Mehrere große Autohersteller wollen sich 2026 zunächst nicht mehr am von Tesla angeführten Emissionspool der Europäischen Union beteiligen. Nach Angaben aus bei der EU eingereichten Erklärungen, über die die Automobilwoche berichtet, planen Stellantis, Toyota und Subaru derzeit keinen Beitritt zu dem Zusammenschluss um den US-Elektroautohersteller.
Das sogenannte Pooling erlaubt Herstellern mit höheren Emissionen, ihre Flottenwerte mit denen anderer Unternehmen zusammenzulegen, um die CO2-Ziele der EU einzuhalten. Der Poolführer erhält im Gegenzug Zahlungen. 2025 gehörten neben Stellantis, Toyota und Subaru auch Ford, Mazda, Honda und Suzuki zu Teslas Emissionspool. Diese vier Hersteller planen laut dem Bericht bislang weiterhin, sich auch 2026 dem von Tesla geführten Zusammenschluss anzuschließen.
Stellantis und Toyota schließen einen späteren Beitritt allerdings nicht aus. Stellantis erklärte, man nehme derzeit nicht am Tesla-Pool für 2026 teil, lasse sich aber eine Teilnahme im Laufe des Jahres offen. Auch Toyota verweist auf eine spätere Entscheidungsmöglichkeit. Ein Sprecher von Toyota Europe sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters: „Es ist zu früh, um zu bestätigen, ob wir Pooling benötigen oder nicht.“ Unternehmen können laut Toyota bis Dezember für dieses Jahr einem Pool beitreten. Toyota hält rund 21 Prozent an Subaru.
Auch der chinesische Elektroautohersteller Leapmotor, an dem Stellantis zu 20 Prozent beteiligt ist, gehört 2026 zunächst nicht zu Teslas Pool. Stellantis hält zudem 51 Prozent eines Joint Ventures, das Leapmotor-Fahrzeuge außerhalb Chinas verkauft. Unklar ist bislang, ob Stellantis formell einen Pool mit Leapmotor bilden müsste, um dessen Elektroauto-Verkäufe auf die EU-Emissionsziele anrechnen zu lassen.
Der zögerliche Umgang mit neuen Pooling-Vereinbarungen hängt mit geänderten EU-Regeln zusammen. Ursprünglich plante die Europäische Kommission hohe Strafen für Hersteller, die ab 2025 ihre jährlichen Flottenemissionsziele nicht erreichen. Nach Druck aus der Industrie lockerte die Kommission jedoch die Vorgaben: Die Einhaltung wird nun über den Durchschnitt der Jahre 2025 bis 2027 bewertet statt jährlich.
Damit ist der unmittelbare Druck für neue Pooling-Allianzen gesunken. Während 2025 noch ein Wettlauf um solche Zusammenschlüsse stattfand, um mögliche Strafen zu vermeiden, zögern Hersteller nun mit neuen Vereinbarungen für 2026.
Für Tesla sind Emissionspools ein bedeutendes Geschäft: 2025 erzielte das Unternehmen weltweit 1,99 Milliarden US-Dollar aus dem Verkauf von Emissionszertifikaten. Auch Volvo verdiente damit 380,8 Millionen US-Dollar, erwartet jedoch ebenfalls sinkende Einnahmen in diesem Jahr. Branchenquellen zufolge behalten Hersteller, die nach 2025 einen Pool verlassen, bei der Bewertung für den Zeitraum 2025 bis 2027 weiterhin den durchschnittlichen Emissionskredit oder das Defizit des bisherigen Pools.
Offizielle Emissionszahlen für das zurückliegende Jahr werden laut Reuters erst in zwei bis drei Monaten erwartet. Eine Analyse der Umweltorganisation Transport & Environment vom September 2025 kommt zu dem Ergebnis, dass alle europäischen Hersteller außer Mercedes auf Kurs sind, die EU-CO2-Ziele auch ohne Pooling zu erreichen. Bis zum 4. März wurden bei der EU zudem keine weiteren Emissionspools für 2026 angemeldet.

MK meint
Andere Frage: Verkauft Tesla überhaupt noch genug Autos in der EU, um für so viele Hersteller die Emissionswerte im Schnitt weit genug zu drücken?
Mäx meint
Laut Statistik vom Tesla Motors Club (die addieren monatlich die veröffentlichen Zahlen der jeweiligen Landesbehörden) waren es immerhin ca. 193.000 für die EFTA Staaten 2025.
Also grob so viel wie z.B. das Werk aus Zwickau von VW liefert und damit entsprechendes Ausgleichspotential.
Grob kann man 4 Verbrenner rechnen, hängt aber natürlich vom Verbrauchswert ab
> ca. 0,8 – 1 Mio. Verbrenner ausgleichen
Für Ford, Mazda, Honda und Suzuki in der EU dürfte es allemal reichen.
M. meint
Bietet Mazda inzwischen nicht selbst (auch chinesisch basierte) BEV an? Zumindest einen Teil ihrer Verbrenner sollten die damit selbst kompensieren können – viele Autos verkaufen die hier doch gar nicht. Und Honda… schon lange keinen neuen Honda mehr gesehen. ;-)
Aber Ford, ja. Die haben noch 2 oder 3 (Verbrenner) Modelle.
Böhser Neffe meint
Honda hat inzwischen viele Hybride, die sollten den Flottenverbrauch auch so packen oder sie machen ein Pool mit Toyota, Toyota sollte auch keine Probleme haben, Voll-Hybride sind sehr sparsam.
MK meint
@Mäx: Mir ging es darum, dann zusätzlich auch noch Stellantis und Toyota aufzunehmen…alleine Toyota hat 2025 mehr als 1,2 Mio. PKW in Europa verkaufen. Geht man also davon aus, dass Ihre Rechnung richtig ist, reicht Tesla nicht mal für Toota alleine. Wenn man schon Teile an andere Marken verkauft hat, ist da also für Toyota eigentlich erst recht nichts mehr zu holen…
Mäx meint
Keiner der beiden fängt ja bei 0 an.
Toyota hat selber BEV, zugegeben werden davon nicht viele verkauft, aber der Flottenwert von Toyota ist durch die Hybride recht gering.
Da lassen sich pro BEV eher 5-6 Verbrenner kompensieren.
Stellantis hat ebenfalls eigene BEV und braucht ja nur ein „bisschen“ Hilfe beim Erreichen.
Der Grund wird sein, dass man jetzt 3 Jahre Zeit hat den Grenzwert zu schaffen und die beiden Hersteller wohl davon ausgehen, dass man z.B. 2025 5% drüber liegt, 2026 bei 0% ist und 2027 bei -5% und damit unterm Strich genau eine Punktlandung macht.
Je nachdem wie es läuft könnte man dann 2026 oder 2027 wieder in einen Pool eintreten.
MK meint
@Mäx:
Das ist richtig. Bedeutet aber auch: Selbst wenn eine Pooling-Vereinbarung am Ende doch noch zu Stande kommt, dürfte diese den Herstellern deutlich weniger wert sein als bisher.
David meint
Die schlechten Nachrichten für Teslas Kasse reißen nicht ab. In den USA ist die CO2 Gutschrift abgeschafft und in der EU kriegt man offensichtlich dieses Jahr nichts und für nächstes Jahr sieht es düster aus. Man kann nicht sagen, dass das aus heiterem Himmel kommt. Aber Europa wird für Tesla immer mehr zum Albtraum.
Futureman meint
Tesla könnte aber auch einfach ein Jahr so viele (wenig) Ladestationen, wie deutsche Hersteller aufstellen. Dann hätten sie das Geld locker wieder drin.
M. meint
Die Idee ist vermutlich nicht schlecht, weil man Strom nicht ansieht, ob er zuvor in der Batterie der Firma eines rech*en Pop. listen gespeichert wurde.
So wird aus dem ihm selbst unangenehmen Projekt der Klimarettung vielleicht noch was.
brainDotExe meint
Wäre eine sinnvolle Entscheidung, aber glaube ich nicht dran.
M. meint
Ah, und ich dachte schon, die betrachten das als Invest, um damit Geld einzunehmen.
So nach dem Motto: mehr Ladestationen -> mehr Ladekunden -> mehr Umsatz -> mehr Gewinn.
Möglichweise geht diese Idee aber nicht auf, dann ist es ja richtig, weniger davon zu bauen.
Paule meint
Offenbar hapert es tatsächlich an meinem Leseverständnis. Welche Bedeutung haben im deutschen die Worte planen, wollen, spätere Entscheidung, es ist zu früh, zunächst, unklar ist bislang, und so weiter?
Benutzt man das neuerdings, um final getroffene Entscheidungen mitzuteilen?
Jörg2 meint
Im Graben schrumpft der Wortschatz…
Er ist noch dabei sich um „ordentlicher Gerichtsbarkeit“ zu kümmern. Da kannst Du nun nicht mit Deutsch-Nachhilfe kommen.
Future meint
Was steht denn eigentlich im Text? Ford, Mazda, Honda und Suzuki müssen wohl weiter poolen und damit zahlen wegen der vielen schmutzigen Verbrenner. Stellantis und Toyota wissen es noch nicht, weil sie erstmal ihre Dreckautoverkäufe abwarten müssen. Also werden sie vielleicht zahlen müssen. Vermutlich wissen wir in ein paar Monaten schon wieder mehr. Aber wenn sie das viele Geld wieder an Tesla überweisen müssen, dann wird aus dem schmutzigen Geld wieder sauberes Geld. Das kennt man ja in Deutschland auch aus dem Immobiliengeschäften.
M. meint
Ist das ein Votum für Geldwäsche?
Du hast interessante Seiten an dir. ;-)
Future meint
Ich will das nicht bewerten ;-)
Aber jedes saubere Auto auf dem Markt ist eben kein schmutziges Auto geworden. Darum geht es mir beim Geld und bei der besseren Luft in meiner Straße. Alles andere ist mir nicht wchtig.
M. meint
Ja, eben so doch, weil jedes saubere Auto ja (wie in einem anderen Artikel zu lesen war) 4 dreckige Autos erst ermöglicht, die der „dreckige Hersteller“ sonst nicht hätte bauen können – oder zu höheren Kosten, was stellenweise das gleiche bedeuten könnte wie „gar nicht“.
Also verdienen auch die sogenannten „sauberen Hersteller“ Geld (vor allem) damit, dass dreckige Autos gebaut werden.
Ich frage mich, wie man sich das schönreden kann.
Ein „sauberer Hersteller“ wäre demzufolge einer, der seine Verschmutzungsrechte nicht verkauft. Aber wie gesagt… das sind alles nur Geschäftsmodelle, keine Weltrettungsversuche.
Andi EE meint
Das ist doch keine Geldwäsche, man ersetzt die fehlende CO2-Bepreisung durch ein schlechter lenkendes System. Viel besser wäre der hohe CO2-Preis gewesen, der den Verbrauch (und somit die Klimaschädigung) 1:1 bestraft (wer mehr fährt, wird mehr bestraft). Der Nachteil ist, dass es generell der Wirtschaft schadet, wenn man den Energiepreis erhöht.
Deshalb hat man das Pooling gewàhlt, welches leider für Verbrenner-Hersteller das viel bessere System ist. Ihre Verbrenner-Kunden können nach wie vor ungestraft Klima und Umwelt belasten. Generell gibt es damit auch kein Schuldbewusstsein in der Bevölkerung / beim Verbrenner-Kunden. Wenn die Klimabelastung was kosten würde, reift auch die Einsicht in der Bevölkerung. So wie es jetzt ist, sogar noch mit aufgeschobener Flottenziele, ist in der Bevölkerung das Mindset gereift, dass sowieso nichts nötig ist.
Dass ,an weiter Verbrenner verkaufen und fahren darf, ist ok. Aber im Portemonnaie darf man nicht der Gewinner, das ist grosse Problem dieser Regulierung (Ölpreis wiederspricht dem jetzt nur temporär).