.

„Mit unserem Direktrecycling sind wir Vorreiter in der Industrie“

„Mit unserem Direktrecycling sind wir Vorreiter in der Industrie“, sagt Markus Fallböhmer, Leiter Batterieproduktion bei der BMW AG. „Diese Technologie hat ein großes Potential, die Batteriezellproduktion weiter zu optimieren.“ Denkbar wäre etwa eine Befähigung von Zellherstellern, um das Direktrecycling erstmals in der Serienproduktion einzusetzen.

Für das neue Kompetenzzentrum wird eine bestehende Halle im niederbayerischen Salching (Landkreis Straubing-Bogen) genutzt. Neben der Produktions- und Lagerfläche von etwa 2.100 m² verfügt das Gebäude über knapp 350 m² Büro- und Pausenräume sowie über Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach. Während das Kompetenzzentrum von der Encory GmbH aufgebaut und betrieben wird, liegt das geistige Eigentum des Recyclingverfahrens vollständig bei der BMW Group.

Kompetenzzentren-fuer-Batteriezellen-bei-der-BMW-Group
Kompetenzzentren für Batteriezellen bei der BMW Group | (Zum Vergrößern anklicken) Bild: BMW

Als Joint-Venture der BMW Group und der Interzero Group entwickelt und implementiert Encory Logistik- und Beratungslösungen unter anderem in den Bereichen Rückholung, Recycling und Wiederaufbereitung von Fahrzeugkomponenten. Beide Partner sind zu je 50 Prozent an dem Unternehmen beteiligt. Im neuen Kompetenzzentrum werden etwa 20 Personen beschäftigt sein.

Für den Aufbau und Betrieb des Kompetenzzentrums wurden laut BMW neben einer Schweizer Firma ausschließlich deutsche Firmen beauftragt. Knapp die Hälfte dieser Unternehmen habe ihren Sitz im Umkreis von 100 Kilometern um Salching.

Die BMW Group bündelt ihr Batteriezell-Knowhow in ihren Kompetenzzentren in München, Parsdorf und Salching. Im Battery Cell Competence Center (BCCC) im Münchner Norden werden mithilfe moderner Labore und Forschungseinrichtungen die Batteriezellen für zukünftige Generationen von Hochvoltbatterien entwickelt und in einer kleinen Zahl hergestellt. Die beste Batteriezelle aus dem BCCC wird im Parsdorfer Cell Manufacturing Competence Center (CMCC) auf einer Pilotlinie in Richtung Serienprozess skaliert.

Das Recycling der Überschüsse aus der Parsdorfer Pilotfertigung erfolgt im neuen Cell Recycling Competence Center (CRCC) in Salching. Die dort gewonnenen Rohstoffe werden dann wieder in der Zellproduktion eingesetzt. „So bleiben die Wege zwischen allen Kompetenzzentren kurz und wertvolle Rohstoffe gehen nicht verloren“, erklärt BMW. „Damit markiert das CRCC nach BCCC und CMCC einen weiteren Schritt in der Batteriezellstrategie der BMW Group Richtung Kreislaufwirtschaft.“

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Via: BMW
Tags: Batterie, Nachhaltigkeit, RecyclingUnternehmen: BMW
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Fred meint

    15.12.2025 um 12:42

    Ich finde es Super, was BMW da macht, aber mittlereen 2 Stelliger Tonnen bereich hört sich jetzt aber nach nich viel an.

    Antworten
    • Andreas meint

      15.12.2025 um 13:46

      Ist für eine Pilotlinie, keine Serienfertigung.

      Antworten
  2. Fabian meint

    15.12.2025 um 12:02

    Man kann sich ja (zurecht) über die Aussagen des CEOs Gedanken machen, aber ganz ehrlich: BMW liefert und liefert erfolgreich, liefert pünktlich und bekennt sich zu ihren Aussagen.

    Ob es jetzt das 1,5% Ziel ist, die Dekarbonisierungsstrategie, die Kreislaufwirtschaft und jetzt das Recycling… da sitzen Leute, die meinen das ernst was sie tun.

    Alle anderen fahren einen Schlingerkurs, schrauben ständig an der Strategie und suchen erfolgreich jede Krise.

    Antworten

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