Der Stromer-Anbieter Lynk & Co stellt ihr Vertriebsmodell in Deutschland grundlegend um. Die zum chinesischen Geely-Konzern gehörende Marke bewegt sich weg von monatlich kündbaren Auto-Flatrates hin zum klassischen Vertrieb über ein Händlernetz. Ziel der Neustrukturierung ist, den Absatz bis zum Jahr 2026 auf einen niedrigen vierstelligen Bereich zu steigern.
Der Ausbau der Retail-Präsenz erfolgt durch die Nutzung des bestehenden Händlernetzwerks der Konzernschwester Volvo. Im vergangenen Jahr wurden 23 Händler in das Netzwerk integriert, wobei 20 dieser Standorte bereits verkaufsoffen sind. Durch die Erweiterung um drei weitere Showrooms Ende Mai, unter anderem in Dresden, wurde zudem der erste Standort in Ostdeutschland eröffnet. Weitere Eröffnungen in Oldenburg und Lüdenscheid sind geplant, wobei sukzessive zwei neue Standorte pro Monat hinzukommen sollen.
Die Nutzung des Volvo-Netzwerks erleichtert die Suche nach Standorten, bringt jedoch Herausforderungen bei der Platzverfügbarkeit in städtischen Verkaufsräumen mit sich. Commercial Director Christian Treitz merkt im Gespräch mit der Automobilwoche an, dass dies teilweise Überredungsarbeit bei den Händlern erfordere.
Innerhalb des in Deutschland mit mehreren Marken präsenten Geely-Konzerns positioniert sich Lynk & Co zwischen den Marken Zeekr und Geely. Laut Treitz gibt es keine Gefahr einer Kannibalisierung, da jede Marke unterschiedliche Kundenbedürfnisse bediene und sich durch Design sowie Zielgruppen deutlich unterscheide. Für die Händler stelle das Angebot ein Zusatzgeschäft dar.
Die Verkaufszahlen mit Stand 8. Juni 2026 belaufen sich auf rund 600 Fahrzeuge in Deutschland, womit das Unternehmen eigenen Angaben zufolge im Plan liegt. Ein wesentlicher Treiber für das Wachstum ist das Modell 08. Das etwa 4,8 Meter lange Plug-in-Hybrid-SUV mit einer rein elektrischen Reichweite von 200 Kilometern machte etwa 60 Prozent des Umsatzes aus. Daneben gibt es noch das Kompakt-SUV mit Plug-in-Hybridantrieb 01 sowie das kompakte, rein elektrischen SUV-Coupé 02.
Langfristig soll Deutschland den Status als absatzstärkster Markt für Lynk & Co in Europa übernehmen und die Niederlande ablösen. „Neue Marken kostet es Zeit und Ausdauer, um sich in Deutschland fest zu etablieren“, so Treitz.

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