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ADAC-Vorstoß zu höheren Spritpreisen sorgt für Ärger

05.01.2026 in Autoindustrie, Politik von Thomas Langenbucher | 12 Kommentare

Opel-Astra

Bild: Opel (Symbolbild)

Ein Interview des ADAC-Verkehrspräsidenten kurz vor Weihnachten sorgte für Unmut unter Mitgliedern. Gerhard Hillebrand hatte sich in der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) zur E-Mobilität bekannt und für höhere Benzin- und Dieselpreise ausgesprochen, um die Klimaschutzziele zu erreichen.

„Der ADAC hält die CO₂-Bepreisung für ein richtiges Instrument, um die Klimaschutzziele zu erreichen“, so Hillebrand. Die Leute bräuchten den Anreiz, um auf klimaschonende Alternativen zum Diesel und Benziner umzusteigen. „Nur, wenn der Ladestrom günstiger als der Sprit wird, kommt die E-Mobilität richtig in Gang“, so der ADAC-Verkehrspräsident.

In sozialen Netzwerken äußerten viele Mitglieder Kritik und kündigten den Austritt aus dem Verkehrsclub an. Der ADAC reagierte laut der Welt darauf und wies den Vorwurf zurück, sich von seinen Mitgliedern zu entfernen, und sprach von Missverständnissen.

Der Zeitschrift Auto Motor und Sport gegenüber wurde man konkreter: „Der ADAC ist selbstverständlich gegen eine höhere Belastung von Autofahrern. Der ADAC übt mit seinen Veröffentlichungen zu Spritpreisen regelmäßig und erfolgreich erheblichen Druck auf Mineralölkonzerne und Politik aus, damit Spritpreise nicht überteuert sind. Das ist das, was Mitglieder auch von uns erwarten.“ Die Irritationen von Mitgliedern über die in Schlagzeilen verkürzte Interviewäußerung seien vor diesem Hintergrund nachvollziehbar. Die Position des ADAC sei damit auch nicht korrekt beschrieben.

„Der ADAC warnt vor einer finanziellen Überforderung der Menschen“

„Der ADAC und namentlich Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand warnen vor einer finanziellen Überforderung der Menschen und fordert in allen Positionierungen gegenüber der Politik, den CO₂‑Preis mit Entlastungen und Kompensationen zu kombinieren, so wie es bei der Einführung des CO₂‑Preises in Aussicht gestellt worden war“, hieß es weiter. „Die Politik wird von uns dazu regelmäßig und nachdrücklich aufgefordert, dringend vor dem Start des ETS II weitere Entlastungen, zu verabschieden.“

Ein höherer CO₂-Preis finde damit nur dann die Akzeptanz des ADAC sowie von Verbrauchern, wenn die Politik zuerst ausreichende Entlastungen und mehr Alternativen zu fossiler Energie schaffe. Das zeige auch die aktuelle Debatte. „Und deshalb wird es Zeit, die Diskussion um Entlastungen der Bevölkerung und eine Ausweitung des Angebots an erneuerbaren Kraftstoffen gerade auch für diejenigen, die sich kein elektrisches Neufahrzeug leisten können, zu führen. Mit der Anhebung der Entfernungspauschale und der Reduzierung der Netzentgelte für Haushaltsstrom hat die Koalition auch aufgrund intensiven Werbens des ADAC erste Schritte in diese Richtung unternommen.“

Mitglieder könnten darauf zählen, dass der ADAC für individuelle Mobilität zu bezahlbaren Preisen eintrete, unterstrich eine Sprecherin. 22,7 Millionen Menschen würden sich zusätzlich darauf verlassen, dass ihnen im Notfall weitergeholfen werde.

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Via: Welt & Auto Motor und Sport
Tags: Emissionen, Kosten, NachhaltigkeitUnternehmen: ADAC
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Jürgen Baumann meint

    06.01.2026 um 08:49

    Verbrennerfahrzeuge verursachen Kosten, die andere Unbeteiligte decken müssen. Zum Beispiel Lungenkrankheiten und Asthma durch die Wohlgerüche des Orients: Stickoxide NOx, teilverbrannte Kohlenwasserstoffe CxHy, andere flüchtige organische Substanzen wie das krebserregende Benzol, Kohlenmonoxid CO, Schwefeldioxid SO2, Feinstaubpartikel aller Grössen und natürlich das klimaschädliche Kohlendioxid.

    Antworten
  2. Jürgen Baumann meint

    05.01.2026 um 16:43

    Verbrennerfahrzeuge verursachen Kosten, die andere Unbeteiligte decken müssen. Zum Beispiel werden historische Gebäude und andere Oberflächen verrusst und müssen aufwändig gereinigt werden.

    Antworten
  3. Bernd Krause meint

    05.01.2026 um 13:56

    Es passt in unsere Zeit, dass Personen, die das Folgerichtige aussprechen niedergebrüllt werden.
    Genau deshalb steht in diesem Land die Vernunft still und die Politik lässt sich von allem und jedem vor sich hertreiben.

    Antworten
    • Futureman meint

      05.01.2026 um 16:59

      Leider richtig, deshalb werden ja auch vermehrt Leute gewählt, die das blaue vom Himmel versprechen aber niemals einhalten können. Aber bis das raus kommt, haben sie schon ihre Schäfchen ins Trockene gebracht und schieben das Problem auf andere.

      Antworten
  4. Steffen meint

    05.01.2026 um 13:51

    Ist ja schon genau richtig, was der ADAC fordert. Nur leider treten keine Parteien außer den Grünen und Linken mehr für eine Rückzahlung in Form von Klimageld o.ä. mehr ein.

    Antworten
    • eBikerin meint

      05.01.2026 um 16:06

      Habe kürzlich ein Schreiben meiner Krankenkasse erhalten – dieses Jahr wieder weniger Netto vom Brutto. Denke nicht, dass noch mehr Belastung so richtig gut in der Bevölkerung ankommt. Ausser natürlich bei Linken Und Grünen vom steuerzahler bezahlten Politikern.

      Antworten
      • M. meint

        05.01.2026 um 17:54

        Du interpretierst falsch.
        Ich kenne keine Aussage von Politikern der Linken oder der Grünen, die höhere Abgaben für Gering/Normalverdiener verlangen. Üblich ist nur, höhere Abgaben von „Besserverdienenden“ zu fordern, was aber eher aus Reihen der CxU oder FDP zurückgewiesen wird.

        Falls du zu den Besserverdienenden gehörst, ist ein höherer Krankenkassenbeitrag aber zu verkraften.
        Ich habe übrigens ähnliche Post bekommen, nur kam ich bisher noch nicht auf die Idee, die Schuld dafür bei den Grünen zu suchen. Ich muss mich mehr anstrengen.

        Antworten
      • Thomas meint

        05.01.2026 um 18:25

        eBikerin, dein Beitrag ist besonders im Hinblick auf das angesprochene Klimageld ja besonders unpassendes „Grünen-Bashing“.

        Antworten
        • Powerwall Thorsten meint

          05.01.2026 um 22:09

          Typisch Da Vida nicht Tesla, dann mindestens die Grünen

  5. simon meint

    05.01.2026 um 12:25

    Man muss auch Alternativen schaffen. Besonders durch flächendeckende günstige Lademöglichkeiten und besonders viele AC Säulen, da hängt es in Deutschland. Finde höhere Spritpreise auch gut, aber man darf auch nicht vergessen das so was auch Rechtsextreme Parteien fördert. Wie in Tschechien gut zu sehen ist. Ich finde wir brauchen sichtbar sehr viele AC Säulen auf Parkplätzen und extrem günstige Strom- und Ladepreise.

    Antworten
    • Micha meint

      05.01.2026 um 14:22

      AC-Säulen machen zB in Wohngebieten, beim Arbeitgeber, Freizeitparks oder Einkaufszentren Sinn, also dort, wo man wirklich mehrere Stunden steht. An den meisten anderen Orten braucht es wenn überhaupt DC-Säulen und da geht der Trend ja auch hin.

      Antworten
      • Thorsten 0711 meint

        06.01.2026 um 09:32

        Ich für meinen Teil mache oft Ausflüge mit dem Auto und lade dann, sofern möglich, vor Ort AC. Die sind allerdings eher rar und an manchen Orten oft belegt.
        Da bin ich über jeden AC-Ladepunkt in der Stadt froh. Niedrigere Preise wären natürlich auch gerne gesehen. Meistens lade ich mit Stadtwerke München (49 Cent), m.charge (48 Cent) oder futurego.cz (45 Cent).
        Es geht aber auch anders: AC auf einem Volksbank Parkplatz: Ad hoc für 39 Cent/kWh 👍

        Antworten

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