Der Chef des Energiekonzerns E.ON erwartet für 2026 eine Entlastung der Verbraucher bei den Strom- und Gaspreisen. In einem Interview mit der Rheinischen Post erklärte Leonhard Birnbaum, dass die Preise für die meisten Kunden sinken würden. Als Hauptursachen nannte er die Entlastungen des Bundes bei den Netzentgelten sowie die Verarbeitung der Energiekrise von 2022.
Ein Drei-Personen-Haushalt in der Grundversorgung könnte demnach in diesem Jahr rund 150 Euro bei der Stromrechnung und 200 Euro bei der Gasrechnung einsparen. Ab 2027 rechnet Birnbaum jedoch mit einer Umkehr des Trends. Die Preise dürften aufgrund des teuren Aufbaus des neuen Energiesystems, das auf erneuerbare Energien setzt, wieder steigen. Besonders die Strompreise würden langfristig anziehen.
„Tendenziell werden die Strompreise aber steigen, weil der Aufbau des neuen Energiesystems, das auf volatile Erzeugung durch Erneuerbare setzt, viel Geld kostet“, so der E.ON-Chef. Auch die Gaspreise würden voraussichtlich steigen, da die Netzkosten auf weniger Kunden umgelegt werden.
Angesichts dieser Entwicklung betonte der E.ON-Chef, dass die Energiewende möglichst effizient gestaltet werden müsse. Dabei kritisierte er den bisherigen Ausbau, der nicht ausreichend an Bedarf und Infrastruktur ausgerichtet gewesen sei und zu viele Subventionen umfasst habe. Er begrüße es, dass das Bundeswirtschaftsministerium nun eine Änderung dieses Vorgehens plane.
Darüber hinaus sprach sich Birnbaum für einen Stopp der staatlichen Förderung von Solaranlagen in Deutschland aus. Die Förderung von Dachflächen-Photovoltaikanlagen sei mittlerweile nicht mehr notwendig, da sich diese auch ohne Unterstützung rentierten. „Das ist doch ein toller Erfolg für die Energiewende“, sagte der Energiemanager.
Birnbaum begründete seine Forderung auch mit sozialen Aspekten. Die Energiewende werde „zunehmend auch zur sozialen Frage“: Wer Eigentum habe und in Solardächer investieren könne, sei oft ein Gewinner der Energiewende. „Mieter sind oft eher die Verlierer der Energiewende. Sie profitieren kaum vom Solarboom und müssen die vollen Netzkosten stemmen.“

Gernot meint
e.on selbst verhindert maßgeblich, dass die Energiewende effizient ausgestaltet wird. e.on ist über seine Beteiligungen der mit riesigem Abstand mächtigste Verteilnetzbetreiber in Deutschland. SH-Netz, Westnetz, Avacon, envia, e.dis, LEW, Bayernwerke, …, alles E.on Beteiligungen.
Es sind e.on Beteiligungen wie Westnetz, die die Verteilnetze nicht ausbauen und den Anschluss von Batterien reihenweise ablehnen. Im Netzbereich von Avacon (ebenfalls e.on) in Sachsen-Anhalt wird Freiflächen-PV-Anlagen durch Redispatch-Maßnahmen teils die Hälfte der produzierten Strommenge im Jahr abgeregelt, was sich nicht im Börsenstrompreis, sondern in den Netzentgelten niederschlägt.
Wenn wir keine Batterien ans Netz bekommen, zwingt uns e.on effektiv extrem teuren Strom aus neuen Gaskraftwerken auf. Ich weiß: Es gibt dauernd Meldungen, wie sehr Batterien angeblich boomen. Aber das Medienbild täuscht. Speicher in Privathaushalten wird fast nie netzdienlich gefahren (siehe Analysen der HTW) und an Großspeicher haben wir gerade mal 3,42 GWh am Netz. Das reicht rechnerisch, um den durchschnittlichen Strombedarf in Deutschland für ca. 5 Minuten zu decken. Ein Tag hat 1.440 Minuten. Wenn wir auf dem Ausbaupfad aus §4 EEG bleiben, bauen wir bis 2030 allein noch mal ca. 100 GW PV zu. Die produzieren an einem durchschnittlichen Tag im Sommerhalbjahr noch mal 400 GWh. Wir haben aber schon heute im Sommerhalbjahr um die Mittagszeit regelmäßig zu PV-Strom. D.h. wir brauchen bis 2030 400 GWh an Batterien am Netz, um den Strom dann abends und nachts zu nutzen und damit im Sommer-Halbjahr schon mal auf annähernd 100%-EE-Strom zu kommen.
Bekommen wir die Batterien nicht, haben wir 2 Optionen: 400 GWh am Tag wegwerfen, was immense Kosten triggert oder wir würgen den EE-Ausbau ab. das wir bis dahin nicht nennenswert Elektrolyse-Kapazität aufgebaut bekommen, steht schon fest,
Jörg2 meint
Volle Zustimmung.
Die Industrie bemängelt die hohen Stromkosten, da sie sich in den Stückkosten der Produkte niederschlagen und hierdurch die Wettbewerbsfähigkeit gefärden.
Als „Lösung“ sieht man eher die bürgergeldfinanziertePreisbremse als die aktive Arbeit mit den vorhandenen technischen Lösungen.
Futureman meint
Er bleibt aber (ähnlich der Wirtschaftsministerin) die Erklärung schuldig, wie in Zukunft ein neues Gaskraftwerk mit Stromgestehungskosten von über 15Cent/kWh den Strom günstiger machen soll. Die angeblich zu hohe Einspeisevergütung für PV liegt übrigens bei unter 8Cent/kWh und wird auch schon jetzt nicht mehr gezahlt, wenn genügend Strom da ist.
eBikerin meint
Kann ich dir erklären. Die PV liefert Nachts keinen Strom und im Winter auch Tagsüber wenig. Und im Sommer ist dafür Tagsüber viel zu viel da, darum gibts da ja auch keine Einspeisevergütung mehr.
Übrigens geht es in dem Artikel um private Haushalte und nicht um Gaskraftwerke.
Futureman meint
In dem Artikel geht es um Strompreise für Haushalte. Und wenn die Erzeugung im Gaskraftwerk bereits 15Cent/kWh kostet, kann es ja beim Kunden nicht billiger werden. Besonders jetzt an den Strombörsen zu sehen, wenn wenig Sonnen- oder Windkraft im Netz sind. Da dann vorrangig Gaskraftwerke den Strom erzeugen explodieren die Strompreise dann regelmäßig. Wie dann der Zubau von noch mehr Gaskraftwerke das unterbinden soll bedarf halt einer Erklärung.
Speicher für Solaranlagen liegen übrigens bereits bei unter 5 Cent/kWh. Damit liegt Solarstrom bei 13Cent/kWh in der Nacht.
Für den Winter ist natürlich auch der Ausbau der Windkraft nötig. Da soll aber nicht eingegriffen werden, da auch Eon hier einiges in der Planung hat.
eBikerin meint
„Speicher für Solaranlagen liegen übrigens bereits bei unter 5 Cent/kWh. Damit liegt Solarstrom bei 13Cent/kWh in der Nacht.“
Kannst du das auch erklären? Ich kenne nur den Preis pro kWh für den Speicher. Wie viel dann der Strom daraus kostet, liegt an der Auslastung der Batterie. Pauschal zu sagen: kostet 5 cent ist schlicht irreführend.
Futureman meint
Der Preis für die kWh beim Speicher gilt natürlich für alle Energieformen, geht also auch im Winter, falls Nachts mal nicht soviel Windstrom benötigt wird. Die Formel für den Preis von Gestehungskosten ergibt sich aus den Anschaffungskosten geteilt der nutzbaren Zyklen und kommt natürlich auf die Erzeugungskosten von Sonne und Wind drauf gerechnet. Und da es aktuell wesentlich größere Preisunterschiede an den Strombörsen gibt, werden im ganzen Land zahlreiche Großspeicher gebaut. Das Wirtschaftsministerium überlegt aber gerade den Zubau zu bremsen, damit mehr Platz für die neuen Gaskraftwerke im Stromnetz bleibt.
SEDE meint
eBikerin, dein schreiben ist nicht richtig.
Wir haben im Sommer nicht zu viel Solarstrom, im Gegenteil. Schau doch einfach auf ISE Freiburg nach. Nachts wird in DE nur die Hälfte des tagsüber benötigten Stroms benötigt. Dafür gibt es Wind, Wasser, BIO und neuerdigs auch Speicherbatterien. Im Winter ist überpropotional Wind im Einsatz und Photovoltaik würde im Dezember bis Februar nur die Netze verstopfen. EE sind keine Fossile Energie und die rangehensweise für eine Vollversorgung ist eine ANDERE.
eBikerin meint
„Wir haben im Sommer nicht zu viel Solarstrom“
Aktuell sind in D 106 GW PV installiert – doch wir haben aktuell im Sommer zu viel PV. Darum müssen die auch abgeschalten werden.
Übrigens hatten wie letzten Jahr im Sommer gar nicht mal so selten mehr als 100% EE Strom – trotz redispatch,
Solange nicht genug Speicher da sind um den überschüssigen Solarstrom auch sinnvoll zu speichern und zu verwerten haben wir sehr wohl zu viel davon.
Futureman meint
Achtung, wir haben auch zu viele Schweine und Autos in Deutschland. Sollte deswegen die Produktion eingestellt werden, bis genügend Kühltruhen oder Parkhäuser gebaut sind? Oder exportieren wir einfach den Strom über schon vorhandene Leitungen? Ob das Abrechnungssystem dafür gerade das richtige ist, ist ein anderes Thema. Daran traut sich die Regierung allerdings nicht. Denn dann würde rauskommen, das z.B. Bayern viel mehr für seinen Strom bezahlen müsste, weil deren Strom erst über lange Kabel aus Norddeutschland importiert werden muss.
eBikerin meint
„Oder exportieren wir einfach den Strom über schon vorhandene Leitungen? “
Dann schau dir doch bitte mal den Börsenstrompreis an, wenn mal wieder in ganz Deutschland „Kaiserwetter“ herrscht. Ja super Idee dann den Strom zu negativ Preise zu verkaufen.
„Denn dann würde rauskommen, das z.B. Bayern viel mehr für seinen Strom bezahlen müsste, weil deren Strom erst über lange Kabel aus Norddeutschland importiert werden muss.“
Die es gar nicht in der Kapazität gibt – merkwürdig, oder? Bayern import seinen Strom überwiegend aus Frankreich, Österreich, Schweiz und Tschechien. Übrigens wenn es das Kabel gäbe, dann müsste Norddeutschland im Sommer auch viel mehr zahlen für den PV Strom aus Bayern – wird ja gerne vergessen.